Die Wohnkosten in Berlin zeigten sich Anfang 2016 zweigeteilt. Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg stiegen die Nettokaltmieten im Februar im Jahresvergleich um durchschnittlich 1,6 Prozent. In den Vormonaten hatte der Anstieg jeweils bei 1,5 Prozent gelegen. Der Anstieg beschleunigte sich also leicht.
Gleichzeitig müssen Mieter unter dem Strich trotzdem nicht mehr zahlen als zuvor. Denn die Nebenkosten gingen weiter zurück, und zwar um 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das führt dazu, dass die Bruttowarmmieten insgesamt nur um 0,9 Prozent stiegen.
Warum die Nebenkosten sinken
Der Rückgang der Nebenkosten geht vor allem auf gesunkene Energiepreise zurück. Heizoel war im Februar 34,5 Prozent günstiger als im Vorjahr. Davon profitieren besonders Mieter in unsanierten Altbauten mit Oelheizung, wie sie etwa in Teilen von Neukölln oder Charlottenburg noch verbreitet sind. In Neubaugebieten und zentralen Lagen wie Mitte, wo Fernwaerme oder Gasheizungen ueberwiegen, faellt der Effekt geringer aus.
Gegenüber Januar stiegen die Heizoelpreise allerdings schon wieder um drei Prozent. Weil sich das erst in der Jahresendabrechnung bemerkbar macht, waren bei den Mietnebenkosten gegenüber dem Vormonat noch keine Veraenderungen messbar.
Einordnung für Eigentümer
Für Vermieter von Wohnungen in Berlin hat diese Entwicklung praktische Folgen. Die Betriebskostenabrechnungen dürfte in diesem Jahr günstiger ausfallen, was die Mieterzufriedenheit stützt. Gleichzeitig bleibt die Kaltmiete stabil aufwaerts gerichtet. Die seit Juni 2015 geltende Mietpreisbremse soll den Anstieg bei Neuvermietungen daempfen, doch der Markt zeigt weiterhin eine stetige Grunddynamik.
Ob sich die Energiepreise auf dem niedrigen Niveau halten, wird für den weiteren Verlauf der Marktentwicklung beim Berliner Mietmarkt mitentscheidend sein.