Marktanalysen
Berliner Einwohnerzahlen im Überblick
Bevölkerungsentwicklung Berlin 2018: Wo die Hauptstadt wächst und wo sie schrumpft
2018 wuchs Berlin nur noch um 0,9 Prozent. Mehr Deutsche verliessen die Stadt als hinzukamen, internationaler Zuzug sicherte das Plus. In den Aussenbezirken lag das Wachstum am höchsten, einzelne Innenstadtkieze verloren Einwohner.
Peter Guthmann
Die Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg für 2018 zeigen einen Berliner Wohnungsmarkt im Wandel. Das Bevölkerungswachstum fiel mit rund 38.750 Personen (ca. 0,9 %) so gering aus wie seit dem Zensus 2011 nicht mehr. In den Vorjahren lag es teils doppelt so hoch.
Auffällig ist die Zusammensetzung: Im Saldo verliessen über 6.000 Deutsche die Stadt. Dass die Bevölkerung trotzdem wuchs, lag am Zuzugsüberschuss von 37.000 Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft. Berlin bleibt ein internationaler Anziehungspunkt, aber die Nachfrage nach Wohnraum verschiebt sich. Kleinere, möblierte Einheiten in gut angebundenen Lagen sind bei internationalen Zuzüglern besonders gefragt.
Wachstum verlagert sich an den Stadtrand
Die Bezirksdaten zeichnen ein klares Bild: Die stärksten Zuwächse fanden nicht mehr in der Innenstadt statt, sondern in den Aussenbezirken. Köpenick wuchs um 2,09 Prozent, Lichtenberg verzeichnete in absoluten Zahlen das grösste Plus. Auch Pankow und Marzahn-Hellersdorf legten zu. Viele zentrale Bezirke blieben unter dem Durchschnitt.
Für Käufer von Wohnungen in Berlin verschieben sich damit die Koordinaten. Die Infrastrukturanbindung und die Entwicklung lokaler Zentren in den Randlagen werden zu wichtigen Kriterien bei Investitionsentscheidungen.
Abwanderung ins Umland nimmt zu
Im Saldo verlor Berlin 2018 über 12.000 Einwohner an den Brandenburger Speckgürtel. Fast 20 Prozent aller Fortzüge gingen nach Brandenburg. Es sind vor allem Familien und einkommensstärkere Haushalte, die mehr Platz und Eigentum suchen. In den angrenzenden Gemeinden steigt die Nachfrage entsprechend.
Graefekiez: Trendkiez verliert Einwohner
Auch in etablierten Innenstadtquartieren zeigen sich Veränderungen. Der Graefekiez in Kreuzberg verlor 2018 im Saldo Einwohner, vor allem durch Umzüge in andere Berliner Kieze. Hohe Miet- und Kaufpreise scheinen die Attraktivität zu bremsen. Ähnliche Tendenzen sind in Teilen von Neukölln zu beobachten. Für Bestandseigentümer bedeutet das stabile Mieteinnahmen auf hohem Niveau, für Neuinvestoren dagegen ein eher geringeres Renditepotenzial im Vergleich zu aufstrebenden Lagen.