Marktanalysen
Amt für Statistik Q1-Q3 2015
Baugenehmigungen Berlin Q1-Q3 2015: Weniger Anträge, aber 73,6 Prozent mehr Wohnungen durch Bestandsumbau
Die Berliner Bauämter genehmigen 2015 weniger Neubauprojekte, doch durch Umbau und Ausbau bestehender Gebäude entstehen 73,6 Prozent mehr Wohnungen als im Vorjahr.
Peter Guthmann
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat die Baugenehmigungen für die ersten drei Quartale 2015 veröffentlicht. Die Zahl der genehmigten Bauvorhaben ging auf 3.149 zurück, ein Minus von 4,2 Prozent. Trotzdem entstehen insgesamt 14.860 neue Wohnungen, 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Grund: ein massiver Anstieg bei Umbaumassnahmen im Bestand.
Rückgänge im Neubau
Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sanken die Genehmigungen um 13,9 Prozent, bei Mehrfamilienhäusern um 6,6 Prozent. Die veranschlagten Baukosten für alle genehmigten Vorhaben fielen um 12,1 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro.
Bestandsumbau als grösster Zuwachs
Der auffälligste Wert in der Statistik: Durch Baumassnahmen an bestehenden Gebäuden entstehen 3.360 neue Wohnungen. Das entspricht einem Plus von 73,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dachgeschossausbauten, Aufstockungen und Umnutzungen von Gewerbeflächen machen den grössten Teil aus. Diese Entwicklung zeigt, wie relevant die Potenziale bestehender Wohnimmobilien für die Schaffung neuen Wohnraums geworden sind.
Wo wird am meisten genehmigt?
Die meisten Baugenehmigungen für Wohnungen entfielen auf Treptow-Köpenick, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. Während Treptow-Köpenick noch über grössere Flächenreserven verfügt, liegt der Schwerpunkt in den dichter besiedelten Bezirken klar auf der Nachverdichtung.
Was die Zahlen zeigen
Die Statistik bestätigt einen Trend in der Marktentwicklung: Steigende Grundstückspreise und lange Genehmigungsverfahren für Neubauten machen den Ausbau im Bestand wirtschaftlich attraktiver. Obwohl weniger Anträge gestellt werden, wächst die Zahl der genehmigten Wohnungen. Pro Woche genehmigten die Berliner Bauämter rund 81 Vorhaben.