Stadtentwicklung
Stadtentwicklung Berlin
Begegnungszonen in Berlin: Was der Umbau von Maaßen- und Bergmannstraße für Anwohner bedeutete
Berlin richtete 2014 die ersten Begegnungszonen ein. In der Maaßenstraße in Schöneberg und der Bergmannstraße in Kreuzberg sollten Fußgänger Vorrang bekommen. Für Anwohner und Eigentümer änderte sich damit das Umfeld.
Peter Guthmann
Im Rahmen der Berliner Fußverkehrsstrategie beschloss der Senat 2014, sogenannte Begegnungszonen einzurichten. Das Konzept: Autos werden nicht komplett verbannt, aber Fußgänger bekommen Vorrang. Fahrbahnen werden verengt, Gehwege verbreitert, Tempo auf 20 km/h begrenzt.
Maaßenstraße als Pilotprojekt
Die Schöneberger Maaßenstraße wurde zur ersten Berliner Begegnungszone. An der beliebten Einkaufs- und Gastronomiemeile sollten noch im selben Jahr die ersten Arbeiten beginnen. Ziel war eine höhere Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Radfahrer.
Als zweites Projekt war die Bergmannstraße in Kreuzberg vorgesehen, allerdings in einem früheren Planungsstadium. Stadtentwicklungssenator Michael Müller kündigte an: "Bürgerinnen und Bürger sollen auch in die Planungen zur Begegnungszone Bergmannstraße einbezogen werden."
Auswirkungen auf die Wohnqualität
Weniger Verkehrslärm und breitere Gehwege können die Wohnattraktivität steigern. Für Familien und ältere Menschen wird das Umfeld sicherer. Gastronomen und Einzelhändler profitieren von mehr Passanten.
Gleichzeitig fallen Parkplätze weg. Für Mieter und Eigentümer, die auf ein Auto angewiesen sind, kann das ein Nachteil sein. Die Abwägung zwischen Lebensqualität und Erreichbarkeit war 2014 in den betroffenen Kiezen ein kontrovers diskutiertes Thema.
Bedeutung für den Immobilienmarkt
Verkehrsberuhigte Straßenzüge können den Wert von Wohnungen in der direkten Umgebung beeinflussen. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass die Nachfrage nach Wohnraum in solchen Gebieten tendenziell steigt.
Die Pilotprojekte in Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg hatten Modellcharakter. Ihr Erfolg würde darüber entscheiden, ob das Konzept auf weitere Bezirke ausgedehnt wird. Die Marktentwicklung in den betroffenen Straßenzügen war daher genau zu beobachten.