Letztes Update: 26.11.2020

Zinshaus Berlin Marktbericht 2020

Bauen Sie beim Kauf und Verkauf Ihres Zinhauses in Berlin auf eines der renommiertesten Maklerteams der deutschen Hauptstadt. Bei uns gibt es kein Dampfgeplauder, sondern erstklassige Analysen, ein solventes Netzwerk und hervorragende Ergebnisse in jeder Hinsicht. Wir setzen seit 15 Jahren Maßstäbe. 

Zinshausreport Berlin

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit Jahresbeginn 2020 haben wir unseren Report zum Zinshausmarkt Berlin bereits mehrfach überarbeitet. Die Gemengelage aus Pandemie, Mietendeckel, Milieuschutz und Enteignungsdebatte führt zu unterschiedlichen Reaktionen der Teilmärkte. Der Gutachterausschuss Berlin, GAA, stellt bei Wohn- und Geschäftshäusern im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Drittel gesunkene Absatzzahlen fest. Marktteilnehmer stellen sich die Frage, ob es sich um eine vorübergehende, coronabedingte Entwicklung handelt oder ob die Abkühlung eine Marktreaktion auf Regulierung und Mietendeckel ist. Tatsächlich trifft beides zu, aber nicht nur. Das anhaltend niedrige Zinsniveau, Ausweichbewegungen aus den Kapitalmärkten bei anhaltendem Investitionsdruck, Vermietungsschwierigkeiten im Gewerbe- und Bürosektor, nachlassende Zuzüge, Krisenstimmung und Eigenkapitalverlust:  Wir versuchen unten, diese Parameter für Sie zu sortieren.         

Der Gutachterausschuss  protokolliert die notariell beurkundeten Transaktionen aller Immobilienkaufverträge in Berlin. Rückschlüsse und Ableitungen auf den Angebotsmarkt lassen sich dahingehend treffen, dass eine wachsende Preiselastizität zwischen Angebotspreisen und beurkundeten Kauffällen sichtbar wird. Anders gesagt: Die Akzeptanz auf der Käuferseite für Preisübertreibungen sinkt. Wenn die Angebotspreise derzeit etwas nachlassen, ist das also kein Zeichen fallender Preise, sondern zeigt lediglich, dass Verkäufer die Preise weniger euphorisch ansetzen.  

Trotzdem stehen Mietshäuser in Berlin als Anlageform nach wie vor hoch im Kurs. International und auch unter den deutschen Metropolen gilt Berlin trotz Regulierung als sehr stabiler und interessanter Markt für Investitionen. Die anhaltende Nachfrage täuscht nicht darüber hinweg, dass sich Miethäuser in Berlin nicht von allein verkaufen. Milieuschutz, Mietendeckel, Vorkaufsrechte, Abwendungsvereinbarungen: Die Liste der Hürden für Käufer ist lang und umso wichtiger wird es für Verkäufer und Käufer, einen Partner an der Seite zu haben, der den Markt kennt, gut vernetzt ist und nicht nur den Verkauf, sondern auch die gesamte Abwicklung mit Erfahrung und sicherer Hand betreut. 

Wenn Sie sich als Eigentümer zwischen Corona und Regulierung einerseits und Stabilität und niedrigen Zinsen auf der anderen Seite eingeklemmt fühlen, dann kontaktieren Sie uns für ein Beratungsgespräch. Wir ermitteln mit sorgfältig ausgearbeiteten Marktanalysen den tatsächlichen Wert Ihres Mietshauses, zeigen Ihnen Optionen, die Sie möglicherweise nicht kannten und heben, wenn Sie die wünschen, das volle Potenzial Ihrer Immobilie. 

Preisbildende Faktoren

Wer ein Miethaus in Berlin besitzt, kennt das Spannungsfeld aus Regulierungsbestrebungen auf der einen und Marktmechanismen auf der anderen Seite. Treibende Kraft der Preisentwicklung bei Mietshäusern ist die Wohnraumnachfrage, die in Berlin hauptsächlich auf internationalen Zuzügen beruht. Der Migrationsschub und die Folgen daraus wurden jahrzehntelang unterschätzt. Der Wohnungsneubau wurde politisch vernachlässigt und bis in die letzte Legislaturperiode hinein trennte sich das Land Berlin zur Haushaltssanierung von kommunalen Wohnungsbeständen. Diese Entwicklung führte bereits Mitte der 2000er Jahre zu einer Verschiebung der Nachfragekurve und in Folge zu steigenden Preisen, die zunächst die zentralen Innenstadtlagen und wenig später auch dezentrale Lagen erfassten. Statt dem schnell wachsenden Wohnungsrückstand mit Wohnungsbau entgegenzuwirken, greifen das Land Berlin und die Bezirke seit Jahren mit umfassenden Regulierungsmaßnahmen in den freien Wohnungsmarkt ein. Die daraus resultierenden Verzerrungen führen zu einer Reihe von Effekten:

  • Der Wert von Mietshäusern steigt nachfragebedingt
  • Der am Markt erzielbare Preis wird regulatorisch gedämpft
  • Die Wertentwicklung wird bis zum Auslauf der Maßnahmen retardiert

Erhaltungssatzungen (Milieuschutz), Vorkaufsrechte, Umwandlungsverordnung und Abwendungsvereinbarungen sowie zuletzt der Mietendeckel wirken sich je nach Perspektive unterschiedlich aus.

  • Bestandseigentümer nehmen Vorratsteilungen vor
  • Verkaufspläne werden auf einen Zeitraum größer 7 Jahre vertagt
  • Die Investorenprofile ändern sich. Aus kurz- bis mittelfristigen Engagements werden langfristige Haltestrategien
  • Investitionen in den Bestand werden zurückgestellt

Gleichzeitig beginnen Käufer von Zinshäusern in Berlin, die politischen Rahmenbedingungen mit anderen Investitionsstandorten invers zu vergleichen: 

  • Werden andere Länder, Städte und Gemeinden mit der Regulierung nachziehen? 
  • Der Immobilienmarkt Berlin wird nicht mehr als überreguliert, sondern als durchreguliert und kalkulierbar betrachtet

Hinzu kommt, dass der Ruf der deutschen Hauptstadt als stabiler und sicherer Anlageort in der Corona-Krise weiter gefestigt wurde. Die krisenbedingte Kaufzurückhaltung von Investoren betraf in der Pandemie alle Investitionsstandorte. Wie sich die Wachstumsraten in den kommenden Jahren entwickeln, hängt auch davon ab, wie schnell und ungehindert der Zuzug in die Städte und Ballungsräume verläuft. Ähnliche Wachstumsraten wie in den 2010er Jahren werden nicht erwartet. 

Seitwärtsbewegung und längere Vermarktungsdauer

Die Angebotspreise für Miethäuser in Berlin haben sich von 2008 bis 2020 mehr als verdoppelt. Von 2019 auf 2020 war erstmals seit Jahren eine leicht rückläufige Tendenz feststellbar. Dämpfend wirken sich der im Februar 2020 eingeführte Mietendeckel, die steigende Zahl von Milieuschutzgebieten, Vorkaufsrechte der Bezirke (zugunsten Dritter) und der Coronaeffekt aus. Insgesamt ist auch eine längere Vermarktungsdauer in Abhängigkeit von der Preisgestaltung festzustellen. 

Es muss darauf hingewiesen werden, dass die Preisgestaltung und die Vermarktungsdauer für Zinshäuser in Berlin maßgeblich vom Anietermarkt abhängt. Die offene Vermarktung über Portale ist dabei immer die weit weniger vorteilhafte Variante. In jedem Fall zu bevorzugen ist eine diskrete Vermittlung über interne Kanäle. Offen am Markt angebotene Objekte spiegeln meist eine Preisübertreibung und erhöhen das Risiko einer unruhigen Abwicklung, sowie die Ausübung des Vorkaufsrechtes in Milieuschutzgebieten. Die diskrete Vermittlung innerhalb unseres geprüften und hoch solventen Netzwerkes erzielt regelmäßig bestmögliche Ergebnisse und schützt Verkäufer und Käufer vor negativen äußeren Einflüssen.   

Milieuschutz

Die Entwicklung und damit auch der Verkauf von Mietshäusern in Milieuschutzgebieten ist mit einigen Hürden und Einschränkungen verbunden. Restriktionen bestehen in der Entwicklung, Teilung und im Verkauf. Dabei sind die Einschränkungen für den Erwerber eines Mietshauses gravierender als für den Verkäufer. Insbesondere die Regelungen der Abwendungsvereinbarung, die ein Käufer zur Vermeidung des Vorkaufes mit dem Bezirk schließen muss, ist für die Preisbildung relevant:

  • Käufer müssen sich verpflichten, für einen Zeitraum von 20 Jahren auf eine Aufteilung des Miethauses zu verzichten
  • Mietpreisbegrenzende Regelungen grenzen die Renditeentwicklung ein und 
  • die Eigenbedarfsnutzung durch den Eigentümer ist eingeschränkt

Im worst case verliert der Käufer nach längerer und kostenintensiver Prüfung das Objekt. Eine sehr genaue Vorbereitung des Verkaufs unter Aufbereitung aller zur Prüfung relevanten Unterlagen ist daher nicht nur wesentlich für einen reibungslosen Ablauf, sondern beeinflusst auch die Preisverhandlung positiv. 

Trotz einiger Hürden bleiben Zinshäuser in Berlin aber auch in Milieuschutzgebieten für Investoren interessant; insbesondere internationale Käufer stellen ihre Akquisitionen immer mehr auf eine langfristige Wertentewicklungsstrategie ab. 

Milieuschutzgebiete in Berlin

Prüfen Sie in unserer Milieuschutzkarte, ob Ihr Mehrfamilienhaus in Berlin sich in einem Erhaltungsgebiet, einem Untersuchungsgebiet oder einem Verdachtsgebiet befindet. Unsere Milieuschutzkarte wird fortlaufend auf Grundlage der Beschlüsse aus den Bezirksverordneten Versammlungen (BVV) überarbeitet und aktualisiert. Besuchen Sie auch unseren Milieuschutzbereich für weitergehende Informationen.

Umwandlungsverordnung schränkt Handlungsspielraum für Käufer und Verkäufer ein

Seit 2015 gilt in Milieuschutzgebieten ein Genehmigungsvorbehalt bei der Umwandlung von Miethäusern in Eigentumswohnungen. Die Umwandlungsverordnung, die jeweils für 5 Jahre in Kraft bleibt, wurde zuletzt im Frühjahr 2020 um weitere 5 Jahre verlängert. Es ist gängige Praxis, die Verordnung beliebig zu verlängern, wie das Beispiel aus Hamburg zeigt. Die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen ist, anders als von der Politik oft behauptet, für viele Berliner der einzige Weg, vom Mietverhältnis in Eigentum zu kommen. In Milieuschutzgebieten wird die Genehmigung für Alt-Eigentümer an die Bedingung geknüpft, für die Dauer von 7 Jahren nur an die Mieter zu verkaufen, was die Teilung eines Miethauses faktisch unmöglich macht. Verkauft ein Alt-Eigentümer sein Miethaus im Milieuschutz, so wird der Käufer aufgefordert, in einer Abwendungsvereinbarung auf eine Teilung für den Zeitraum von 20 Jahren zu verzichten. Wie sich die Umwandlungen in den Alt-Bezirken entwickelt haben, entnehmen sie der Tabelle.

Von der Miete ins Eigentum: Umwandlungen in Berlin

Bezirk 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Charlottenburg 365 589 735 1254 1019 1474 1109 1263
Friedrichshain 750 710 1632 1705 1876 2497 1436 792
Köpenick 79 144 468 531 264 158 364 426
Kreuzberg 1019 1074 765 1626 1347 1524 1060 742
Lichtenberg 191 215 114 495 107 687 370 448
Marzahn-Hellersdorf 18 2 19 26 15 50 230 368
Mitte 176 626 359 549 442 423 520 589
Moabit 341 450 310 655 812 918 812 322
Neukölln 356 527 1090 1209 1474 1913 1810 1739
Pankow 264 308 300 309 304 374 211 530
Prenzlauer Berg 1588 1521 1384 3270 947 922 352 766
Reinickendorf-Tegel 194 129 73 147 207 519 207 351
Schöneberg 558 634 586 1223 1006 815 685 606
Spandau 202 157 660 234 119 353 111 218
Steglitz 327 582 472 303 559 600 572 893
Tempelhof 144 132 178 486 195 195 181 125
Tiergarten 45 0 79 320 29 90 226 210
Treptow 60 262 615 189 180 173 72 155
Wedding 152 411 483 541 756 1150 930 910
Weißensee 89 154 58 217 255 231 187 345
Wilmersdorf 380 478 581 1323 673 1004 1214 763
Zehlendorf 149 96 72 171 145 95 94 124
Berlin 7447 9201 11033 16783 12731 16165 12753 12655
Quelle Rohdaten: Gutachterausschuss Berlin, eigene Aggregation

Mieterstadt Berlin

In Berlin gibt es rund 327.000 Wohngebäude mit etwa 1,95 Millionen Wohnungen, von denen sich der Großteil auf Miethäuser mit 3 oder mehr Einheiten verteilt. Etwa 1,45 Millionen Wohnungen in Berlin sind vermietet. Rund 337.000 Einheiten, darunter auch Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern, werden von den Eigentümern selbst bewohnt. Beim letzten Mikrozensus wurde eine hohe Anzahl leerstehender Wohnungen ermittelt, die rechnerisch die Mieterquote nach unten zieht. 

Dezentrale Strukturen: Viele Zentren und viele Quartiere

Berlin steht vor ähnlichen Herausforderungen, wie andere Metropolen auch. Einerseits ist die Bebauungsdichte bereits heute hoch, andererseits herrscht nach wie vor ein akuter Wohnungsmangel. Besonders begehrt und ebenso kontrovers diskutiert, werden Innenstadtflächen wie die Freifläche des  ehemaligen Flughafen Tempelhof, die sich zu einer der beliebstesten und meist frequentierten Innenstadt-Freiflächen der Welt entwickelt hat.

Anders als die meisten anderen Großstädte in Deutschland weist Berlin eine dezentrale Bezirks- und Quartiersstruktur auf. Statt der Konzentration auf wenige Zentren oder auch nur auf eines, gibt es in Berlin viele kleinere und einige größere Zentren, die jeweils mit urbanen Funktionen der Verwaltung und Versorgung ausgestattet sind. Dort, wo ausgeprägte gewerbliche Strukturen und viel Durchgangsverkehr die Struktur bestimmen, liegen die beliebteren Wohnquartiere meist in Nebenlagen. Entsprechend wird das Potenzial eines Zinshauses in Berlin weniger als in mittleren Städten an der Lagezentralität gemessen, als an der Mikro-Makro-Qualität.

In den zurückliegenden 10 Jahren haben sich die Quadratmeterpreise in allen Berliner Bezirken stark entwickelt. In einigen Lagen war die Preisentwicklung explosiv. Darunter fallen insbesondere die Hip-Lagen in Neukölln und Wedding, Moabit, Kreuzberg, Lichtenberg und Tiergarten. In einigen dieser Lagen ist zwischenzeitlich eine Preisberuhigung eingetreten. 

Berliner Mieter in guter Verfassung

Beim Erwerb eines Zinshauses in Berlin haben Investoren nicht nur die unmittelbare Rendite und Quadratmeterpreise im Blick, sondern auch die Indikatoren für Kaufkraft, Haushaltsnettoeinkommen und Mietbelastungsquote. Oft wird für Berlin eine Mietbelastungsquote von 46 Prozent angenommen. Als Mietbelastungsquote wird der Anteil der Bruttokaltmiete am Haushaltsnettoeinkommen verstanden. Die politische Zahl von 46 Prozent impliziert, dass die Mietbelastung der Berliner bereits heute zu hoch ist, mit der Konsequenz, dass Investoren davon ausgehen müssen oder sollen, dass neben politischen Restriktionen auch soziodemographische Hürden bestehen, die ein Investment in ein Miethaus uninteressant machen. Die  Stichprobenerhebung des Amtes für Statistik im Zuge des Mikrozensus 2019 lässt hingegen auf weit niedrigere Mietbelastungsquoten schliessen. Das Amt für Statistik hat eine mittlere Mietbelastungsquote von 28,2 Prozent ermittelt. Die um fast 20 Prozent niedrigere Mietbelastungsquote variiert in Abhängigkeit von Haushaltstyp und Einkommenskategorie. Nach Haushaltstyp aufgegliedert wenden Erwerbslosenhaushalte in Berlin mit 42,1 Prozent den höchsten Anteil des Einkommens auf. Seniorenhaushalte wenden 30,5 Prozent, Haushalte mit Kindern im Durchschnitt 31,9 Prozent auf. Üblicherweise wird ein Wert von 33 Prozent als normal betrachtet.  

Haushaltsnettoeinkommen steigen rasch

Über lange Zeitreihen betrachtet sind die Nettohaushaltseinkommen in Berlin erheblich gestiegen. Auf den Stadtraum bezogen liegen die Einkünfte 2018 um 40 Prozent höher als im Jahr 2002. Größter Gewinner in diesem Zeitraum ist der Bezirk Pankow, wo die Haushaltsnettoeinkommen um 75 Prozent gewachsen sind. In Friedrichshain-Kreuzberg liegt der Wert bei 61 Prozent. Insgesamt stellt sich 2018 ein ausgeglichenes Bild unter den Bezirken dar. Bezirke mit zuvor einkommensschwachen Haushalten haben aufgeholt:

 2002 2006 2010 2014 2018 2002-2018 %
Berlin 1.500 1.475 1.575 1.750 2.100 40%
Mitte 1.375 1.400 1.475 1.600 1.950 42%
Friedrichshain-Kreuzberg 1.275 1.175 1.400 1.675 2.050 61%
Pankow 1.375 1.475 1.600 1.850 2.400 75%
Charlottenburg-Wilmersdorf 1.575 1.600 1.675 1.800 2.200 40%
Spandau 1.525 1.525 1.575 1.600 1.975 30%
Steglitz-Zehlendorf 1.975 1.850 1.925 2.100 2.350 19%
Tempelhof-Schöneberg 1.525 1.575 1.675 1.925 2.100 38%
Neukölln 1.375 1.300 1.425 1.550 1.825 33%
Treptow-Köpenick 1.675 1.550 1.650 1.825 2.200 31%
Marzahn-Hellersdorf 1.650 1.500 1.525 1.700 2.100 27%
Lichtenberg 1.475 1.425 1.550 1.600 1.925 31%
Reinickendorf 1.725 1.675 1.675 1.850 2.100 22%

Zuzüge und Bautätigkeit

Berlin ist auf dem Weg zur 4-Millionen-Stadt. Das Wachstum durch Zuzug hat sich im Jahr 2019 zwar spürbar entschleunigt und wurde 2020 abrupt durch die Corona-Pandemie unterbrochen. Viele Berliner mit Migrationshintergrund waren gezwungen, der deutschen Hauptstadt vorerst den Rücken zu kehren und haben die Corona-Epidemie in der Heimat verbracht. Ein mögliches Szenario für die Zeit nach der Pandemie ist, dass ein ähnlicher Zuzug einsetzt, wie in den Jahren ab 2007, als Deutschland und Berlin zum Stabilitätsanker und Sehnsuchtsort für zigtausende junger Europäer wurden. Berlin gilt auch für Investoren als sicherer Hafen und Immobilien, insbesondere Miethäuser in Berlin, als eine langfristige Anlagestrategie.

  • Alle Migrationen
  • International
  • National
  • Suburban

Es werden wieder mehr Miethäuser in Berlin gebaut, aber nicht genug

Der Bau von Miethäusern in Berlin hat in den vergangenen Jahren angezogen, kann den Grundbedarf an Wohnungen in der Hauptstadt aber bei weitem nicht befriedigen. Zwischen 2006 und 2018 wurden knapp 39.000 Gebäude in Berlin errichtet, darunter auch Gewerbeobjekte und Ein- und Zweifamilienhäuser. Unsere Grafik zeigt die Konzentration der Baufertigstellungsmeldungen nach Alt-Bezirken seit dem Jahr 2012.

Trend

Vor wenigen Jahren galten Zinshäuser in Berlin noch als Selbstläufer. Im direkten Vergleich könnte man sagen, dass der Einkaufspreis eines technisch stabilen Mietshauses in einfacher Lage mit dem selben Kapitaleinsatz bewerkstelligt werden konnte, der heute für den Kauf einer großen Wohnung in guter Lage notwendig ist. Das Potenzial von Mietshäusern in Berlin lag damit auf der Hand und führte in den Jahren von 2009 bis 2013 einem explosionsartigen Anstieg des Flächenumsatzes aller Baujahresklassen. Zu dieser Zeit waren viele Eigentümer klassischer Berliner Mehrfamilienhäuser desillusioniert, denn in der vorangegangenen Mauer- und Nachwendezeit waren die Mieten in Berlin extrem niedrig. Die Stadt bot kaum Perspektiven, heutige Kiez-Lagen waren heruntergekommen. Wirtschaftlich fuhren viele Mietshäuser am Limit; für Maßnahmen, die über die grundlegende Instandhaltung hinausgingen, war keine Rücklagen vorhanden. Der Bestand erodierte, Mieten wurden häufig brutto kalkuliert und die Zinsen waren hoch. Berliner Mietshäuser, einst Symbol eines wohlhabenden Bürgertums, wurden regelrecht verramscht. Angesichts jahrzehntelanger Investitionen, Mietzurückhaltung, steigender Kosten und letztlich Verlusten, ist der Boom der letzten Jahre gerade für Generationseigentümer also nichts anderes als eine gerechte und überfällige Entwicklung.

Wie sich Markt und Preise für Zinshäuser in Berlin künftig entwickeln, ist noch von einigen Unsicherheiten geprägt.

  • Aufholeffekte werden flacher und Wertzuwächse organischer als zuvor
  • In einem weitgehend regulierten Mietmarkt müssen Käufer sich auf langfristige Strategien umstellen
  • Der Scheitelpunkt zwischen regulierten Mieten und Quadratmeterpreisen rückt näher, Seitwärtsbewegungen setzen ein
  • Trendlagen müssen sich künftig deutlich stärker gegen klassische A-Lagen behaupten
  • Entwicklungs- und Ausbaupotenziale können weniger stark von den Verkäufern abgeschöpft werden können (fair share)
  • Ankerprojekte im Umfeld werden wichtiger
  • Wann und wie stark setzt der Zuzug nach Corona wieder ein

In den kommenden Jahren wird es darum gehen, Strategien zu entwickeln, die dem Lage- und Mietentwicklungspotenzial gerecht werden. Unser Haus ist eine der besten Adressen in Berlin, wenn es darum geht, an der Masse vorbei, mit fundiertem Wissen und tragfähigen Konzepten die maximale Wertschöpfung in der Entwicklung oder im Verkauf Ihres Zinshauses in Berlin für Sie durchzusetzen..  

Dieser Report wurde zuletzt am 26.11.2020 aktualisiert.

Disclaimer

Der Guthmann Marktreport ist ein teilautomatisierter Monitor des Immobilienmarktes Berlin. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert und erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen. Für Vollständigkeit, Abweichungen, Änderung und Fehler übernehmen wir keine Haftung. Unser Report stellt keine Investment Empfehlung dar.

Quellen

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Einwohnerregisterstatistik (Bewegungsdaten), Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestandes, Fortschreibung Umwandlungen, Ergebnisse des Haushaltegenerierungsverfahren KOSIS-HHGen, Baufertigstellungen. IMV GmbH: Rohdaten Preise und Mieten. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen: Umwandlungsdaten (2018), Geoportal Berlin (FIS-Broker). Immobilienverband Deutschland IVD (2018/2019): Immobilienpreisservice 2018/2019. GAA (Gutachter Ausschuss Berlin) Fortschreibung Umwandlungsdaten (Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Berlin)

Methodik

Wohnungsdefizit (Treemap): Das Amt für Statistik schreibt die Haushaltsdaten auf Grundlage des Mikrozensus 2011 fort. Ermittlung Haushaltsanzahl und statistische Haushaltsgröße über Haushaltsgenerierungsverfahren (KOSIS). Wir berechnen die tatsächliche Haushaltsgröße / Wohnungsdefizite über das Verhältnis Anzahl der Haushalte zur Anzahl der Wohnungen.
Kaufpreise und Mieten (Charts und Reports): Berechnung des Median auf Grundlage von Rohdaten, eigene Visualisierung. Es handelt sich um Angebotsdaten. Migrationen: Aggregation und Visualisierung auf Grundlage der Bewegungsdaten.

schliessen