Stadtentwicklung
Bau- und Mietenpolitik Berlin
Wohnungsneubau in Berlin 2015: IVD begrüßt Senator Geisels Förderpläne als \
Der IVD Berlin-Brandenburg begrüßt die Neubaupläne von Bausenator Geisel, übt aber zugleich Kritik an der Wohnungspolitik der vergangenen Jahre. Die Probleme seien hausgemacht.
Peter Guthmann
Der Immobilienverband Deutschland (IVD) Berlin-Brandenburg hat die Ankündigung von Bausenator Andreas Geisel (SPD) begrüßt, den Wohnungsneubau in Berlin mit neuen Instrumenten zu fördern. Gleichzeitig sollen die Mieten für einkommensschwache Haushalte bezahlbar bleiben.
"Dass es dringend Wohnungsneubau in Berlin braucht, um den Bedarf zu decken, ist keine Neuigkeit mehr. Von daher ist gut, dass sich der Senator mit diesem Thema ausgiebig beschäftigt", sagte Dirk Wohltorf, Vorstandsvorsitzender des IVD Berlin-Brandenburg.
Geisels Plan: Neubauförderung nach Einkommen
Kern der Vorschläge war ein Fördersystem, das sich an den Einkommen der Mieter orientiert und im Zeitverlauf anpassbar sein soll. Damit sollte sichergestellt werden, dass auch Menschen mit geringerem Einkommen weiterhin Wohnungen in Berlin finden können. Der IVD bewertete es positiv, dass bei der Belegung von Sozialwohnungen die Fehler der Vergangenheit, die zu sozialen Brennpunkten geführt hatten, nicht wiederholt werden sollten.
IVD: "Probleme sind hausgemacht"
Gleichzeitig übte der Verband Kritik an der Politik der vergangenen Jahre. "Die jetzt auftretenden Probleme sind allerdings hausgemacht. Wir erleben hier nicht zukunftsfähige politische Gestaltung, sondern die Korrektur des politischen Versagens der vergangenen Jahre", so Wohltorf. Zu wenige Baugenehmigungen, zu wenig ausgewiesenes Bauland und eine investorenfeindliche Rhetorik hätten die aktuelle Knappheit auf dem Wohnungsmarkt verursacht. Die Marktentwicklung der letzten Jahre zeigte einen kontinuierlichen Anstieg der Mieten und Kaufpreise, verstärkt durch das unzureichende Angebot.
Was das für Investoren bedeutete
Eine verlässliche Neubauförderung konnte die Wirtschaftlichkeit von Bauprojekten im Segment des bezahlbaren Wohnraums verbessern. Für Eigentümer von Bestandsimmobilien hätte eine Ausweitung des Angebots langfristig eine Stabilisierung des Marktes bedeutet, auch wenn der Nachfragedruck kurzfristig hoch bleiben würde.
Besonders in stark wachsenden Bezirken wie Pankow und Lichtenberg war der Bedarf an neuen Wohnungen hoch. "Bleibt zu hoffen, dass die nun richtigen Ansätze auch konsequent zu Ende gedacht und umgesetzt werden", so Wohltorf.