Stadtentwicklung
Senat erschließt neue Wohnungsbaupotenziale in drei Bezirken
Flächennutzungsplan-Änderungen 2015: Mehr Platz für Wohnungsbau
Im Juni 2015 beschloss der Berliner Senat fünf Änderungen des Flächennutzungsplans, von ehemaligen Gärtnereien in Zehlendorf bis zum Humboldt-Krankenhaus in Reinickendorf.
Peter Guthmann
Fünf Planänderungen auf einen Blick
Im Juni 2015 änderte der Berliner Senat den Flächennutzungsplan (FNP) an fünf Stellen. Ziel: Brachflächen für den Wohnungsbau öffnen. Die Änderungen betrafen vor allem Steglitz-Zehlendorf, Reinickendorf und Mitte.
Der Flächennutzungsplan legt für das gesamte Stadtgebiet fest, welche Flächen für Wohnen, Gewerbe, Verkehr oder Grünflächen vorgesehen sind. Jede Änderung ist deshalb eine Grundsatzentscheidung über die künftige Nutzung.
Zehlendorf: Ehemalige Gärtnereien werden Wohnbauflächen
An der Sundgauer Straße / Schlettstadter Straße in Zehlendorf sollten nach Aufgabe gartenbaulich genutzter Flächen neue Wohnungen entstehen. Die ehemaligen Gärtnereien waren ein typisches Beispiel für brachliegende Flächenpotenziale in etablierten Wohnlagen. Ihre Umwidmung ermöglichte Nachverdichtung, ohne periphere Standorte neu erschließen zu müssen.
Reinickendorf: Humboldt-Krankenhaus wird Wohngebiet
In Reinickendorf gab der Senat Flächen an der Teichstraße am ehemaligen Humboldt-Krankenhaus für Wohnungsbau frei. Das Gelände lag zentral, war gut erschlossen und verfügte über vorhandene Infrastruktur. Die Umnutzung ehemaliger Krankenhäuser war in den 2010er Jahren ein häufiges Muster in Berlin: Viele Standorte waren nach Zusammenlegungen frei geworden und boten gute Voraussetzungen für Familien durch ÖPNV-Anbindung und vorhandene Einrichtungen.
Zehlendorf: Gründerzentrum statt Wohnungsbau
Nicht alle Änderungen betrafen den Wohnungsbau. Am ehemaligen US-Hospital Fabeckstraße in Steglitz-Zehlendorf sollte ein Technologie- und Gründerzentrum entstehen. Die Nähe zur Freien Universität machte den Standort für wissenschaftsnahe Gründungen geeignet.
Bausenator Geisel zur Anpassung des FNP
Bausenator Andreas Geisel kommentierte: "Berlin wächst und wandelt sich permanent. Deshalb ist es wichtig, den Flächennutzungsplan immer wieder zu aktualisieren und an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. So schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass wir unsere Planungsziele für mehr Wohnraum, für wirtschaftliches Wachstum und die Stärkung der bezirklichen Zentren auch umsetzen können."
Für Immobilieninvestoren signalisierten die Planänderungen mögliche Projektentwicklungen in den betroffenen Quartieren. Die Marktentwicklung in diesen Gebieten wurde durch die neue Bautätigkeit belebt.