Stadtentwicklung
Wohnungsbaupolitik 2014
Forum Wohnen: Berliner Senat bündelt Kräfte für den Wohnungsbau
Mit dem Forum Wohnen brachte der Senat 2014 Wohnungswirtschaft, Politik und Bezirke an einen Tisch. Das neue WoFIS-System zeigte: Auf größeren Flächen war Platz für über 90.000 Wohnungen.
Peter Guthmann
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt rief 2014 das Forum Wohnen ins Leben. Rund 25 Vertreter aus Wohnungswirtschaft, Bezirken und Abgeordnetenhaus sollten dort viermal jährlich zusammenkommen, um die drängendsten Fragen der Berliner Wohnungsmarktentwicklung zu besprechen.
Der Anlass war klar: Berlin wuchs, und der Markt konnte nicht Schritt halten.
90.000 Wohnungen laut WoFIS-System
Zentrales Thema der ersten Sitzung war das verfügbare Flächenpotenzial. Die Senatsverwaltung stellte Ergebnisse aus dem neuen Wohnbauflächen-Informationssystem (WoFIS) vor. Die Daten zeigten: Allein auf größeren Flächen, geeignet für Projekte ab 50 Wohneinheiten, konnten bis 2020 über 90.000 neue Wohnungen entstehen.
Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup wertete die damalige Bautätigkeit als ersten Erfolg der eingeleiteten Maßnahmen. Die Wohnungsmarktakteure bestätigten, dass kurz- bis mittelfristig genügend Flächen vorhanden waren, um die Zielzahlen des Stadtentwicklungsplans Wohnen 2025 zu erreichen.
Fokus auf bezahlbaren Wohnraum
Allerdings betonte die Senatsverwaltung, dass die langfristige Flächenvorsorge schon damals gesichert werden musste. Staatssekretär Lütke Daldrup formulierte es so: "Die Angebote von Wohnungen in Berlin im mittleren und unteren Preissegment müssen sowohl im Neubau als auch in der Bestandsentwicklung erhöht werden." Instrumente wie das kooperative Baulandmodell und die Wohnungsbauförderung sollten dafür die Grundlage bilden.
Besonders in zentralen Lagen wie Mitte oder Charlottenburg-Wilmersdorf war der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum hoch. Die Marktentwicklung zeigte, dass steigende Mieten vor allem Haushalte mit geringerem Einkommen unter Druck setzten.
Was das für Investoren bedeutete
Die Gründung des Forum Wohnen war ein Signal an den Markt: Der Senat wollte den Wohnungsneubau aktiv fördern. Für Investoren und Projektentwickler hieß das einerseits politische Rückendeckung für Bauvorhaben. Andererseits zeichnete sich ab, dass bezahlbarer Wohnraum und das kooperative Baulandmodell die Kalkulation von Neubauprojekten beeinflussen würden.
Weitere Maßnahmen zur Beschleunigung des Wohnungsbaus sollten im Folgejahr diskutiert und umgesetzt werden.