Die Inflationsdaten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg für April 2016 zeigten: Die durchschnittliche Bruttowarmmiete in Berlin stagnierte gegenüber dem Vorjahr bei exakt 0,0 Prozent. Hinter dieser Zahl stecken allerdings zwei gegenläufige Entwicklungen.
Nettokaltmiete steigt, Nebenkosten sinken
Die Nettokaltmieten legten im Jahresvergleich um 0,5 Prozent zu. Die Nebenkosten dagegen sanken um durchschnittlich 4,0 Prozent. Unter dem Strich hob sich beides auf. Die Marktentwicklung bei den reinen Mieten blieb also aufwärtsgerichtet.
Heizöl als Preistreiber nach unten
Der Hauptgrund für die sinkenden Nebenkosten: Heizöl war gegenüber April 2015 um knapp 30 Prozent günstiger geworden. Mieter in Gebäuden mit Ölheizung profitierten davon direkt. In Objekten mit Gas- oder Fernwärmeversorgung fiel dieser Entlastungseffekt weg, die gesamten Wohnkosten dürften dort leicht gestiegen sein.
Für Investoren wurde die Art der Heizanlage damit zu einem Faktor bei der Bewertung ihrer Wohnungen in Berlin: Unterschiedliche Energieträger führten zu unterschiedlichen Warmmieten, besonders in Bezirken mit heterogener Bausubstanz wie Neukölln.
Reale Wertsteigerung trotz Stagnation
Der Anstieg der Nettokaltmieten um 0,5 Prozent lag über der allgemeinen Inflationsrate, die in Berlin im April bei -0,2 Prozent lag. Immobilieninvestments boten also weiterhin einen realen Wertzuwachs. Die stabilen Bruttomieten sorgten gleichzeitig dafür, dass die Gesamtbelastung für Mieter nicht übermäßig stieg.