Stadtentwicklung
Stadtentwicklung Berlin
Zentraler Immobilien-Ausschuss (ZIA) fordert mehr Hochhäuser für Berlin
Der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) plädiert für den Bau von Hochhäusern in Berlin. Bausenator Geisel unterstützt die Forderung. Welche Standorte im Gespräch sind.
Peter Guthmann
Der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) fordert einen städtebaulichen Kurswechsel in Berlin: weniger Flächenverbrauch, mehr Bauen in die Höhe. Das ist das Ergebnis eines Treffens von Projektentwicklern, Architekten, Finanzierern und Vertretern der Landespolitik.
ZIA-Präsident Andreas Mattner bringt es auf den Punkt: "Wer nicht länger in die Breite bauen kann, muss in die Höhe bauen." Die Nachfrage nach Wohnraum steigt, das Angebot an Baugrund ist begrenzt.
Standorte: City West und Alexanderplatz
Über die Notwendigkeit von Hochhäusern herrscht Einigkeit. Über die Standorte nicht. Im Gespräch sind die City West und das Zentrum rund um den Alexanderplatz in Mitte. Weitere Lagen werden diskutiert. Berlin habe in jedem Fall noch Platz für Wolkenkratzer, so die Runde.
Bausenator Geisel: "Größere Stückzahlen schnell und bezahlbar"
Die Forderungen stoßen in der Politik auf Zustimmung. Bausenator Andreas Geisel hatte bereits vor seinem Amtsantritt erklärt, Berlin brauche "an verschiedensten Orten Wohnungs-Hochhäuser". Seinen Vergleich mit New York kommentierte er so: Man finde New York nicht so reizvoll, weil die Stadt flach und grün sei. Geisels Argument ist pragmatisch: Nur über Verdichtung lasse sich der Zuzug bewältigen und der Druck auf die Mieten reduzieren.
Was das für Eigentümer und Investoren heißt
Für Grundstückseigentümer in den diskutierten Zonen könnte eine Ausweisung als Hochhausstandort den Bodenwert steigern. Für Investoren eröffnen sich Chancen bei großvolumigen Neubauprojekten. Die politische Unterstützung ist vorhanden. Ob die Genehmigungspraxis nachzieht, wird sich zeigen.
Die Diskussion berührt auch den Wohnungsmarkt insgesamt: Mehr Verdichtung heißt mehr Angebot auf begrenzter Fläche. Berlin muss dafür aber auch klären, wie Infrastruktur und Lebensqualität in verdichteten Quartieren funktionieren sollen.