Stadtentwicklung
Stadtentwicklung Reinickendorf
Flughafen Tegel: 450 Hektar für den Berliner Norden
Mit der geplanten Schließung von TXL 2011 werden 450 Hektar frei. Sechs Architektenbüros haben Konzepte vorgelegt, der Senat plant eine Mischnutzung.
Peter Guthmann
Wenn der neue Großflughafen BBI im Herbst 2011 in Betrieb geht, schließt Berlin-Tegel. 450 Hektar werden frei. Für rund 250.000 Anwohner in Reinickendorf und Teilen von Spandau fällt dann der Fluglärm weg.
Sechs Konzepte, eine Fläche
Im vergangenen Jahr haben sechs Architektenbüros ihre Ideen für das Gelände vorgestellt. Die Bandbreite:
- agence ter Landschaftsarchitekten: Renaturierung mit Wäldern, Mooren und Kleingärten
- Gerkan, Marg & Partner: Ökostadt mit Seenlandschaft
- west8 (Rotterdam): Park mit Windkrafträdern
- Machleidt und Partner: Kleinstadt aus Gewerbe und Wohnen
Auch eine Reservierung für Großveranstaltungen wie Olympische Spiele wurde diskutiert.
Was der Senat plant
Der vorläufige Flächennutzungsplan sieht Mischnutzung vor: Sonderbauflächen für einen Forschungs- und Industriepark für Zukunftstechnologie, gewerbliche Bauflächen und Wald- und Grünflächen. Die Berliner Wirtschaft hat Interesse an einer Ansiedlung signalisiert. Umstritten bleibt eine Teilfläche, die für militärische Nachnutzung vorgesehen ist.
Was das für den Immobilienmarkt heißt
Immobilien in den bisherigen Fluglärmzonen könnten von der Schließung profitieren. Ein Forschungs- und Industriepark würde Arbeitsplätze schaffen und die Nachfrage nach Wohnungen im Umfeld erhöhen. Bis das Areal vollständig entwickelt ist, werden allerdings Jahre vergehen. Die Marktdaten für den Berliner Norden sind bei der Einordnung hilfreich.
Geschichte des Flughafens
Tegel wurde im Herbst 1948 auf einem Raketenversuchsgelände als Militärflughafen errichtet, um die Berliner Luftbrücke zu unterstützen. Bis 1990 unterstand er als "Basis 165" der französischen Militärverwaltung. Erst eine Vereinbarung von 1960 ermöglichte die zivile Nutzung parallel zum Militärbetrieb.