Marktanalysen
Baukosten Berlin
Baupreise in Berlin steigen im Februar 2016 um 2,2 Prozent: Ausbaugewerke als Preistreiber
Neubau in Berlin wird teurer: Laut Statistikamt stiegen die Baupreise im Februar 2016 um 2,2 % gegenüber dem Vorjahr. Malerarbeiten verteuerten sich um 7,3 %, Rohbau blieb vergleichsweise stabil.
Peter Guthmann
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg meldet für Februar 2016 einen Anstieg der Neubaupreise für Wohngebäude um 2,2 Prozent im Jahresvergleich. Im November 2015 lag die Rate noch bei 1,8 Prozent. Auch gegenüber November zogen die Preise um 0,8 Prozent an. Der Kostendruck nimmt also zu.
Ausbauarbeiten treiben die Preise
Die Ausbauarbeiten verteuerten sich im Schnitt um 2,6 Prozent. An der Spitze stehen Maler- und Lackierarbeiten mit plus 7,3 Prozent. Danach folgen Rollladenarbeiten (+5,4 %), Zimmer- und Holzbauarbeiten (+4,7 %) sowie Heiz- und zentrale Wassererwärmungsanlagen (+3,9 %).
Die Rohbauarbeiten stiegen moderater: Mauerarbeiten um 1,6 Prozent, Betonarbeiten um 0,5 Prozent. Bei Estricharbeiten gab es sogar einen Rückgang von 2,7 Prozent, bei Stahlbauarbeiten von 0,3 Prozent.
Folgen für Investoren und Eigentümer
Wer den Bau neuer Wohnungen in Berlin plant, muss mit höheren Gestehungskosten rechnen. Diese werden sich in den Verkaufspreisen für Neubauwohnungen niederschlagen. Gleichzeitig steigt die Attraktivität von Bestandsimmobilien, weil der Preisabstand zum Neubau wächst.
Auch Sanierungen und Modernisierungen werden teurer. Der Anstieg bei den Ausbaugewerken betrifft Eigentümer direkt, etwa bei Fassadenarbeiten oder dem Einbau neuer Heizungsanlagen.
Einordnung
Die steigenden Baukosten sind Folge der hohen Baunachfrage in Berlin. Der anhaltende Bevölkerungszuwachs sorgt für volle Auftragsbücher der Baufirmen, besonders in nachgefragten Lagen wie Mitte. Die Kapazitäten sind knapp, und das treibt die Preise. Für die Marktentwicklung insgesamt heißt das: Der Druck auf dem Wohnungsmarkt lässt vorerst nicht nach.