Marktanalysen
Berliner Immobilienmarkt im Detail
Immobilienpreise Berlin Mai 2023: Preiskorrektur statt Crash. Wo sich der Markt stabilisiert
Nach der Unsicherheit der letzten Monate stabilisiert sich der Berliner Immobilienmarkt. Die Preisrückgänge sind meist Korrekturen. Wo erholt sich der Markt?
Peter Guthmann
Korrektur statt Trendwende
Der Berliner Immobilienmarkt war in den vergangenen sechs Monaten von Unsicherheit geprägt. Die Zinswende Mitte 2022 und die gestiegene Inflation hatten für Nervosität gesorgt. Im zweiten Quartal 2023 beruhigt sich die Lage. Die Preisrückgänge fanden vor allem dort statt, wo es in der ersten Jahreshälfte 2022 spekulative Preissprünge gegeben hatte. Es handelt sich also eher um Korrekturen als um einen Markteinbruch.
Preise ziehen wieder leicht an
Die Marktdaten zeigen: Die Preise für Bestandswohnungen steigen über den gesamten Stadtraum betrachtet wieder leicht. Im Dreimonatszeitraum, auf Halbjahressicht und im Jahresvergleich weisen die Daten auf eine moderate Erholung hin.
Ein schneller, flächendeckender Preisanstieg ist nicht in Sicht. Aber die Rahmenbedingungen in Berlin bleiben intakt: anhaltender Zuzug, knappes Angebot, hohe Mietnachfrage.
Unterschiedliche Entwicklung in den Bezirken
Die Erholung verläuft nicht überall gleich. In Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf haben sich leichte Abwärtstrends bereits wieder ins Plus gedreht. In Pankow wurde die Preisspitze vom Frühjahr 2022 bereinigt. Die Entwicklung läuft dort jetzt seitwärts auf stabilem Niveau.
Für Investoren lohnt sich der Blick auf die einzelnen Bezirksreports. Die Unterschiede zwischen den Lagen bieten Einstiegsmöglichkeiten in Quartiere mit Erholungspotenzial.
Längere Vermarktungsdauer
Eine Folge der höheren Bauzinsen: Wohnungen in Berlin verkaufen sich langsamer als vor einem Jahr. Die durchschnittliche Vermarktungsdauer liegt aktuell zwischen 14 und 21 Wochen.
Besonders betroffen ist das Preissegment von 2.500 bis 5.000 EUR/m². Hier befinden sich die meisten vermieteten Wohnungen, also klassische Kapitalanlagen. Seit Januar 2023 steigen die Verkaufszeiten in diesem Segment deutlich an, weil die Finanzierbarkeit für viele Käufer schwieriger geworden ist. Die extrem kurzen Verkaufszeiten aus der Corona-Phase 2020, als das Angebot knapp war, gehören vorerst der Vergangenheit an.