Stadtentwicklung
Senat beschließt Umnutzung von Friedhofs- und Gärtnereiflächen
Flächennutzungsplan-Änderung 2016: Platz für 1.000 neue Wohnungen
Im Mai 2016 beschloss der Berliner Senat Änderungen am Flächennutzungsplan für vier Bezirke. Über 1.000 neue Wohnungen sollten auf bisher ungenutzten Flächen entstehen. Ein wichtiger Schritt gegen die damals schon spürbare Wohnungsknappheit.
Peter Guthmann
Im Mai 2016 beschloss der Berliner Senat Änderungen am Flächennutzungsplan (FNP) für vier Bezirke. Ziel: planerische Voraussetzungen für über 1.000 neue Wohnungen in Berlin schaffen.
Zwei Areale, vier Bezirke
Die Änderungen betrafen zwei Gebiete: Im Bereich Barfusstraße/Holländerstraße/Gotthardstraße an der Grenze Mitte/Reinickendorf sollten Teile älterer Friedhofsflächen für Wohnungsbau umgenutzt werden. Im Bereich Britzer Straße/Mohriner Allee zwischen Tempelhof-Schöneberg und Neukölln konnten Wohnungen auf ehemaligen Gärtnereiflächen entstehen.
Beide Areale lagen in gut erschlossenen Lagen mit Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Und beide hatten ihre ursprüngliche Nutzung weitgehend verloren.
Abstimmungsverfahren mit Bürgerbeteiligung
Dem Senatsbeschluss war ein Abstimmungsverfahren vorangegangen, in das neben Bezirksämtern und Planungsstellen auch Bürger einbezogen wurden. Anwohner konnten ihre Vorstellungen einbringen, bevor die Änderungen beschlossen wurden.
Einordnung
Über 1.000 Wohnungen waren angesichts des Gesamtbedarfs ein begrenzter Beitrag. Dennoch zeigte der Beschluss die Bereitschaft des Senats, auch kleinere Flächen für den Wohnungsbau zu aktivieren. Die aktuelle Marktentwicklung bestätigte in den Folgejahren, dass solche Verdichtungsmaßnahmen allein nicht ausreichten, um die Wohnungsknappheit spürbar zu lindern.