Stadtentwicklung
Infrastruktur Berlin
A100-Ausbau Berlin: Letzte Häuser in der Beermannstraße weichen für die Autobahn
Nach außergerichtlicher Einigung mit den Mietern beginnt der Abriss in der Beermannstraße. Der 16. Bauabschnitt der A100 von Neukölln nach Treptow soll bis 2022 fertig sein.
Peter Guthmann
Der Weiterbau der Berliner Stadtautobahn A100 nimmt eine entscheidende Hürde. Laut RBB haben sich die letzten verbliebenen Mieter der Beermannstraße in Alt-Treptow außergerichtlich mit dem Senat auf Entschädigungen geeinigt. Die Wohnhäuser werden abgerissen, der Weg für den 16. Bauabschnitt ist frei.
Der Abriss soll drei bis vier Tage dauern. Danach beginnt der Bau des 3,2 Kilometer langen Abschnitts von der Anschlussstelle Sonnenallee bis Am Treptower Park. Die Fertigstellung ist für 2022 geplant.
Jahrelanger Widerstand
Dem Abriss gingen lange Proteste voraus. Die Bürgerinitiative BISS und das Aktionsbündnis "A 100 stoppen!" organisierten unter anderem eine Fahrrad-Demonstration im April 2009 und einen Flashmob an der Oberbaumbrücke im Juni 2010. Die Kritik richtete sich gegen die hohen Kosten, die Zerstörung von urbanem Lebensraum und die Priorisierung des Autoverkehrs.
Auf der anderen Seite steht die Initiative "Wirtschaft pro A100", die in dem Lückenschluss eine bessere Erreichbarkeit für Unternehmen und Pendler sieht.
Folgen für den Immobilienmarkt
Der Lückenschluss soll die Verkehrsanbindung des Berliner Südostens verbessern und die Innenstadt entlasten. Die Anbindung an den Wissenschaftsstandort Adlershof und den künftigen Flughafen BER ist eines der zentralen Argumente der Befürworter.
Für Eigentümer in Neukölln und Treptow könnte die bessere Anbindung mittelfristig zu einer Aufwertung der Standorte führen. Gleichzeitig müssen Eigentümer anliegender Wohnungen mögliche Belastungen durch Lärm und Feinstaub berücksichtigen. Die geplanten Lärmschutzmaßnahmen werden für die Wertentwicklung der angrenzenden Immobilien eine Rolle spielen.
Das Projekt bleibt eines der größten und umstrittensten Infrastrukturvorhaben der Hauptstadt. Die Marktentwicklung entlang der neuen Trasse werden wir in den kommenden Jahren beobachten.