2021: Immobilienjahr in Berlin

Nach mehr als einer Dekade linearen Wachstums am Berliner Immobilienmarkt ist die Versuchung groß, zu vereinfachen. So könnte man sagen "Das Angebot ist knapp und die Preise steigen weiter". Wer in Berlin eine Immobilie besitzt, weiß aber, dass die Realität komplexer ist. Denn viel länger schon als die Preise und die Mieten steigen, wird in Berlin reguliert. So datieren die ersten Milieuschutzgebiete auf das Jahr 1991 zurück. Mit dem Hauptstadtbeschluss wuchs nach Jahren der Stagnation auf dem Berliner Wohnungsmarkt erstmals die Sorge vor Verdrängung und die Antwort darauf waren Milieuschutzgebiete. Diese sollten, Ironie der Geschichte, die angestammte Berliner Bevölkerung vor ihren parlamentarischen Vertretern aus Bonn schützen. Zwanzig Jahre später liegen Milieuschutzgebiete wie ein Teppich über der Haupstadt und wären wieder zum Wahlkampfthema geworden, hätte der Bundesrat nicht das  Baulandmobilisierungsgesetz verabschiedet. Die Neuregelung, auf die wir in einem Blogbeitrag eingehen, nimmt zwar den Druck aus dem Wahlkampf, erhöht ihn aber für Eigentümer von Mehrfamilienhäusern. Wer künftig Miet- in Eigentumswohnungen umwandeln will, muss nach dem neu im BauGB eingefügten § 250 in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt eine Genehmigung einholen. Das Gesetz ist vorerst befristet bis Ende 2025.

Berlin ist trotzdem gefragter denn je

Berlin war, ist und wird ein Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt bleiben. Und weil sicher davon auszugehen ist, dass der Zuzug nach Corona wieder anzieht, steigt die bereits sehr hohe Nachfrage weiter an. Gleichzeitig ist nicht zu erwarten, dass sich die Immobilienwerte weiter so rasant wie in den zurückliegenden Jahren entwickeln. Die Wohnkostenquote ist in Berlin zwar im grünen Bereich, die Einkommen steigen aber nur langsam und einen  Mietermarkt gibt es nur dann, wenn die Mieten leistbar bleiben. Das Potenzial einer Immobilie in Berlin liegt aber nicht mehr nur in der erzielbaren Rendite sondern in der langfristigen Wertsteigerung.

200 Prozent Wertsteigerung in 10 Jahren

Wer vor 10 Jahren eine Wohnung in Berlin gekauft hat, zahlte damals im Median einen Quadratmeterpreis von knapp unter EUR 1.700. Im Wiederverkauf ruft ein Verkäufer heute knapp über EUR 5.000 je Quadratmeter Wohnfläche auf. Nach einer Haltezeit von 10 Jahren können bei einem Wohnungsverkauf in Berlin derzeit etwa 200 Prozent Gewinn erzielt werden. Und trotz des gestiegenen Preisniveaus können Käufer darauf vertrauen, dass auch künftig sehr attraktive Wertsteigerungen möglich sein werden. 

Wachsende Nachfrage, schrumpfendes Angebot

Im Status Quo trifft eine weiter wachsende Nachfrage auf ein knappes und im Verhältnis schrumpfendes Angebot. Die Zahlen des Gutachterausschusses Berlin zeigen, dass die Wohnungsverkäufe seit Jahren quantitativ abnehmen. Wurden 2015 noch etwa 24.600 Kaufverträge beurkundet, lag der Wert 2019 bei etwa 18.500 und in 2020 bei geschätzt nur noch ca. 17.500 Beurkundungen.

Immobilienpreise steigen weiter, Kurve flacht ab

Wer vor 10 Jahren ein Immobilien-Investment in Berlin getätigt hat, kann heute auf eine Preissteigerung von 202,90 % zurückblicken. Stand 30.07.2021 liegt der von uns ermittelte Median-Angebotspreis bei etwa 5.130 EUR/m², was einer Entwicklung um ca. 5,50 % zum Vergleichszeitraum vor einem Jahr entspricht. 

In den zurückliegenden 12 Monaten wurden im Bestandssegment etwa 34.190 Bestands-Immobilien auf den einschlägigen Börsen inseriert. Bei Neubauprojekten liegt der 12-Monats-Median-Listenpreis bei rund 6.880 EUR/m². In diesem Zeitraum wurden aus einer Vielzahl an Projekten etwa 6.700 Objekte an den Markt gebracht.  

Viel Regulierung aber auch mehr Neubau

Nicht nur die meisten Wirtschaftswissenschaftler sind sich einig, dass Milieuschutz, Mietendeckel, Umwandlungsverordnungen und Mietspiegel das Angebot verknappen. Wenn in Folge der Regulierung weniger Wohnungen an den Markt kommen, steigen die Kaufpreise und die Mieten ziehen zeitversetzt nach. Eine weiter sinkende Leerstandsquote und hohe Zuwanderungen tun das übrige. Zwar ist der Zuzug während der Pandemie eingebrochen, nach Überwindung von Corona werden die Zahlen jedoch schnell wieder auf ein hohes Niveau zurückfinden.

Parallel zur Zuzugspause ist auch die Umzugsaktivität auf einem niedrigen Stand. Ausbleibende Sicker- und Fluktuationseffekte werden bei einer Normalisierung des Zuzuges die Wohnungskrise weiter zuspitzen.

Aus diesem Blickwinkel betrachtet, relativieren sich die im Prinzip erfreulichen Neubauzahlen. Um den Wohnungsmangel zu beheben, müsste noch deutlich mehr gebaut werden. Die Folge des zurückbleibenden Wohnungsbaus sind weiter steigende Mieten. So sind die Angebotsmieten im Vergleich zum Vorjahr (Stand 30.07.2021 ), um etwa 18,90 % gestiegen. Über alle Mietangebote der Immobilienbörsen Scout24, Immowelt und Immonet gemessen, beträgt die von uns ermittelte Median-Angebotsmiete im 12-Monats-Zeitraum 11,20 EUR/m².

Eigentumswohnungen in Berlin: Median-Angebotspreise nach Bezirken

Entwicklung der Wohnungsangebote in Berlin im Jahresverlauf. Die Angebotspreise werden jeweils für drei Monate rückwirkend berechnet.

Bezirk Bestand 12 Monats-Preisentwicklung Bestand Median Angebotspreis Neubau 12 Monats-Preisentwicklung Neubau Median Angebotspreis
Charlottenburg
+1,20 % 5.480 EUR/m²
+3,70 % 8.850 EUR/m²
Friedrichshain
+6,20 % 5.210 EUR/m²
+7,80 % 8.640 EUR/m²
Köpenick
+17,90 % 4.500 EUR/m²
+9,50 % 5.990 EUR/m²
Kreuzberg
+12,10 % 6.520 EUR/m²
+30,60 % 10.270 EUR/m²
Lichtenberg
+22,40 % 4.560 EUR/m²
+13,60 % 6.330 EUR/m²
Marzahn-Hellersdorf
+11,70 % 3.440 EUR/m²
+17,90 % 5.130 EUR/m²
Mitte
+18,40 % 7.960 EUR/m²
+13,20 % 9.970 EUR/m²
Moabit
+7,40 % 4.640 EUR/m²
-17,90 % 6.950 EUR/m²
Neukölln
+1,00 % 4.450 EUR/m²
-12,40 % 7.540 EUR/m²
Pankow
+2,50 % 4.480 EUR/m²
+21,10 % 6.090 EUR/m²
Prenzlauer Berg
+5,70 % 6.270 EUR/m²
+64,60 % 9.080 EUR/m²
Reinickendorf
+7,60 % 3.940 EUR/m²
+22,20 % 6.530 EUR/m²
Schöneberg
+6,70 % 5.160 EUR/m²
+25,20 % 9.030 EUR/m²
Spandau
+22,20 % 4.030 EUR/m²
+17,00 % 5.770 EUR/m²
Steglitz
0,00 % 4.630 EUR/m²
+6,90 % 6.990 EUR/m²
Tempelhof
+5,90 % 3.900 EUR/m²
+20,20 % 5.990 EUR/m²
Tiergarten
+34,80 % 7.080 EUR/m²
+16,40 % 9.500 EUR/m²
Treptow
+17,00 % 4.150 EUR/m²
+15,30 % 6.270 EUR/m²
Wedding
-1,40 % 4.240 EUR/m²
+8,30 % 6.730 EUR/m²
Weißensee
+3,50 % 5.000 EUR/m²
+40,10 % 7.050 EUR/m²
Wilmersdorf
+5,80 % 6.150 EUR/m²
+20,50 % 9.700 EUR/m²
Zehlendorf
-2,80 % 5.390 EUR/m²
+4,30 % 8.410 EUR/m²

Linearer Anstieg der Immobilienpreise seit 2010

Im Jahr 2010 betrug der Median-Angebotspreis für Eigentumswohnungen in Berlin etwa 1.550 EUR/m². Stand 30.07.2021 liegt er für Bestandsimmobilien bis Baujahr 2015 bei 5.130 EUR/m². Grundlage sind die Börsen-Angebote der jeweils zurückliegenden drei Monate. 

Angebotsmieten seit 2013

Seit 2013 erfassen wir die Angebotsmieten in Berlin. Insgesamt lassen sich zwei Trends beobachten.

  • Das Mietsegment von 5 bis 8 EUR/m² wird bei einer abnehmenden Grundgesamtheit seit Jahren immer kleiner, während das Mietsegment über 14 EUR/m² immer mehr Raum einnimmt.
  • Seit spätestens Ende 2018 ist eine spürbare Beruhigung der Mietentwicklung festzustellen.  

Das Neubausegment in Berlin ist zu etwa dreiviertel der Angebote dem Mietsegment ab 14 EUR/m² vorbehalten. Analysiert werden alle Angebote, die in den Börsen als Neubau deklariert werden. Darunter fallen teilweise auch renovierte Altbauten.  

Wohnungsbestand in Berlin

Ende 2018 gab es in Berlin knapp 327.000 Wohngebäude mit etwa 1,95 Millionen Wohnungen, von denen sich der Großteil in Geschosswohnbauten mit 3 oder mehr Einheiten befindet. Etwa 1,45 Millionen Wohnungen in Berlin sind vermietet. Rund 337.000 Einheiten, darunter auch Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern, werden von den Eigentümern selbst bewohnt. 

Kaufmarkt: Wohnungspreise Berlin

Stand 30.07.2021 , Median-Angebotspreise und Median-Angebotsmieten Bestand und Neubau, Datenbasis: Angebote IS24, Immowelt, Immonet, Zeitraum: 30.07.2021 - 3 Monate, prozentuale Veränderungen zum Vorjahreszeitraum

Zeitraum Bestand Median Angebotspreis Index (Basis 10 Jahre = 100) Neubau Median Angebotspreis Index (Basis 10 Jahre = 100)
Aktuelles Quartal 5.130 EUR/m² - 7.380 EUR/m² -
1 Jahr 4.860 EUR/m² 5,50 % 6.520 EUR/m² 13,20 %
3 Jahre 3.940 EUR/m² 30,10 % 6.040 EUR/m² 22,30 %
5 Jahre 3.110 EUR/m² 64,70 % 4.800 EUR/m² 53,60 %
10 Jahre 1.690 EUR/m² 202,90 % 3.140 EUR/m² 134,90 %

Angebotsmarkt: Clusterung nach Baujahren und Wohnungsgrößen

  • Bestand: ca. 34.190 Angebote auf IS24/Immowelt/Immonet 
  • Neubau: ca. 6.700 Angebote auf IS24/Immowelt/Immonet 

Das Bubblechart visualisiert die Kaufangebote geclustert nach Baujahresklassen, Wohnungsgrößen und Angebotspreisen. Obergrenze bei 300 m² Wohnfläche und einem 12.000 EUR/m² an. Selektieren Sie im Menü die anzuzeigenden Baujahresklassen. 

Preissegmente

Bei Unterteilung des Angebotsmarktes in Preissegmente zeigt sich eine parallel zum Preisanstieg stattfindende Abnahme der Angebotszahlen, bei gleichzeitigem Shift des unteren Preissegmentes in die höheren Hauptsegmente. 

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Mietwohnungsmarkt

Der Mietsanstieg in Berlin schwächt sich insgesamt ab. In unseren Auswertungen berücksichtigen wir die Mietangebote der gängigen Portale und Tageszeitungen in Berlin. Da kommunale Wohnungsbaugesellschaften dazu übergehen, Mietangebote über interne Kanäle zu vermitteln, muss davon ausgegangen werden, dass der durch uns ermittelte Medianwert der Angebotsmieten des freien Marktes bei Hinzunahme des kommunalen Bestandes niedriger ausfallen würde.

Bestandsmieten

Bestandswohnungen bis Baujahr 2015 werden, gerechnet auf die zurückliegenden 3 Monate, zu einer Medianmiete von rund 13,35 EUR/m² angeboten, was einer Entwicklung von ca. 18,90 % in 12 Monaten entspricht. Im 12-Monats-Median liegt der Angebotswert bei 12,05 EUR/m². In 5 Jahren betrug der Anstieg der Angebotsmieten im Bestand damit ca. 42,90 %.  

Mieten im Neubau

Die Angebotssmieten liegen aktuell bei durchschnittlich rund 19,95 EUR/m², was einer Preisanpassung zum Vorjahreszeitraum um etwa 12,10 % entspricht, bezogen auf 6.300 Angebote in 12 Monaten. Innerhalb der letzten 5 Jahre entwickelten sich die Kaltmieten im Neubau damit um etwa 62,90 %

Angebotsmieten, freier Wohnungsmarkt Berlin

Zeitraum Bestand Median Angebotspreis Index (Basis 10 Jahre = 100) Neubau Median Angebotspreis Index (Basis 10 Jahre = 100)
Aktuelles Quartal 13,35 EUR/m² - 19,95 EUR/m² -
1 Jahr 11,20 EUR/m² 18,90 % 17,80 EUR/m² 12,10 %
3 Jahre 11,00 EUR/m² 21,10 % 15,45 EUR/m² 29,20 %
5 Jahre 9,30 EUR/m² 42,90 % 12,25 EUR/m² 62,90 %

Mietwohnungen in Berlin: Angebotsmieten nach Bezirken

Entwicklung der Mietangebote in Berlin im Jahresverlauf. Die Angebotsmieten werden jeweils für drei Monate rückwirkend berechnet.

Bezirk Bestand 12 Monats-Preisentwicklung Bestand Median Angebotsmiete Neubau 12 Monats-Preisentwicklung Neubau Median Angebotsmiete
Charlottenburg
+16,50 % 16,30 EUR/m²
+11,00 % 22,35 EUR/m²
Friedrichshain
+7,40 % 17,30 EUR/m²
+11,60 % 22,35 EUR/m²
Köpenick
+12,80 % 12,00 EUR/m²
+15,50 % 16,90 EUR/m²
Kreuzberg
+7,70 % 17,20 EUR/m²
+5,40 % 23,15 EUR/m²
Lichtenberg
+38,80 % 12,50 EUR/m²
+8,00 % 15,85 EUR/m²
Marzahn-Hellersdorf
+24,30 % 9,45 EUR/m²
+29,30 % 13,00 EUR/m²
Mitte
+12,00 % 21,05 EUR/m²
+9,40 % 23,10 EUR/m²
Moabit
-6,70 % 17,00 EUR/m²
+10,20 % 20,95 EUR/m²
Neukölln
+11,20 % 11,10 EUR/m²
+19,30 % 19,80 EUR/m²
Pankow
+22,00 % 12,45 EUR/m²
+20,00 % 16,60 EUR/m²
Prenzlauer Berg
+21,70 % 17,95 EUR/m²
+7,90 % 22,00 EUR/m²
Reinickendorf
+8,00 % 9,85 EUR/m²
+21,00 % 18,00 EUR/m²
Schöneberg
+9,80 % 15,20 EUR/m²
+6,70 % 21,35 EUR/m²
Spandau
+4,20 % 8,75 EUR/m²
+21,30 % 16,25 EUR/m²
Steglitz
+20,70 % 12,75 EUR/m²
+6,50 % 19,70 EUR/m²
Tempelhof
+34,20 % 11,35 EUR/m²
+33,10 % 26,35 EUR/m²
Tiergarten
+7,30 % 18,30 EUR/m²
+9,70 % 21,05 EUR/m²
Treptow
+15,20 % 12,95 EUR/m²
+18,00 % 16,60 EUR/m²
Wedding
+25,20 % 13,80 EUR/m²
+13,90 % 20,10 EUR/m²
Weißensee
+27,60 % 14,60 EUR/m²
+12,60 % 16,90 EUR/m²
Wilmersdorf
+15,30 % 16,65 EUR/m²
+28,50 % 23,00 EUR/m²
Zehlendorf
+10,30 % 13,40 EUR/m²
-6,10 % 16,85 EUR/m²

Snapshot

Das Bubble Chart zeigt die Angebotsmieten der vergangenen 12 Monate auf dem Wohnungsmarkt in Berlin. Die Farben markieren die Baujahresklassen, die Größe der Bubbles die Quantität der Angebote, die Lage im Koordinatensystem Preisradius (Quadratmeter) und Wohnungsgrößen.

Mietsegmente

In den Mietpreissegmenten zeigt sich seit 2012 eine deutliche Verschiebung in höhere Preissegmente. Im 12-Monats-Zeitraum wurden etwa 39.380 Neuvermietungen angeboten. Das höchste Angebot registrieren wir in den mittleren Preissegmenten von 8 bis 11 EUR/m² und 11 bis 14 EUR/m². 

Wohnungsbedarf nach Bezirken

Unseren Auswertungen zufolge fehlen in Berlin derzeit etwa 205.000 Einheiten ohne Fluktuationsbestand zur Deckung des Wohnungsbedarfes. Das Defizit ergibt sich aus der Differenz des Quotienten aus Einwohnerzahl zu statistischer Haushaltsgröße, abzüglich des Wohnungsbestandes. Die Größe der Quader bezieht sich auf die Einwohnerzahl der Ortsteile, die Farbe zeigt das prozentuale Wohnungsdefizit bezogen auf den existierenden Wohnungsbestand. 

Neubau und Umwandlung

Die Mangelsituation auf dem Berliner Wohnungsmarkt ausschließlich den Zuzügen zuzurechnen, greift zu kurz. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Einwanderungswellen der letzten Jahre schon auf einem hohen Nachfrageüberhang aufsetzen. Im Jahr 2013 waren etwa 3,470 Millionen Einwohner in Berlin gemeldet. Bei einer statistischen Haushaltsgröße von 1,76 Personen lag der rechnerische Bedarf damals bei 1,971 Millionen Wohnungen. Der Hauptstadt fehlten schon damals rund 88.600 Wohnungen - und seitdem ist Berlin weiter gewachsen.

Bau- und Umwandlungsaktivität Berlin

Unsere Analysen umfassen die Baufertigstellungen seit 2001 (Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg) und die Umwandlungen seit 2010 (Quelle: GAA Berlin, Kaufpreissammlung). Aggregation der auf LOR- und Blockebene vorliegenden Zahlen. Baufertigstellungen und Umwandlungen stellen jeweils eigenständige Sachverhalte dar.

  • Baufertigstellungen entsprechen den Baufertigstellungsanzeigen von Neubauwohnungen sowie Dachgeschossausbauten und ähnlichen Projekten.
  • Umwandlungen werden nach dem Erstdatum der grundbuchlichen Eintragung erfasst. 

Milieuschutz in Berlin

Erhaltungsgebiete nach §172 BauGB (Baugesetzbuch), üblicherweise auf den Begriff "Milieuschutz" verkürzt, haben sich vom ursprünglich städtebaulichen zum politischen Instrument entwickelt. Für Eigentümer, Vermieter und Verkäufer ist Milieuschutz ein zentraler Themenkomplex. Die Erhaltungssatzung greift in nahezu jede Phase eines Immobilien-Engagements ein. Viele Eigentümer werden vom Milieuschutz überrascht, da deren Entstehung nicht transparent ist. Bitte besuchen Sie hierzu auch unseren Milieuschutzbereich, wo Sie einen Überblick über unsere Leistungen finden. Mit Hilfe unserer Milieuschutzkarte können Sie prüfen, ob Ihre Liegenschaft in einem Erhaltungsgebiet nach § 172 BauGB liegt, oder in einem Untersuchungs- oder Beobachtungsgebiet. Wir prüfen laufend alle relevanten BVV-Beschlüsse und aktualisieren unsere Milieuschutzkarte.

Bevölkerung in Berlin

Die Bevölkerung in Berlin setzt sich derzeit aus etwa 195 Nationalitäten zusammen. Neben 2.999.676 Bürgern deutscher Nationalität (Stand 2018), entfaltet die deutsche Hauptstadt ihre Dynamik und kulturelle Vielfalt in ihrer Internationalität. 

Räumliche Konzentration

Die Strukturen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund sind in Berlin sehr heterogen, zurückzuführen auf die historisch divergenten Entwicklungen vor der Wende. Noch heute ist der internationale Anteil der Bevölkerung im Westteil der Stadt fast dreimal so hoch, wie in den östlichen Bezirken. Sozialräumliche Muster sind sowohl hinsichtlich des Anteils von Migranten an der Gesamtbevölkerung der Bezirke und Quartiere als auch bezüglich der Herkunft erkennbar. In unserer Map können Sie nach Nationalitäten filtern und auf Bezirks- und LOR-Ebene den Anteil Ihrer Selektion anzeigen lassen.

Fast 200 Nationen

Die Bevölkerung in Berlin setzt sich derzeit aus fast 200 Nationalitäten zusammen und beträgt rund 3,88 Millionen Menschen. Neben 2.99 Millionen Bürgern deutscher Nationalität (Stand 2019), entfaltet die deutsche Hauptstadt ihre Dynamik und kulturelle Vielfalt im Zusammenleben mit ausländischen Bürgern. Das Chart zeigt die Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung nach Nationalität.

Wanderungsbewegungen

Die Attraktivität Berlins drückt sich in Zuzügen aus, die sich in ihrer Zusammensetzung ständig verändern. Migrationszahlen weisen Unschärfen auf. Meist ist die Motivation sich als Zuziehender behördlich zu melden, größer, als sich wieder abzumelden, wenn die Stadt verlassen wird. Auch melden sich viele Menschen in Berlin, ohne tatsächlich hier zu leben, andere leben hier, ohne gemeldet zu sein. Mit etwa 20.500 Personen im Saldo, fällt das Wachstum für das Jahr 2019 im Vergleich mit den Vorjahren verhältnismäßig gering aus. Nach Nationalitäten gegliedert führen Zuwanderungen aus Polen, den USA, Rumänien die Liste an, gefolgt von Indien und Bulgarien. Im innerdeutschen Verhältnis beträgt das Saldo etwa 40 Personen. Suburban verliert Berlin im Jahr 2019 etwa 14.757 Personen an die Brandenburger Nachbargemeinden. Die meisten Fortzüge entfalten sich nach Oberhavel, Barnim, Dahme-Spree, Märkisch Oberland und Teltow-Fläming.

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Dieser Report wurde zuletzt am 30.07.2021 aktualisiert.

Disclaimer

Der Guthmann Marktreport ist ein teilautomatisierter Monitor des Immobilienmarktes Berlin. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert und erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen. Für Vollständigkeit, Abweichungen, Änderung und Fehler übernehmen wir keine Haftung. Unser Report stellt keine Investment Empfehlung dar.

Quellen

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Einwohnerregisterstatistik (Bewegungsdaten), Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestandes, Fortschreibung Umwandlungen, Ergebnisse des Haushaltegenerierungsverfahren KOSIS-HHGen, Baufertigstellungen. IMV GmbH: Rohdaten Preise und Mieten. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen: Umwandlungsdaten (2018), Geoportal Berlin (FIS-Broker). Immobilienverband Deutschland IVD (2018/2019): Immobilienpreisservice 2018/2019. GAA (Gutachter Ausschuss Berlin) Fortschreibung Umwandlungsdaten (Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Berlin)

Methodik

Wohnungsdefizit (Treemap): Das Amt für Statistik schreibt die Haushaltsdaten auf Grundlage des Mikrozensus 2011 fort. Ermittlung Haushaltsanzahl und statistische Haushaltsgröße über Haushaltsgenerierungsverfahren (KOSIS). Wir berechnen die tatsächliche Haushaltsgröße / Wohnungsdefizite über das Verhältnis Anzahl der Haushalte zur Anzahl der Wohnungen.
Kaufpreise und Mieten (Charts und Reports): Berechnung des Median auf Grundlage von Rohdaten, eigene Visualisierung. Es handelt sich um Angebotsdaten. Migrationen: Aggregation und Visualisierung auf Grundlage der Bewegungsdaten.

schliessen

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