Stadtentwicklung
Forum Wohnen 2014
Neubauförderung in Berlin: Senat will 2014 den Wohnungsbau für mittlere Einkommen ankurbeln
Das Forum Wohnen forderte 2014 mehr finanzielle Anreize für den Neubau in Berlin. Die Senatsverwaltung reagierte mit konkreten Programmen für bezahlbaren Wohnraum.
Peter Guthmann
Das Land Berlin wollte 2014 den Wohnungsneubau für mittlere und untere Einkommensgruppen stärker fördern. Beim zweiten Treffen des "Forum Wohnen" diskutierten 25 Vertreter aus Wohnungswirtschaft, Interessengruppen und Politik, wie das gelingen könnte. Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup formulierte das Ziel klar: Auch Haushalte mit geringerem Einkommen sollten vom Neubau profitieren.
Drei Instrumente des Senats
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hatte ein Maßnahmenpaket vorbereitet:
- Wohnungsneubauförderung: Zuschüsse und vergünstigte Kredite sollten Bauprojekte im mittleren Preissegment wirtschaftlich tragfähig machen.
- Vergabe landeseigener Grundstücke: Flächen des Landes Berlin sollten verstärkt an die städtischen Wohnungsbaugesellschaften gehen, um den Bau bezahlbarer Wohnungen in Berlin zu beschleunigen.
- Kooperative Baulandentwicklung: Bei neuen Bauflächen sollten private Investoren vertraglich verpflichtet werden, einen Teil als geförderten Wohnraum zu errichten.
Ergänzend dazu sollte bei der Vergabe landeseigener Grundstücke das Konzeptverfahren systematisch angewendet werden. Statt ausschließlich nach Höchstpreis zu vergeben, sollten Nutzungskonzepte mit sozialer Komponente den Zuschlag erhalten.
Hintergrund: Angespannter Mietmarkt
Die Initiative fiel in eine Phase starken Zuzugs. Besonders in innerstädtischen Lagen wie Neukölln und Friedrichshain wurde bezahlbarer Wohnraum knapper. Die wachsende Bevölkerung erhöhte den Druck auf den Mietmarkt, was neue Förderinstrumente erforderte.
Perspektiven für Bauträger
Für Projektentwickler und Investoren eröffneten sich neue Chancen. Wer sich auf geförderten oder preisgebundenen Wohnungsbau spezialisierte, profitierte vom Konzeptverfahren. Die Neubauförderung konnte Projekte rentabel machen, die unter reinen Marktbedingungen nicht realisierbar gewesen wären.
Lütke Daldrup betonte, dass die Instrumente laufend angepasst würden: "Die Erfahrung wird zeigen, welche Modifikationen in der Ausgestaltung notwendig sind." Ein zentrales Anliegen war es, Genehmigungs- und Abwicklungsverfahren zu beschleunigen. Die Marktentwicklung der folgenden Jahre zeigte, dass einige dieser Instrumente tatsächlich Wirkung entfalteten.