Stadtentwicklung
Bebauungsplan Alexanderplatz
Alexanderplatz: Bebauungsplan für 150-Meter-Wohnturm von Hines liegt aus
Der überarbeitete B-Plan für das Hines-Hochhaus am Alexanderplatz ist öffentlich einsehbar. Statt eines Büroturms ist nun ein Wohnhochhaus vorgesehen.
Peter Guthmann
Seit dieser Woche und noch bis zum 30. April 2013 liegt der überarbeitete Bebauungsplan für das Hines-Hochhaus am Alexanderplatz in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung öffentlich aus. Es ist der letzte Schritt der Öffentlichkeitsbeteiligung nach der Bürgerbeteiligung von 2011.
Was sich geändert hat
Der seit 2000 rechtskräftige B-Plan basierte auf dem Masterplan des Architekten Hans Kollhoff aus den frühen 1990er-Jahren. Dieser sah ein Büroturm an einer anderen Stelle des Platzes vor. Auf Wunsch des US-amerikanischen Projektentwicklers Hines wurde der Plan in zwei Punkten geändert: Der Turm soll auf einem nördlich angrenzenden Grundstück stehen und voraussichtlich 150 Meter hoch werden. Und statt Büros sollen dort voraussichtlich Wohnungen entstehen.
Diese Nutzungsänderung hat einen konkreten Hintergrund. Laut Senatsverwaltung soll das Projekt dazu beitragen, den für die kommenden zwölf Jahre prognostizierten Bedarf an Neubauwohnungen zu decken. Die Marktdaten für den Bezirk Mitte zeigen, dass die Nachfrage nach Wohnraum in zentralen Lagen das Angebot deutlich übersteigt.
Architektenwettbewerb im Herbst
Nach Abschluss der öffentlichen Auslegung soll ein internationaler Gestaltungswettbewerb folgen. Senatsverwaltung und Hines messen dem Wettbewerb nach eigener Aussage hohe Bedeutung bei, um dem "städtebaulich architektonischen Anspruch dieses zentralen Platzes in der Mitte von Berlin" gerecht zu werden. Die Ergebnisse sollen im späten Herbst 2013 präsentiert werden.
Infrastrukturkosten und Einordnung
Hines hat sich verpflichtet, sich an den Kosten für die soziale und öffentliche Infrastruktur zu beteiligen, die mit dem Projekt zusammenhängt. Das ist für ein Vorhaben dieser Größenordnung üblich, aber trotzdem relevant: Es zeigt, dass der Projektentwickler nicht nur baut, sondern auch für die Folgekosten im Quartier mit aufkommt.
Ob der Turm tatsächlich Berlins höchstes Wohngebäude wird, hängt von den nächsten Planungsschritten ab. Dass ein Projektentwickler an einem der prominentesten Standorte der Stadt von Büro auf Wohnen umschwenkt, sagt aber einiges über die aktuelle Nachfragesituation auf dem Berliner Wohnungsmarkt.