Grundstückspreise steigen schneller als Richtwerte
Der Anfang Juni veröffentlichte "Ad hoc Marktreport" des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Berlin zeigt: Die Preise für unbebaute Grundstücke im Wohnungsbau stiegen in den ersten drei Monaten 2016 auf 113 Prozent der aktuellen Bodenrichtwerte (Indexstand 100 zu Jahresbeginn).
Die Bodenrichtwerte werden aus vergangenen Kaufpreisen abgeleitet. Der aktuelle Markt lief diesen amtlichen Werten davon. Investoren und Bauherren zahlten spürbar mehr als der Richtwert vorgab. Das war ein Zeichen für einen angespannten Markt mit knappem Angebot an bebaubaren Flächen.
Unterschiede nach Bezirk
Spitzenreiter war Steglitz-Zehlendorf mit 133 Prozent. Dicht dahinter folgten Tempelhof-Schöneberg und Lichtenberg mit jeweils 132 Prozent. Auch im Osten Berlins war die Nachfrage also hoch. Am moderatesten fiel der Anstieg in Pankow aus: 102 Prozent. Aber auch hier ging es aufwärts.
Folgen für Wohnungspreise
Steigende Grundstückskosten sind einer der größten Kostentreiber im Neubau. Projektentwickler geben diese Ausgaben an die Käufer weiter. Das heißt: Neubauwohnungen werden teurer. Dieser Effekt überträgt sich auf den Bestandsmarkt. Wenn neue Wohnungen teurer werden, steigt die Nachfrage nach Bestandsobjekten, und damit auch dort der Preis.
Für Eigentümer bedeutete diese Entwicklung eine Wertsteigerung. Für Käufer höhere Einstiegskosten. Die aktuellen Marktdaten bestätigten, dass sich der Trend im weiteren Jahresverlauf fortsetzte.