Letztes Update: 16.05.2022

Berlin Immobilien Report 2022

Rund 1.000.000 Leser können sich nicht täuschen. Die Services und Reports von Guthmann Estate sind die beste Grundlage für Ihren Erfolg.

(K)ein Ende des Booms in Sicht?

Trotz Corona, Ukraine, steigender Zinsen und Inflation: Auch im zweiten Quartal 2022 ist kein Ende des fast 15 Jahre andauernden Superzyklus absehbar. Die Preise steigen weiter, allerdings langsamer als zuvor. Entgegen erster Befürchtungen bleibt der Krieg in der Ukraine bislang und mit Ausnahme der Belastung im Bausektor durch höhere Energie- und Materialkosten, weitgehend ohne Folgen für den Berliner Immobilienmarkt. In einem Blogbeitrag gehen wir näher auf die Frage ein, in welchem Stadium der Berliner Immobilienzyklus sich befindet. Zusammengefasst sind die dominierenden preisbildenden Faktoren in Berlin derzeit:

Sachwerte vs. Inflation

Unter dem Einfluss geopolitischer Unsicherheit und rapide steigender Inflation erweisen sich Immobilien in Berlin weiter als ultra-verlässlicher und wichtiger Sachwert. Der Immobilienmarkt in der deutschen Hauptstadt ist widerstandsfähig und ein zuverlässiger Schutz vor Wertverlust.

Steigende Zinsen vs. Hohe Liquidität

Die Banken antizipieren Leitzinserhöhungen der EZB und erhöhen die Kreditzinsen. Gleichzeitig ist die Liquidität bei privaten und institutionellen Anlegern anhaltend hoch. Mit Blick auf bevorstehende Leitzinserhöhungen werden Geldreserven aktiviert. Wer kaufen kann, der kauft. Für Wohnungskäufer sind noch keine Entlastungen spürbar, die durch die steigenden Zinsen in Form von sinkenden Wohnungspreisen 

Steigende Baukosten vs. Angebotsverknappung

Die seit Jahren steigenden Baukosten werden durch Sanktionen, unterbrochene Lieferwege und Totalausfälle russischer Produzenten zusätzlich befeuert. Insbesondere Holz und Stahl sowie erdölnahe Produkte sind betroffen. Kostensteigerungen werden an Käufer weitergegeben. Gleichzeitig kommen weniger Objekte an den Markt, weil unrentable Neubauvorhaben verschoben werden. Die Folge: Preisschübe für das verbleibende Angebot.  

Regulierung vs. Fluktuation

Die umfassende Regulierung des Wohnungsmarktes führt zu nachhaltig weniger Angebot. Milieuschutzgebiete und Umwandlungsverbot verhindern Sickereffekte. Wo kein neues Angebot durch Aufteilung geschaffen werden kann, steigt der Marktwert bereits aufgeteilten Wohneigentums.

Mikrotrends vs. Preisüberteibungen

Anstelle weitgehend undifferenzierter zweistelliger Preissteigerungen über alle Lagen Berlins hinweg, treten punktuelle und lagespezifische Entwicklungen. Preisübertreibungen werden nicht mehr automatisch bedient.

Objektqualität vs. Nachholeffekte

Technischer Zustand, Mietentwicklung und Lagequalitäten einer Immobilie werden mit auslaufenden Nachholeffekten immer wichtiger. Vernachlässigte Immobilien finden nicht mehr automatische einen Abnehmer.

Berlin Immobilien: Kaufmarkt

In Berlin kommen Jahr für Jahr immer weniger Immobilien an den Markt. Wir haben den Angebotsverlauf von 2008 bis 2022 verglichen und geprüft, wieviel Immobilienangebote (Bestand) je Kalenderwoche neu an den Markt kommen. Die Grafik zeigt, wie das Angebot Jahr um Jahr schrumpft.

Angebotspreise steigen um rund 5 Prozent

Stand 16.05.2022 liegt der von uns ermittelte Median-Angebotspreis für Kauf-Immobilien in Berlin bei etwa 5.380 EUR/m², was einer Entwicklung um ca. 4,50 % zum gleichen Zeitraum vor einem Jahr entspricht. Zum ersten Mal seit Jahren steigen die Kaufpreise damit etwas langsamer, aber noch immer spürbar.  In 12 Monaten wurden im Bestandssegment etwa 26.010 Wohnungen auf den Hauptbörsen (IS24, Immowelt, Immonet) angeboten. Die Entwicklung erfolgt nicht homogen über alle Bezirke. Während einige Lage prosperieren, werden die Preiserwartungen von Verkäufern in einigen Trendlagen etwas gedämpft. 

Neubausegment: Steile Preiskurve mit Delle

Druckvoller als Bestandsimmobilien haben sich die Neubaupreise entwickelt, wo der 12-Monats-Median-Listenpreis bei rund 8.170 EUR/m² liegt. Allerdings entwickeln sich auch hier die Angebote rückläufig. In den letzten 12 Monaten wurden etwa 5.080 Objekte an den Markt gebracht, die Preise zogen über das gesamte Stadtgebiet um rund 18,50 % an. 

Preisindex Berlin Immobilien

Stand 16.05.2022 , Median-Angebotspreise Bestand und Neubau.

Zeitraum Bestand Median Angebotspreis Index (Basis 10 Jahre = 100) Neubau Median Angebotspreis Index (Basis 10 Jahre = 100)
Aktuelles Quartal 5.380 EUR/m² - 8.360 EUR/m² -
1 Jahr 5.140 EUR/m² 4,50 % 7.050 EUR/m² 18,50 %
3 Jahre 4.400 EUR/m² 22,30 % 6.220 EUR/m² 34,50 %
5 Jahre 3.530 EUR/m² 52,40 % 5.300 EUR/m² 57,70 %
10 Jahre 1.980 EUR/m² 172,30 % 3.500 EUR/m² 139,10 %
Datenbasis: Angebote IS24, Immowelt, Immonet, Zeitraum: 16.05.2022 - 3 Monate, prozentuale Veränderungen zum Vorjahreszeitraum

Angebotsmarkt: Clusterung nach Baujahren und Wohnungsgrößen

  • Bestand: ca. 26.010 Angebote auf IS24/Immowelt/Immonet 
  • Neubau: ca. 5.080 Angebote auf IS24/Immowelt/Immonet 

Das Bubblechart visualisiert die Kaufangebote geclustert nach Baujahresklassen, Wohnungsgrößen und Angebotspreisen. Obergrenze bei 300 m² Wohnfläche und einem 12.000 EUR/m². Selektieren Sie im Menü die anzuzeigenden Baujahresklassen. 

Markttrends

Berlin liegt als deutscher Top-Standort für Wohn-Immobilien weiter im Trend. Insbesondere Wohnimmobilien sind als Investment gefragt, da Engagements vom Mikro-Investment bis zum Zinshaus skaliert werden können. Auch in der Pandemie haben sich Wohnimmobilien in Berlin als krisenresistent erwiesen und bislang bleibt der Ukrainekrieg weitgehend ohne Auswirkung auf den Berliner Immobilienmarkt. Die Preisentwicklungen werden weiter durch die Nachfrage getragen. Organische Zuzüge nehmen wieder an Fahrt auf, sind aber noch nicht zurück auf Vor-Pandemie-Niveau. Es ist zu erwarten, dass die große Anzahl von Fliehenden, die ihre Heimat in der Ukraine zurücklassen müssen, zusätzlichen Druck auf den Immobilienmarkt ausüben wird. 

Derzeit drehen die Banken an der Zinsschraube für Immobilienfinanzierungen, was den Spielraum privater Investoren etwas drückt. Gleichzeitig ist der Investitionsdruck trotz steigender Zinsen sehr hoch und viel Liquidität im Umlauf. Objekte werden jedoch sehr genau geprüft und übertriebene Preisvorstellungen von Eigentümern nicht mehr automatisch bedient. 

Über Regulierung wird in Berlin derzeit wenig gesprochen; sie wird von den meisten Marktakteuren als neue Normalität akzeptiert. Die größten Streitpunkte, Mietendeckel und Vorkaufspraxis, sind im Jahr 2021 mit den höchstrichterlichen Gerichtsurteilen aus Karlsruhe und Leipzig geklärt worden. Im Hintergrund wird weiter an "neuen" Ideen gearbeitet. Weiter unten haben wir versucht, in einem Regulierungsradar die Ideen, Anträge und Konstellationen zur Regulierung für Sie auf den Punkt zu bringen.   

Zuletzt ist die Bauaktivität in Berlin auf einem hohen Niveau und wird langfristig den Mietmarkt entspannen. Die steigenden Kosten für Grundstücke und Bau lassen die Preise für neue Eigentumswohnungen in Berlin allerdings schnell steigen und entfalten eine Sogwirkung auf die Preise für Bestandswohnungen. Die Grenze für Preissteigerungen im Eigentumssegment in Berlin werden die Kaufkraft und die Haushaltsnettoeinkommen sein.

Unser Marktbarometer Berlin zeigt für die zurückliegenden 12 Monate mit rund 4,50 % Prozent eine moderate Entwicklung an. Wir beobachten rückläufige Entwicklungen derzeit in Neukölln, Tiergarten und Weißensee. In Friedrichshain, Wedding und Prenzlauer Berg sowie in Steglitz stiegen die Preise in 12 Monaten erheblich moderater als zuvor. 

Bezirk Bestand 12 Monats-Preisentwicklung Bestand Median Angebotspreis Neubau 12 Monats-Preisentwicklung Neubau Median Angebotspreis
Charlottenburg
+11,90 % 6.160 EUR/m²
+35,20 % 11.920 EUR/m²
Friedrichshain
+3,30 % 5.350 EUR/m²
+14,90 % 9.900 EUR/m²
Köpenick
+8,30 % 4.820 EUR/m²
+15,70 % 7.020 EUR/m²
Kreuzberg
+9,00 % 7.000 EUR/m²
+1,10 % 9.190 EUR/m²
Lichtenberg
+5,90 % 4.740 EUR/m²
+11,10 % 6.970 EUR/m²
Marzahn-Hellersdorf
+16,70 % 3.860 EUR/m²
+8,30 % 5.830 EUR/m²
Mitte
+28,30 % 9.410 EUR/m²
+14,60 % 11.420 EUR/m²
Moabit
+14,40 % 5.280 EUR/m²
+37,40 % 10.560 EUR/m²
Neukölln
-3,00 % 4.460 EUR/m²
+16,90 % 8.820 EUR/m²
Pankow
+24,60 % 5.600 EUR/m²
+23,90 % 7.290 EUR/m²
Prenzlauer Berg
+6,70 % 6.620 EUR/m²
+55,30 % 11.460 EUR/m²
Reinickendorf
+7,10 % 4.110 EUR/m²
+18,10 % 7.190 EUR/m²
Schöneberg
+15,20 % 5.780 EUR/m²
+10,60 % 9.980 EUR/m²
Spandau
+6,40 % 4.150 EUR/m²
+6,80 % 6.120 EUR/m²
Steglitz
+3,90 % 4.910 EUR/m²
+29,20 % 8.610 EUR/m²
Tempelhof
+13,30 % 4.500 EUR/m²
+11,90 % 6.280 EUR/m²
Tiergarten
+0,10 % 7.070 EUR/m²
+42,70 % 13.330 EUR/m²
Treptow
+11,60 % 4.540 EUR/m²
+24,50 % 7.210 EUR/m²
Wedding
+4,60 % 4.380 EUR/m²
+23,90 % 8.050 EUR/m²
Weißensee
-11,80 % 5.050 EUR/m²
+15,20 % 7.910 EUR/m²
Wilmersdorf
+7,00 % 6.590 EUR/m²
+4,60 % 9.270 EUR/m²
Zehlendorf
+15,50 % 6.130 EUR/m²
+17,90 % 10.060 EUR/m²

Politische Aussichten 2022

In der neuen Regierung gibt es wieder ein eigenständiges Bundesministerium, unter das auch die Zuständigkeit für Bauwesen, Bauwirtschaft, Wohnen und Stadtentwicklung fällt. Bundesministerin Klara Geywitz (SPD), die das Ressort leitet, hat bemerkenswerte Personalien an ihre Seite geholt. Staatssekretär Sören Bartol und Staatssekretärin Cansel Kiziltepe, beide SPD, haben sich als klare Befürworter des gescheiterten Mietendeckels und der Vorkaufspraxis profiliert. Bartol zufolge, hat sich das BVG nicht inhaltlich gegen den Berliner Mietendeckel ausgesprochen, sondern lediglich die Kompetenz dafür beim Bund verortet. Kiziltepe fordert, die Vorkaufspraxis rechtssicher zu machen und um ein "nachbarschaftliches Vorkaufsrecht" zu erweitern. 

Welche Vorhaben es in den kommenden vier Jahren auf die Agenda schaffen, wird nicht nur von politischen Ideen, sondern auch von der Kassenlage im Bund abhängen.  

  • Als mögliches Szenario gilt daher nach wie vor das Thema der Gewinnbesteuerung. Darunter fiele eine mögliche Abschaffung der Spekulationsfrist in der jetzigen Form oder die Verlängerung der Haltedauer.
  • Als wahrscheinlich gilt es, dass Share Deals umstrukturiert und wirtschaftlich uninteressant gemacht werden sollen.
  • Ein bundesweiter Mietendeckel gilt als unwahrscheinlich, ein sogenanntes Mietmoratorium nicht. 
  • Neu ist auch die DIW Idee einer Sonderabgabe auf hohe Mieten
  • Als fast sicher gilt die Kappung der zulässigen Mieterhöhung von derzeit 15 auf 11 Prozent in 3 Jahren.
  • Als möglich gilt auch ein Vorhaben zur Verpflichtung der Gemeinden auf Erstellung eines Mietspiegels auf einheitlicher Grundlage.
  • Auch eine Verschärfung der Mietpreisbremse gilt als wahrscheinlich.

Es wird deutlich, dass die kommende Legislaturperiode nicht nur von größeren Anstrengungen im Neubau geprägt sein wird, sondern auch von Regulierungsbestrebungen. Gut möglich also, dass die auf Berliner Ebene gescheiterten Vorhaben unter der Zuständigkeit des Bundes reanimiert werden. Dabei wird zu beobachten sein, wie ein möglicher Interessensausgleich zwischen Finanzen (FDP), Justiz (FDP), Innenministerium (SPD) und Wohnen und Bauen (SPD) aussehen wird. 

Schnellbewertung Ihrer Immobilie in Berlin

Als einzige Immobilienmakler in Berlin verfügen wir über ein Immobilienbewertungstool aus eigener Entwicklung, mit dem Sie in Sekunden den marktüblichen Preisrahmen für Ihre Wohnung auf Grundlage tausender Vergleichsangebote ermitteln können. Transparent, ohne Angabe Ihrer persönlicher Daten und ohne nervige Akquiseanrufe. Wenn Sie eine präzisere und individuelle Einschätzung wünschen, steht eines der versiertesten Teams von Immobilienmaklern in Berlin an Ihrer Seite.

Features

Mietwohnungsmarkt Berlin

In 2019 und 2020 verlief der Mietwohnungsmarkt in Berlin sehr ruhig. Zuletzt beschleunigte sich die Preisentwicklung wieder. Bestandswohnungen bis Baujahr 2015 werden derzeit, gerechnet auf die zurückliegenden 3 Monate, zu einer Medianmiete von rund 13,05 EUR/m² angeboten, was einer Entwicklung von ca. 3,90 % in 12 Monaten entspricht. Im 12-Monats-Median liegt der Angebotswert bei 12,90 EUR/m². In 5 Jahren betrug der Anstieg der Angebotsmieten im Bestand damit ca. 29,40 %.  

Mieten im Neubau

Die Angebotssmieten liegen aktuell bei durchschnittlich rund 21,25 EUR/m², was einer Preisanpassung zum Vorjahreszeitraum um etwa 11,10 % entspricht, bezogen auf 3.490 Angebote in 12 Monaten. Innerhalb der letzten 5 Jahre entwickelten sich die Kaltmieten im Neubau damit um etwa 53,70 %

Preisindex Mieten Berlin

Stand 16.05.2022 , Median-Angebotsmieten Bestand und Neubau.

Zeitraum Bestand Median Angebotspreis Index (Basis 10 Jahre = 100) Neubau Median Angebotspreis Index (Basis 10 Jahre = 100)
Aktuelles Quartal 13,05 EUR/m² - 21,25 EUR/m² -
1 Jahr 12,55 EUR/m² 3,90 % 19,10 EUR/m² 11,10 %
3 Jahre 11,25 EUR/m² 15,90 % 15,45 EUR/m² 37,60 %
5 Jahre 10,10 EUR/m² 29,40 % 13,80 EUR/m² 53,70 %

Angebotsmarkt: Clusterung nach Baujahren und Wohnungsgrößen in 12 Monaten

  • Bestand: ca. 37.260 Angebote auf IS24/Immowelt/Immonet 
  • Neubau: ca. 3.120 Angebote auf IS24/Immowelt/Immonet 

Das Bubblechart visualisiert die Mietangebote geclustert nach Baujahresklassen, Wohnungsgrößen und Angebotsmieten. Obergrenze bei 250m² und 30 EUR/m². Selektieren Sie im Menü die anzuzeigenden Baujahresklassen. 

Angebotsmieten in den Bezirken

Entwicklung der Mietangebote in Berlin im Jahresverlauf. Die Angebotsmieten werden jeweils für drei Monate rückwirkend berechnet.

Bezirk Bestand 12 Monats-Preisentwicklung Bestand Median Angebotsmiete Neubau 12 Monats-Preisentwicklung Neubau Median Angebotsmiete
Charlottenburg
+3,50 % 16,95 EUR/m²
+55,90 % 31,70 EUR/m²
Friedrichshain
+1,00 % 18,00 EUR/m²
+26,50 % 26,20 EUR/m²
Köpenick
+8,10 % 12,95 EUR/m²
+10,80 % 17,95 EUR/m²
Kreuzberg
+2,60 % 18,45 EUR/m²
-12,90 % 22,85 EUR/m²
Lichtenberg
-1,40 % 11,50 EUR/m²
-8,10 % 15,75 EUR/m²
Marzahn-Hellersdorf
+0,30 % 9,25 EUR/m²
+24,70 % 14,95 EUR/m²
Mitte
+9,10 % 22,45 EUR/m²
+34,40 % 30,65 EUR/m²
Moabit
+14,40 % 18,25 EUR/m²
+38,00 % 26,55 EUR/m²
Neukölln
+16,00 % 12,55 EUR/m²
-11,20 % 17,45 EUR/m²
Pankow
+3,40 % 11,65 EUR/m²
-0,20 % 17,15 EUR/m²
Prenzlauer Berg
-2,60 % 17,50 EUR/m²
+7,60 % 24,20 EUR/m²
Reinickendorf
+6,50 % 10,75 EUR/m²
+31,70 % 19,70 EUR/m²
Schöneberg
+17,00 % 16,65 EUR/m²
-7,90 % 21,70 EUR/m²
Spandau
+9,00 % 9,15 EUR/m²
+6,80 % 18,10 EUR/m²
Steglitz
+4,50 % 12,55 EUR/m²
+20,20 % 19,95 EUR/m²
Tempelhof
+0,20 % 10,05 EUR/m²
-6,50 % 19,45 EUR/m²
Tiergarten
+8,20 % 20,00 EUR/m²
+17,40 % 24,65 EUR/m²
Treptow
-9,10 % 12,05 EUR/m²
+12,80 % 17,35 EUR/m²
Wedding
-2,90 % 12,90 EUR/m²
+1,80 % 20,40 EUR/m²
Weißensee
+1,00 % 14,00 EUR/m²
+20,40 % 21,95 EUR/m²
Wilmersdorf
+11,20 % 18,80 EUR/m²
+17,00 % 26,10 EUR/m²
Zehlendorf
+8,10 % 14,30 EUR/m²
-0,70 % 18,15 EUR/m²

Wohnungsbestand in Berlin

Fehlende Alternativen für kleiner werdende Haushalte führen zu blockierten Sickereffekten und verschärfen das Berliner Wohnungsproblem weiter, weil die älter und kleiner werdenden Haushalte auf einen leergefegten Wohnungsmarkt treffen. Große Wohnungen sind unterbelegt, kleine Wohnungen überbelegt. Das Wohnungsdefizit ist nicht in allen Bezirken gleich groß; innerhalb des S-Bahn-Rings fehlen die meisten Einheiten. Über die durchschnittlichen Haushaltsgrößen in den Bezirken gibt das Amt für Statistik Auskunft. Zuletzt wurden die Haushaltsgrößen im Zensus 2011 erhoben und werden seither statistisch fortgeschrieben. Aktuelle Zahlen werden vom Amt nicht veröffentlicht, so dass die realen Haushaltsgrößen in Berlin nur geschätzt werden können. Eine rechnerische Annäherung versuchen wir, indem wir die Zahlen gemeldeter Haushalte ins Verhältnis zur Anzahl von Wohnungen setzen. Die Zahlen liegen auf kleinräumlicher statistischer Planungsebene LOR vor, die wir zu den Altbezirken aggregieren. Das Ergebnis ist die folgende Grafik, die den Nachfrageüberhang in den Bezirken darstellt. Unter Nachfrageüberhang verstehen wir die Anzahl von Wohnungen, die notwendig wären, um die statistische Haushaltsgröße zu erreichen.      

Ende 2020 gab es in Berlin knapp 330.000 Wohngebäude mit etwa 1,98 Millionen Wohnungen, von denen sich der Großteil in Geschosswohnbauten mit 3 oder mehr Einheiten befindet. Etwa 1,64 Millionen Wohnungen in Berlin sind vermietet. Rund 340.000 Einheiten, darunter auch Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern, werden von den Eigentümern selbst bewohnt. 

Neubau und Umwandlung

Die Mangelsituation auf dem Berliner Wohnungsmarkt ausschließlich den Zuzügen zuzurechnen, greift zu kurz. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Einwanderungswellen der letzten Jahre schon auf einem hohen Nachfrageüberhang aufsetzen. Im Jahr 2013 waren etwa 3,470 Millionen Einwohner in Berlin gemeldet. Bei einer statistischen Haushaltsgröße von 1,76 Personen lag der rechnerische Bedarf damals bei 1,971 Millionen Wohnungen. Der Hauptstadt fehlten schon damals rund 88.600 Wohnungen - und seitdem ist Berlin weiter gewachsen.

Bau- und Umwandlungsaktivität Berlin

Unsere Analysen umfassen die Baufertigstellungen seit 2001 (Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg) und die Umwandlungen seit 2010 (Quelle: GAA Berlin, Kaufpreissammlung). Aggregation der auf LOR- und Blockebene vorliegenden Zahlen. Baufertigstellungen und Umwandlungen stellen jeweils eigenständige Sachverhalte dar.

  • Baufertigstellungen entsprechen den Baufertigstellungsanzeigen von Neubauwohnungen sowie Dachgeschossausbauten und ähnlichen Projekten.
  • Umwandlungen werden nach dem Erstdatum der grundbuchlichen Eintragung erfasst. 

Milieuschutz in Berlin

Erhaltungsgebiete nach §172 BauGB (Baugesetzbuch), üblicherweise auf den Begriff "Milieuschutz" verkürzt, haben sich vom ursprünglich städtebaulichen zum politischen Instrument entwickelt. Für Eigentümer, Vermieter und Verkäufer ist Milieuschutz ein zentraler Themenkomplex. Die Erhaltungssatzung greift in nahezu jede Phase eines Immobilien-Engagements ein. Viele Eigentümer werden vom Milieuschutz überrascht, da deren Entstehung nicht transparent ist. Bitte besuchen Sie hierzu auch unseren Milieuschutzbereich, wo Sie einen Überblick über unsere Leistungen finden. Mit Hilfe unserer Milieuschutzkarte können Sie prüfen, ob Ihre Liegenschaft in einem Erhaltungsgebiet nach § 172 BauGB liegt, oder in einem Untersuchungs- oder Beobachtungsgebiet. Wir prüfen laufend alle relevanten BVV-Beschlüsse und aktualisieren unsere Milieuschutzkarte.

Bevölkerung in Berlin

Die Bevölkerung in Berlin setzt sich derzeit aus etwa 200 Nationalitäten zusammen. Neben etwa 3 Millionen Bürgern deutscher Nationalität, entfaltet die deutsche Hauptstadt ihre Dynamik und kulturelle Vielfalt in ihrer Internationalität. 

Räumliche Konzentration

Die Strukturen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund sind in Berlin sehr heterogen, zurückzuführen auch auf die divergenten Entwicklungen vor der Wende. Noch heute ist der internationale Anteil der Bevölkerung im Westteil der Stadt fast dreimal so hoch, wie in den östlichen Bezirken. Sozialräumliche Muster sind sowohl hinsichtlich des Anteils von Migranten an der Gesamtbevölkerung der Bezirke und Quartiere als auch bezüglich der Herkunft erkennbar. In unserer Map können Sie nach Nationalitäten filtern und auf Bezirks- und LOR-Ebene den Anteil Ihrer Selektion anzeigen lassen.

Fast 200 Nationen

Die Bevölkerung in Berlin setzt sich derzeit aus fast 200 Nationalitäten zusammen und beträgt rund 3,77 Millionen Menschen. Neben 2.98 Millionen Bürgern deutscher Nationalität (Stand 2020), entfaltet die deutsche Hauptstadt ihre Dynamik und kulturelle Vielfalt im Zusammenleben mit ausländischen Bürgern. Das Chart zeigt die Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung nach Nationalität.

Wanderungsbewegungen

Die Attraktivität Berlins drückt sich in Zuzügen aus, die sich in ihrer Zusammensetzung laufend verändern. Da die Motivation sich als Zuziehender behördlich zu melden größer ist, als sich wieder abzumelden weisen Bevölkerungs- und Zuzugszahlen immer Umschärfen auf. Viele Menschen sind in Berlin gemeldet, ohne hier zu leben, andere leben hier, ohne gemeldet zu sein. 

  • Alle Migrationen
  • International
  • National
  • Suburban
  • Binnen

Dieser Report wurde zuletzt am 16.05.2022 aktualisiert.

Disclaimer

Der Guthmann Marktreport ist ein teilautomatisierter Monitor des Immobilienmarktes Berlin. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert und erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen. Für Vollständigkeit, Abweichungen, Änderung und Fehler übernehmen wir keine Haftung. Unser Report stellt keine Investment Empfehlung dar.

Quellen

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Einwohnerregisterstatistik (Bewegungsdaten), Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestandes, Fortschreibung Umwandlungen, Ergebnisse des Haushaltegenerierungsverfahren KOSIS-HHGen, Baufertigstellungen. IMV GmbH: Rohdaten Preise und Mieten. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen: Umwandlungsdaten (2018), Geoportal Berlin (FIS-Broker). Immobilienverband Deutschland IVD (2018/2019): Immobilienpreisservice 2018/2019. GAA (Gutachter Ausschuss Berlin) Fortschreibung Umwandlungsdaten (Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Berlin)

Methodik

Wohnungsdefizit (Treemap): Das Amt für Statistik schreibt die Haushaltsdaten auf Grundlage des Mikrozensus 2011 fort. Ermittlung Haushaltsanzahl und statistische Haushaltsgröße über Haushaltsgenerierungsverfahren (KOSIS). Wir berechnen die tatsächliche Haushaltsgröße / Wohnungsdefizite über das Verhältnis Anzahl der Haushalte zur Anzahl der Wohnungen.
Kaufpreise und Mieten (Charts und Reports): Berechnung des Median auf Grundlage von Rohdaten, eigene Visualisierung. Es handelt sich um Angebotsdaten. Migrationen: Aggregation und Visualisierung auf Grundlage der Bewegungsdaten.

schliessen

Unser Marktreport überzeugt Sie?

Verlassen Sie sich auf eines der besten Makler-Teams in Berlin. Fordern Sie eine kostenlose und unverbindliche Markteinschätzung für Ihre Immobilie an. 

Mit dem Absenden des Formulars stimme ich der Datenschutzrichtlinie der Guthmann Estate GmbH zu und willige einer Kontaktaufnahme ein.