Steuern
Steuerliche Förderung 2016
Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau: Berlin ist Fördergebiet
Das Bundeskabinett hat eine Sonderabschreibung für den Mietwohnungsneubau beschlossen. Berlin qualifiziert sich über die Mietpreisbremse automatisch. Bauanträge müssen zwischen 2016 und 2018 gestellt werden.
Peter Guthmann
Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus gebilligt. Berlin fällt als Gebiet mit geltender Mietpreisbremse automatisch in die Förderung. Für Investoren und Bauträger, die in der Hauptstadt neue Wohnungen schaffen wollen, ändert das die Rechnung.
Die Bedingungen im Detail
Die Förderung soll bezahlbaren Wohnraum schaffen, nicht Luxuswohnungen subventionieren. Die Regeln:
- Baukostenobergrenze: maximal 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche
- Förderfähige Kosten: davon höchstens 2.000 Euro pro Quadratmeter
- Sonderabschreibung: im Jahr der Fertigstellung und im Folgejahr jeweils 10 Prozent, im dritten Jahr 9 Prozent der förderfähigen Kosten (zusätzlich zur normalen AfA von 2 Prozent)
- Nutzungsbindung: mindestens zehn Jahre Vermietung zu Wohnzwecken
Warum Berlin automatisch dabei ist
Der Gesetzentwurf knüpft die Förderung an Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt, konkret an Gebiete mit Mietpreisbremse. Da diese in Berlin seit Juni 2015 gilt, qualifiziert sich das gesamte Stadtgebiet.
Zeitfenster: 2016 bis 2018
Gefördert werden nur Bauvorhaben, deren Bauantrag oder Bauanzeige zwischen Anfang 2016 und Ende 2018 eingereicht wird. Die letzte Sonderabschreibung ist im Jahr 2022 möglich. Die Befristung setzt einen Anreiz, geplante Projekte zügig umzusetzen. Finanzminister Wolfgang Schäuble: "Vor allem in den Grossstädten fehlen Wohnungen. Wir müssen jetzt die richtigen Anreize setzen und den Neubau von Wohnungen gezielt und zeitlich befristet steuerlich fördern."
Wo in Berlin sich die Förderung besonders lohnt
In zentralen Lagen wie Mitte sind die Grundstückspreise hoch, was die Einhaltung der Baukostenobergrenze erschwert. In den Entwicklungsgebieten der äusseren Bezirke, etwa in Lichtenberg, Pankow oder Treptow-Köpenick, sieht die Kalkulation anders aus. Hier gibt es noch Flächen für Neubauprojekte, und die Baukosten bleiben eher im förderfähigen Rahmen.