Stadtentwicklung
Wohnungsbau Berlin
Wohnungsbau in Berlin: Senat plant 15.000 neue Wohnungen in Leichtbauweise
Berlin plant für 2016 den Bau von 15.000 Wohnungen in Leichtbauweise. Miete: rund 6,50 Euro pro Quadratmeter. Was das für den Markt bedeutet und welche Bedenken es gibt.
Peter Guthmann
Der Berliner Senat plant für das kommende Jahr die Vergabe von Aufträgen für rund 15.000 Wohnungen in Leichtbauweise. Das hat Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel angekündigt. Die Wohnungen sollen etwa die Hälfte der insgesamt 30.000 für 2016 geplanten Neubauten ausmachen.
Geplant ist eine Miete von rund 6,50 Euro pro Quadratmeter. Bauen sollen sowohl private als auch landeseigene Unternehmen. Der Anlass ist vor allem der Flüchtlingszuzug, aber auch andere Wohnungssuchende sollen profitieren.
Leichtbauweise: Schnell, aber umstritten
Befürworter führen den schnellen Baufortschritt an. Vorgefertigte und modulare Bauweisen ermöglichen eine zügige Errichtung, die früher zu Mieteinnahmen führt. Die Baukosten liegen unter denen konventioneller Projekte.
Kritiker verweisen auf den Brandschutz. Konstruktionen mit hohem Holzanteil weisen ein geringeres Sicherheitsniveau auf als Massivbauten. Auch Schallschutz und Dämmung stehen in der Diskussion. Langfristig könnten höhere Instandhaltungskosten anfallen.
Mögliche Standorte
Konkrete Standorte stehen noch nicht fest. Die Wohnkomplexe dürften vorrangig auf größeren landeseigenen Grundstücken entstehen. Bezirke mit entsprechenden Flächenpotentialen rücken in den Fokus, etwa Lichtenberg oder Randlagen von Treptow-Köpenick.
Eigentümer von Bestandsimmobilien in diesen Lagen sollten die Entwicklung beobachten: Eine Konzentration günstiger Wohnungen beeinflusst die lokale Mietpreisentwicklung und die soziale Struktur der Quartiere.
Einordnung für den Berliner Markt
15.000 neue und preisgünstige Wohnungen würden das untere Mietsegment kurzfristig entlasten. Für private Vermieter von unsanierten Altbauten oder einfachen Neubauten wächst die Konkurrenz. Gleichzeitig unterstreicht das Projekt die hohe Nachfrage in Berlin, ein Faktor, der das Investitionsklima insgesamt stützt.