Einleitung
Mit dem veränderten Zinsumfeld seit 2022 stabilisiert sich der Berliner Mietshausmarkt im ersten Quartal 2026 auf einem neuen Niveau. Die Konsolidierungsphase ist weitgehend abgeschlossen, die Marktdynamik folgt jedoch anderen Parametern als in der Niedrigzinsphase.
Käufer kalkulieren derzeit im Mittel mit dem 22,4-Fachen der Jahresnettokaltmiete; dies entspricht einer Brutto-Anfangsrendite von rund 4,5 %. 2021, auf dem Höhepunkt des Marktes, lag der Faktor bei 32,1. Für Verkäufer bedeutet dies eine Anpassung der Preisniveaus. Käufer agieren selektiv: Finanzierungskosten zwischen 3,6 % und 3,9 % erfordern eine belastbare Kalkulation, um die Investition langfristig tragfähig zu strukturieren.
Der Fokus verlagert sich von der reinen Lage hin zu Substanz und Finanzierbarkeit. Ein aktives Management der Immobilie – insbesondere durch vorausschauende Mietentwicklung und konsequenten Substanzerhalt – wird zu einem zentralen Hebel im Verkaufsprozess.
Der vorliegende Report analysiert kompakt die Parameter, die 2026 für den Berliner Mietshausmarkt maßgeblich sind. Für eine Einordnung im konkreten Ankaufs- oder Verkaufsfall stehen wir im persönlichen Austausch zur Verfügung.
Chronologie
Über Dekaden wurde der Berliner Markt für Mietshäuser von niedrigen Mieten und Objektwerten geprägt. Die Mieterträge waren lange Zeit zu niedrig, um bei der Bewertung eine Rolle zu spielen. Im Jahr 2000 lag der mittlere Kaufpreis bei rund 500 €/m² Wohnfläche und der Faktor bei 11,2 x der Jahresnettokaltmiete. Beides spiegelt den Zustand des Häuserbestandes in dieser Zeit: Außen-WCs, Kohleöfen, Vorkriegs-Elektrik und Einfachverglasung – der größte Teil der Berliner Mietshäuser litt an aufgestauten Instandhaltungsdefiziten. Mit den niedrigen Mieteinnahmen konnten, wenn überhaupt, nur dringende Maßnahmen bezahlt werden. In den innerstädtischen Altbaugebieten Ost-Berlins machte sich zudem in den Nachwendejahren großflächig Leerstand breit. Schätzungen zufolge lag die Quote in den Altbauten im Ostteil 1998 bei über 30 %. Berlinweit gab es 2002 fast 200.000 leerstehende Wohnungen.
Aufwärtstrend ab 2010
Eine Zeitung schrieb 2004, nicht einmal geschenkt würde jemand Berliner Häuser nehmen. Der Autor wäre überrascht gewesen, welche Wendung der Berliner Zinshausmarkt ab 2010 nahm. Während in Europa die Immobilienmärkte im Strudel der internationalen Turbulenzen an den Finanzmärkten einbrachen, entwickelte sich Berlin gegenläufig. Statt zu fallen, wurde der Wohnungsmarkt für internationale Investoren attraktiv. Ab 2010 begannen Immobilien in Berlin langsam und ab 2011 deutlich im Preis zu steigen. Parallel zu den Quadratmeterpreise stiegen bei Mietshäusern die Faktoren. Die sich anschließende europäische Schuldenphase verstärkte den Trend und mit sinkenden Bauzinsen wurde die Preiskurve steiler. Neben den niedrigen Zinsen befeuerte auch der wachsende Zuzug junger Menschen aus Europa und den USA die Nachfrage. Mit ihnen hielt auch die Idee des Wohnungskaufs Einzug in die Mieterstadt Berlin. Kaufpreise und Mieten waren im internationalen Vergleich ausgesprochen niedrig und Berlin bot viele Entfaltungsmöglichkeiten. Die Nachfrage stieg, Leerstände verschwanden, die Mieten zogen an. Eigentümer nutzten die neue Liquidität, um zu modernisieren und zu transformieren. Aus grauen Blöcken wurden lebendige Kieze. Mit der Aufwertung des Häuserbestandes und der Quartiere stiegen die Kaufpreise. Immobilien in Berlin waren im internationalen Fokus.
Korrekturphase 2022 - 2025
Die Kombination aus niedrigen Zinsen, Zuzug, Nachholeffekten, günstigen Kaufpreisen bei attraktiven Anfangsrenditen war ab 2011 ein wesentlicher Treiber auf dem Berliner Wohnungs- und Zinshausmarkt. Als Folge des Ukrainekrieges stieg ab 2021 die Inflationsrate und die Europäische Zentralbank reagierte mit einer schnellen Folge von Zinserhöhungen. 2022 setzte eine Korrekturphase am Immobilienmarkt ein, die die Kaufpreise auf das Niveau von 2017 und die Preisfaktoren auf das von 2015 zurückführte.
ℹ️ In 15 Jahren ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Mietshäuser von ca. 1.080 €/m² auf 2.540 €/m² gestiegen. Das durchschnittliche jährliche Preiswachstum beträgt 6,7 %.
Kennzahlen
Abschlüsse
Mit der Zinswende ging die Transaktionsaktivität am Berliner Mietshausmarkt deutlich zurück: Von 914 Verkäufen (2021) über 751 (2022) auf 601 Transaktionen im Jahr 2023.
Bereits seit 2024 belegen die Zahlen des Gutachterausschusses Berlin eine Marktbelebung: Berlinweit stieg die Transaktionszahl zuletzt auf 728 in 2025. Der Markt wird wieder liquider weil sich Käufer an das neue Zinsniveau angepasst haben und die korrigierten Preise als Einstiegsgelegenheit bewerten.
Transaktionen und Umsatz
| Jahr | Transaktionen (Kauffälle) | Geldumsatz (MRD EUR) |
|---|---|---|
| 2020 | 874 | 4,843 MRD |
| 2021 | 914 | 5,840 MRD |
| 2022 | 751 | 3,495 MRD |
| 2023 | 601 | 2,980 MRD |
| 2024 | 667 | 4,150 MRD |
| 2025 | 728 | 3,50 MRD |
Transaktionsvolumen
Auf Bezirksebene verläuft das Marktgeschehen unterschiedlich: Steglitz-Zehlendorf führt mit 95 Transaktionen und liegt damit deutlich über dem Niveau von 2023 (70). Auch Pankow (84) und Mitte (76) zeigen eine spürbare Belebung. Verhaltener bleibt die Aktivität in Friedrichshain-Kreuzberg (58) und Spandau (43).
Losgrößen
Ein Blick auf die Losgrößen zeigt dass der durchschnittliche Transaktionswert je Abschluss von 6.221.000 € in 2024 auf 4.864.000 € in 2025 gesunken ist, bedingt durch kleinere Objekte und niedrigere Quadratmeterpreise. Großvolumige Deals sind seltener geworden.
Geldumsatz
Tempelhof-Schöneberg verzeichnet mit 687,4 Mio. € den höchsten Geldumsatz, gefolgt von Mitte mit 655,7 Mio. €. Die meisten Abschlüsse wurden in Steglitz-Zehlendorf verzeichnet. Am wenigsten wurde in Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Spandau verkauft.
| Bezirk | Anzahl Transaktionen | Transaktionsvolumen (€) |
|---|---|---|
| Mitte | 76 | 655.749.000 |
| Friedrichshain-Kreuzberg | 58 | 223.296.000 |
| Pankow | 84 | 390.770.000 |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | 70 | 436.399.000 |
| Spandau | 43 | 96.800.000 |
| Steglitz-Zehlendorf | 95 | 313.614.000 |
| Tempelhof-Schöneberg | 77 | 687.359.000 |
| Neukölln | 67 | 270.596.000 |
| Treptow-Köpenick | 58 | 127.336.000 |
| Marzahn-Hellersdorf | 18 | 26.743.000 |
| Lichtenberg | 25 | 111.914.000 |
| Reinickendorf | 57 | 115.726.000 |
Faktoren (Vervielfältiger)
Der Berliner Mietshausmarkt hat zwischen 2009 und 2021 enorme Preisanstiege erlebt: Der durchschnittliche Kaufpreisfaktor stieg von 13,5 x auf 32,1 x. Nach der Zinswende kehrte sich der Trend um: Innerhalb von drei Jahren fiel der Faktor zurück auf aktuell 22,4 x. Damit liegt der Abstand zwischen Anfangsrendite und Hypothekenzins bei rund 1,0 Prozentpunkten.
Die Lage ist weiter relevant für den Preis – aber nicht mehr nach dem alten Muster Innenstadt teuer, Außenbezirke günstig.
Die Entwicklung verläuft unterschiedlich: Im Berliner Nord-Osten (Pankow, Friedrichshain) steigen die Preise wieder, in klassischen West-Lagen wie Charlottenburg und Wilmersdorf bewegen sie sich seitwärts oder fallen leicht. In Mitte und Kreuzberg sind die Preise stabil. Die Tabelle zeigt die Preisentwicklung nach Bezirken im Detail.
Außerdem zeigt sich: Je höher der Faktor im Boom war, desto stärker erfolgte die Korrektur. Charlottenburg-Wilmersdorf erreichte 2021 mit 39,9 x den höchsten Wert aller Bezirke und liegt aktuell bei 24 x. Friedrichshain-Kreuzberg fiel von 33,3 x auf 23,7 x, Neukölln von 29,9 x auf 21,4 x. In Reinickendorf, dem Bezirk mit dem niedrigsten Faktor 2021 (26,1 x), fiel die Korrektur moderater aus – der aktuelle Wert liegt bei 20,3 x.
| Bezirk | Durchschnittliches Vielfaches | Vielfaches Δ zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Mitte | 22,9 | -0,3 |
| Friedrichshain-Kreuzberg | 23,7 | 0,3 |
| Pankow | 23,9 | 0,9 |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | 24,0 | -1,3 |
| Spandau | 18,6 | 0,9 |
| Steglitz-Zehlendorf | 21,9 | - |
| Tempelhof-Schöneberg | 22,1 | -1,4 |
| Neukölln | 21,4 | 0,5 |
| Treptow-Köpenick | 21,2 | -7,0 |
| Lichtenberg | 23,0 | 3,7 |
| Reinickendorf | 20,3 | -1,3 |
ℹ️ Was bedeutet ein Faktor von 22,4 in der Praxis? Käufer erzielen bei diesem Niveau eine Bruttomietrendite von rund 4,5 % – bei aktuellen Finanzierungskosten von 3,5 % bleibt damit erstmals seit 2021 wieder ein positiver Abstand zwischen Mieteinnahmen und Zinskosten. Im Boom war dieses Verhältnis aus dem Gleichgewicht geraten: Käufer zahlten Preise, die sich aus den Mieten kaum noch tragen ließen. Die Korrektur der Faktoren hat dieses Ungleichgewicht bereinigt. Für Verkäufer bedeutet das: Die aktuellen Preise sind keine Schwächepreise, sondern spiegeln eine Marktbewertung wider, bei der Käufer wieder rechnen können – und damit auch wieder kaufen.
Quadratmeterpreise
Der Median-Transaktionspreis pro Quadratmeter Wohnfläche auf dem Berliner Mietshausmarkt stieg von 2.490 €/m² (2018) auf seinen Höchststand von 2.970 €/m² im Jahr 2022. Mit der Zinswende fiel der Median bis 2024 auf 2.110 €/m²
- Der Medianpreis über alle Transaktionen in Berlin liegt aktuell bei 2.160 €/m².
- Der Durchschnittspreis über alle Transaktionen in Berlin liegt aktuell bei 2.540 €/m².
Auf Bezirksebene fiel der Median in den vergangenen fünf Jahren in Steglitz-Zehlendorf um -43,0 %, in Charlottenburg-Wilmersdorf um -32,0 %. Geringer war der Rückgang in Pankow (-10,0 %) und Spandau (-9,0 %). Lichtenberg verzeichnete als einziger Bezirk ein Plus von 24,0 %.
| Bezirk | Transaktionspreis/m² (Median) (€) | Median/m² Δ% 1J | Median/m² Δ% 5J |
|---|---|---|---|
| Mitte | 2.240 | 7% | -21% |
| Friedrichshain-Kreuzberg | 2.060 | -2% | -22% |
| Pankow | 2.460 | 2% | -10% |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | 2.430 | -9% | -32% |
| Spandau | 1.840 | 4% | -9% |
| Steglitz-Zehlendorf | 2.040 | -43% | |
| Tempelhof-Schöneberg | 2.030 | -10% | -22% |
| Neukölln | 1.920 | 6% | -19% |
| Treptow-Köpenick | 2.160 | 20% | -16% |
| Marzahn-Hellersdorf | 2.450 | 3% | -20% |
| Lichtenberg | 2.920 | 38% | 24% |
| Reinickendorf | 1.890 | -10% | -23% |
ℹ️ Der Mittelwert ist der Durchschnitt aller Transaktionspreise. Der Median ist der Wert in der Mitte: Die Hälfte der Verkäufe liegt darüber, die Hälfte darunter. Einzelne hochpreisige Transaktionen erhöhen den Mittelwert, nicht aber den Median. Für Eigentümer ist der Median oft die realistischere Orientierung – er zeigt, was ein typisches Mietshaus im Bezirk erzielt. Trotzdem gilt: Besondere Objekte erzielen besondere Preise.
Käufer- und Lageprofile
Käuferprofile
Wer kauft aktuell Berliner Mietshäuser? Das Spektrum reicht vom eigenkapitalstarken Family Office bis zum langfristig orientierten Bestandshalter. Preissegment, Lagepräferenz, Strategie und Anlagehorizont unterscheiden sich erheblich.
- Family Offices und Multi Family Offices agieren typischerweise im Preissegment von 5 bis über 20 Millionen Euro und zeigen dabei hohe Flexibilität. Sie verfolgen Value-Add- und opportunistische Strategien mit einem mittelfristigen Anlagehorizont. Als eigenkapitalstarke Käufer können sie agil auf Marktchancen reagieren.
- Private Investoren bewegen sich meist im Segment von 2 bis 5 Millionen Euro und konzentrieren sich auf Value-Add-Strategien mit ausgeprägtem lokalem oder regionalem Bezug. Ihre Entscheidungen treffen sie agil und individuell, wobei die Anlagen oft generationsübergreifend ausgelegt sind.
- Projektentwickler investieren variabel abhängig vom jeweiligen Projekt und zahlen teils sehr hohe Kaufpreise. Ihr Fokus liegt auf Entwicklung, Sanierung und Umnutzung mit klarem Blick auf Wertsteigerungspotenzial, Baurecht und Realteilungsmöglichkeiten.
- Bestandshalter – ob privat oder als Unternehmen organisiert – investieren variabel, meist zur langfristigen Portfolioergänzung. Sie setzen auf langfristigen Bestand mit stabilen und belastbaren Mieteinnahmen und planbaren Erhöhungen. Häufig haben Bestandshalter klare Lage-Präferenzen um Verwaltungsprozesse zu bündeln.
- Fonds bewegen sich im Segment ab 20 Millionen Euro oder erwerben große Portfolios. Sie verfolgen Core- und Core-Plus-Strategien mit ESG-Fokus, wobei längere Entscheidungsprozesse und Diversifizierung charakteristisch sind.
Lageprofile
Top-Lagen – Höchste Preise, stabile Nachfrage
Das sind die etablierten Kieze mit den höchsten Quadratmeterpreisen in Berlin. Die Nachfrage ist konstant hoch, Leerstand praktisch nicht vorhanden. Käufer zahlen hier die höchsten Faktoren, weil die Wertstabilität am größten ist. Typische Käufer sind institutionelle Investoren, Versorgungswerke und Fonds, die auf langfristige Sicherheit setzen.
Beispiele: Prenzlauer Berg (Helmholtzplatz, Kollwitzplatz), Charlottenburg (Savignyplatz, Kantstraße), Mitte (Scheunenviertel, Hackescher Markt)
Gefragte Lagen – Stabil mit Potenzial
Diese Lagen liegen eine Stufe unter den Top-Kiezen, bieten aber immer noch sehr gute Vermietbarkeit und stabile Mieteinnahmen. Die Objekte befinden sich in etablierten Wohnlagen mit guter Infrastruktur. Durch gezielte Modernisierung lassen sich zusätzliche Miet- und Wertsteigerungen erzielen. Käufer sind häufig Family Offices, private Investoren und Bestandshalter.
Beispiele: Friedrichshain (Boxhagener Platz, Samariterkiez), Kreuzberg (Bergmannkiez, Graefekiez), Neukölln (Richardkiez, Schillerkiez, Reuterkiez), Wilmersdorf (Bundesplatz, Rüdesheimer Platz), Schöneberg (Ansbacher Straße, Bamberger Straße, Nollendorfplatz Süd)
Entwicklungslagen – Aufwertungspotenzial bei mittleren Preisen
In diesen Lagen liegen die Kaufpreise deutlich unter den Top-Kiezen, dafür ist das Wertsteigerungspotenzial höher. Die Objekte weisen oft Sanierungsbedarf auf, die Mieten liegen unter dem Durchschnitt. Wer bereit ist, in Modernisierung zu investieren, kann den Wert deutlich steigern. Das Risiko ist höher als in etablierten Lagen, die mögliche Rendite auch. Käufer sind meist private Investoren und Projektentwickler mit Hands-on-Ansatz.
Beispiele: Neukölln (Nord-Neukölln außer Schillerkiez, Körnerpark), Lichtenberg (Weitlingkiez, Frankfurter Allee Nord), Wedding (Brüsseler Kiez, Leopoldplatz), Tempelhof (Tempelhofer Damm)
Randlagen – Niedrige Einstiegspreise, höheres Risiko
Diese Lagen bieten die niedrigsten Kaufpreise in Berlin, liegen aber oft peripher oder in strukturschwachen Gebieten. Die Objekte erfordern meist grundlegende Sanierungen oder Umbauten. Die Renditeaussichten können attraktiv sein, allerdings ist die Wertsteigerung unsicherer als in zentraleren Lagen. Käufer sind überwiegend erfahrene Privatinvestoren, die gezielt nach günstigen Einstiegsmöglichkeiten suchen.
Beispiele: Spandau (Falkenhagener Feld, Wilhelmstadt, teilweise Altstadt Spandau), Marzahn-Hellersdorf, Reinickendorf (Märkisches Viertel), Treptow-Köpenick (Köpenick Altstadt, Oberschöneweide)
Ausblick
Der Mietshausmarkt in Berlin hat sich strukturell verändert. Treiber sind nicht mehr günstiges Geld und Wachstumsdynamik, sondern fundamentale Bewertungen und konservative Strategien. Banken agieren risikoavers. Investoren müssen anders kalkulieren: Realisierte Mieten zählen mehr als Mietpotenziale, Substanzqualität mehr als Flächenreserven, gesicherte Cashflows mehr als spekulative Exits.
Auf Stadtebene steigen die Transaktionszahlen, doch der Geldumsatz sinkt. Es gibt mehr Einzeltransaktionen und weniger große Portfolio-Deals. Die durchschnittlichen Losgrößen sind um ein Drittel geschrumpft und reflektieren den vorsichtigeren Einsatz von Eigenkapital. Die Kaufpreise drehen ins Plus, entwickeln aber noch kein Drehmoment. Die Kaufpreisfaktoren bewegen sich ähnlich wie die Bauzinsen seitwärts. Quadratmeterpreise und Faktoren entscheiden aktuell in den meisten Fällen über die Machbarkeit eines Deals.
Die Preiskorrekturen der vergangenen Jahre haben das Bewertungsniveau bereinigt. Auf 15-Jahres-Sicht erzielen Verkäufer eine durchschnittliche jährliche Wertsteigerung von 6,7 %.
Für eigenkapitalstarke Käufer bietet das korrigierte Preisniveau einen strategisch günstigen Einstieg. Bei hochwertigen und/oder großen Objekten begrenzt das Zinsniveau die Kaufbereitschaft – hier bleibt die Finanzierungsrechnung eng.
Die fundamentalen Rahmenbedingungen stützen den Markt: Wohnungsknappheit, anhaltender Zuzug, langfristiges Mietentwicklungspotenzial. Das Berliner Mietshaus ist als Assetklasse so interessant wie lange nicht. Der Beleg: deutlich gestiegene Abschlüsse – bei deutlich geringeren Summen.
Der Berliner Zinshaus-Markt wird sich 2026 weiter ausdifferenzieren. Objekte mit energetischer Sanierung und guter Anbindung entwickeln sich besser als der Durchschnitt. Wer heute in Substanz und Dokumentation investiert, schafft Wettbewerbsvorteile.
Der Markt belohnt informiertes Handeln. Objekte mit realistischer Bewertung und transparenter Aufbereitung erzielen mehr Interesse und bessere Preise. Gleichzeitig suchen Investoren gezielt nach Entwicklungspotenzial. Entscheidend bleibt die Kosten-Nutzen-Frage: Welche Maßnahmen steigern den Wert nachhaltig?
Der neue Berliner Zinshaus-Markt ist erwachsen geworden: Realistische Bewertungen ersetzen Spekulation, Substanz zählt mehr als Timing. Was entsteht, ist ein stabilerer Markt mit disziplinierten Renditeerwartungen.
ℹ️ Die Frage für Eigentümer und Investoren ist nicht mehr, ob der Berliner Mietshausmarkt sich erholt – sondern wie sie sich im neuen Umfeld positionieren. Unsere Dashboards basieren auf aktuellen Marktdaten und unterstützen bei Bewertung und Entscheidung.
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Mit unserer Erfahrung und unseren Informationen zum Erfolg
Mieten, Wohndauer, Eigentumsquote, Leerstand und andere Faktoren sind für Investoren relevante Lage- und Umfeldfaktoren. Wir arbeiten für Ihr Zinshaus in Berlin werterhöhende Parameter heraus und führen auch Ihren Verkauf zum Erfolg, immer mit dem Ziel, Ihren Verkauf mit dem marktbesten Ergebnis zu krönen. Für eine individuelle Beratung stehen wir als ausgesuchte Experten und anerkannte Zinshausmakler für eine kostenlose und unverbindliche Beratung bereit.
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- Beratung: Klärung der Ausgangslage, marktgerechte Einpreisung
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- Vermarktung: Diskrete off market Vermittlung im solventen internen Kundenkreis
- Vertragshandling: Vertragsprüfung mit Anwälten und Notaren, Beurkundung
- Prüffrist Bezirk (Lesen Sie unseren Blogbeitrag zum Vorkaufsrecht)
- Kaufvertrag-Vollzug und Kaufpreisfälligkeit
- After Sales: Übergang und Nachbetreuung
Bei Verkäufen in Milieuschutzgebieten (mehr Infos Milieuschutz ) haben die Bezirke trotz der gerichtlich gestoppten Vorkaufspraxis eine dreimonatige Prüffrist. Sofern ein Objekt gemäß den Regelungen der Erhaltungssatzung bewirtschaftet wird, besteht kein Vorkaufsrecht.
Über GUTHMANN®
Wir begleiten Eigentümer und Investoren seit 2006 beim Verkauf von Zinshäusern in Berlin. Über 150 vermittelte Wohn- und Geschäftshäuser. Unsere Beratung konzentriert sich auf das Wesentliche: realistische Bewertung, professionelle Dokumentation, diskrete und erfolgreiche Vermarktung.
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Dieser Report wurde zuletzt am 02.03.2026 aktualisiert.
Disclaimer
Der Guthmann Marktreport ist ein teilautomatisierter Monitor des Immobilienmarktes Berlin. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert und erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen. Für Vollständigkeit, Abweichungen, Änderung und Fehler übernehmen wir keine Haftung. Unser Report stellt keine Investment Empfehlung dar.
Quellen
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Einwohnerregisterstatistik (Bewegungsdaten), Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestandes, Fortschreibung Umwandlungen, Ergebnisse des Haushaltegenerierungsverfahren KOSIS-HHGen, Baufertigstellungen. IMV GmbH: Rohdaten Preise und Mieten. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen: Umwandlungsdaten (2018), Geoportal Berlin (FIS-Broker). Immobilienverband Deutschland IVD (2018/2019): Immobilienpreisservice 2018/2019. GAA (Gutachter Ausschuss Berlin) Fortschreibung Umwandlungsdaten (Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Berlin)
Methodik
Wohnungsdefizit (Treemap): Das Amt für Statistik schreibt die Haushaltsdaten auf Grundlage des Mikrozensus 2011 fort. Ermittlung Haushaltsanzahl und statistische Haushaltsgröße über Haushaltsgenerierungsverfahren (KOSIS). Wir berechnen die tatsächliche Haushaltsgröße / Wohnungsdefizite über das Verhältnis Anzahl der Haushalte zur Anzahl der Wohnungen.
Kaufpreise und Mieten (Charts und Reports): Berechnung des Median auf Grundlage von Rohdaten, eigene Visualisierung. Es handelt sich um Angebotsdaten. Migrationen: Aggregation und Visualisierung auf Grundlage der Bewegungsdaten.