Marktanalysen
Baukosten Berlin
Baupreise Berlin 2015: Handwerkerkosten steigen deutlich
Im August 2015 stiegen die Baupreise für Wohngebäude in Berlin um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Maler- und Metallbauarbeiten verteuerten sich am stärksten. Ein Überblick nach Gewerken.
Peter Guthmann
Laut Statistikamt Berlin-Brandenburg verteuerte sich der Neubau von Wohngebäuden in Berlin im August 2015 um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Allein gegenüber Juli 2015 betrug der Anstieg 0,6 Prozent.
Die Unterschiede zwischen den Gewerken waren dabei erheblich.
Gewinner und Verlierer nach Gewerken
Die stärksten Preissteigerungen verzeichneten Maler- und Lackierarbeiten mit plus 5,8 Prozent im Jahresvergleich. Metallbauarbeiten verteuerten sich um 5,2 Prozent, Rollladenarbeiten um 4,8 Prozent. Auch Zimmer- und Holzbauarbeiten (plus 3,6 Prozent) und Abdichtungsarbeiten (plus 3,2 Prozent) zogen spürbar an.
Estricharbeiten waren die Ausnahme: Sie verbilligten sich um 1,9 Prozent. Bei Entwässerungskanalarbeiten (minus 0,4 Prozent) und Verbauarbeiten (minus 0,2 Prozent) waren die Rückgänge marginal.
Auch Instandhaltung wurde teurer
Nicht nur Neubauten kosteten mehr. Instandhaltungsarbeiten an bestehenden Wohngebäuden verteuerten sich um 2,4 Prozent, Schönheitsreparaturen sogar um 2,7 Prozent. Für Eigentümer, die 2015 Modernisierungen planten, hieß das: Sanierungen und Renovierungen fielen merklich teurer aus als im Vorjahr.
Hintergrund: Wachsende Nachfrage nach Bauleistungen
Die Preissteigerungen spiegelten die wachsende Nachfrage nach Wohnraum in Berlin wider. Handwerksbetriebe konnten ihre Preise anheben, weil die Kapazitäten zunehmend ausgelastet waren. Für Investoren bedeuteten die höheren Baukosten straffere Kalkulationen bei Neubau- und Sanierungsprojekten.
Gleichzeitig ließen sich die gestiegenen Herstellungskosten am Berliner Wohnungsmarkt an Käufer weitergeben, denn die Nachfrage war hoch genug. Wer 2015 frühzeitig Bauaufträge vergab, konnte sich noch Kostenvorteile gegenüber späteren Preissteigerungen sichern.