Marktanalysen
Berliner Grundstücksmarkt
Grundstücksmarkt Berlin 2014: Weniger Verkäufe, sinkende Preise
Die Verkäufe von unbebautem Bauland in Berlin gingen 2014 um 24 Prozent zurück. Auch der Durchschnittspreis sank, von 346 auf 303 Euro pro Quadratmeter. Die Unterschiede zwischen den Bezirken sind enorm.
Peter Guthmann
Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg wurden 2014 nur 1.150 Baulandverkäufe in Berlin erfasst, ein Rückgang von 24 Prozent gegenüber den 1.512 Kauffällen des Vorjahres. Der durchschnittliche Kaufwert sank ebenfalls, von 346 Euro pro Quadratmeter auf 303 Euro. Insgesamt wechselten rund 2,1 Millionen Quadratmeter für ein Volumen von etwa 650 Millionen Euro den Eigentümer.
Enorme Preisspanne zwischen den Bezirken
Die Bezirksdaten zeigen, wie unterschiedlich der Berliner Grundstücksmarkt ist. In Mitte lagen die Durchschnittspreise bei 1.116 Euro pro Quadratmeter, in Charlottenburg-Wilmersdorf bei 976 Euro. Friedrichshain-Kreuzberg kam auf 489 Euro je Quadratmeter. Am anderen Ende der Skala: Marzahn-Hellersdorf mit 130 Euro pro Quadratmeter.
Diese Spanne verdeutlicht, dass es "den" Berliner Grundstückspreis nicht gibt. Die Lage bestimmt den Wert, und Durchschnittswerte über die gesamte Stadt sagen wenig über einzelne Standorte aus.
Weniger Angebot statt weniger Nachfrage?
Der Rückgang der Transaktionen muss nicht heißen, dass weniger Interesse an Bauland besteht. Branchenkenner vermuten, dass viele Eigentümer ihre Grundstücke zurückhalten, weil sie mit weiter steigenden Preisen rechnen. Weniger verfügbare Flächen führen dann automatisch zu weniger Kauffällen. Dass gleichzeitig die Kaufpreise für Bestandswohnungen weiter steigen, stützt diese Lesart.
Für Investoren, die Bauland für Neubauprojekte suchen, wird die Situation dadurch nicht einfacher. In gefragten Lagen bleibt der Wettbewerb hoch, und der gesunkene Durchschnittspreis dürfte vor allem auf eine Verlagerung der Transaktionen in günstigere Randlagen zurückgehen.
Brandenburg: Gegenläufiger Trend
Während der Berliner Markt stagniert, stiegen die Baulandverkäufe in Brandenburg 2014 um 9 Prozent. Allerdings liegt das Preisniveau dort bei durchschnittlich 49 Euro pro Quadratmeter, einem Bruchteil der Berliner Werte. Der Trend deutet darauf hin, dass Projektentwickler und private Bauherren zunehmend auf das Umland ausweichen, wenn innerhalb Berlins keine geeigneten Flächen zu finden sind.