Stadtentwicklung
Stadtentwicklung Berlin 2016
Berlin plant zwölf neue Stadtquartiere: Standorte, Leitbild und 30 Prozent Sozialwohnungen
Bausenator Geisel hat zwölf Standorte für neue Stadtquartiere vorgestellt. Je 3.000 bis 5.000 Wohnungen pro Quartier, 30 Prozent gefördert. Bauherren: landeseigene Gesellschaften, Genossenschaften und Private.
Peter Guthmann
Bausenator Andreas Geisel (SPD) hat Pläne für zwölf neue Stadtquartiere vorgestellt. Jedes soll 3.000 bis 5.000 Wohnungen umfassen. In unmittelbarer Umgebung sollen Schulen und soziale Infrastruktur entstehen.
Die zwölf Standorte
Die Quartiere verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet:
In Pankow: "Elisabeth-Aue", "Blankenburger Pflasterweg/Heinersdorf" und "Cluster Buch". In Prenzlauer Berg: "Michelangelostraße". In Treptow-Köpenick: "Johannisthal/Adlershof" und "Cluster Köpenick". In Neukölln: "Buckower Felder". In Steglitz: "Lichterfelde-Süd". In Spandau: "Wasserstadt Oberhavel" und "Gartenfeld". In Reinickendorf: "Schumacher Quartier" auf dem Gelände des Flughafens Tegel. In Mitte: "Europacity/Lehrter Straße" in Moabit.
Leitbild: Gemischte Stadt
Geisel sagte bei der Vorstellung: "Wir wollen aus dem Erbe des Siedlungsbaus der 1920er Jahre lernen und es mit dem Leitbild der gemischten Stadt verknüpfen, das wir gerade in den Gründerzeitquartieren finden." Als Bauherren sollen landeseigene Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften, Baugruppen und private Unternehmen auftreten. Angestrebt wird ein Anteil von 30 Prozent gefördertem Wohnraum.
Für Investoren und Projektentwickler eröffnet das Beteiligungsmöglichkeiten. Der Fokus liegt nicht allein auf Wohnungsbau, sondern auf gemischten Quartieren mit Nahversorgung und sozialer Infrastruktur.
Kritik und offene Fragen
Der Berliner Mieterverein reagierte verhalten. Damit die "Urbanität" kein Schlagwort bleibe, müsse eine echte Bürgerbeteiligung "auf Augenhöhe" stattfinden. Der Verein verwies auf die Lehren aus dem gescheiterten Bebauungsplan für das Tempelhofer Feld 2014. Der damalige Volksentscheid zeigte, dass Großprojekte in Berlin ohne Akzeptanz der Bevölkerung kaum umsetzbar sind.
Für die Marktentwicklung in den betroffenen Bezirken sind die Pläne relevant: Neue Quartiere verändern die Angebotsstruktur und können die Preise in der jeweiligen Umgebung beeinflussen.