Marktanalysen
Analyse der Bauvorhaben Q1 2016
Baugenehmigungen in Berlin: Neubau im Fokus, Potenzial für Dachgeschossausbau scheint erschöpft
Neue Daten des Statistikamtes zeigen für Anfang 2016 eine klare Trendwende: Während Baugenehmigungen für Neubauwohnungen um über 22 % steigen, bricht der Dachgeschossausbau um mehr als die Hälfte ein.
Peter Guthmann
Im ersten Quartal 2016 genehmigte Berlin 5.817 Wohnungen, ein leichtes Plus von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinter dieser stabilen Gesamtzahl verbargen sich allerdings zwei gegenläufige Entwicklungen.
Neubau legt zu, Dachausbau bricht ein
Von den genehmigten Wohnungen sollten 5.129 neu gebaut werden, ein Plus von 22,1 Prozent. Den größten Anteil machten Mehrfamilienhäuser mit 4.617 Einheiten (+25,1 Prozent) aus.
Gleichzeitig sank die Zahl der durch Um- und Ausbau geschaffenen Wohnungen um 55,9 Prozent auf 688 Einheiten. Dachgeschossausbauten, lange ein beliebtes Mittel zur Nachverdichtung, verloren stark an Bedeutung. Das Potenzial in diesem Segment schien in vielen Lagen weitgehend ausgeschöpft.
Wo am meisten gebaut wurde
Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg gingen die meisten Baugenehmigungen für neue Wohnungen in Berlin an die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte und Pankow. In Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf wurde vor allem im höherpreisigen Segment gebaut, Pankow bediente die Nachfrage von Familien und jungen Berufstätigen.
Einordnung für den Markt
Die Zahlen zeigten eine klare Verschiebung hin zum Neubau. Für Eigentümer von Immobilien mit ungenutztem Dachpotenzial konnte das allerdings auch bedeuten, dass dessen Wert stieg, weil immer weniger solcher Projekte realisiert wurden. Die Marktentwicklung der Folgejahre bestätigte: Der Neubau von Mehrfamilienhäusern blieb der bestimmende Faktor im Berliner Wohnungsbau.