Marktanalysen
Berliner Wohnungsmarkt
Mietspiegel 2024: Bestandsmieten in Berlin bei 7,21 Euro pro Quadratmeter
Der neue Mietspiegel ist da. Die Durchschnittsmiete steigt nur um 5 Cent, aber Zehntausende Adressen wurden in der Wohnlagenbewertung neu eingestuft.
Peter Guthmann
7,21 Euro pro Quadratmeter
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat den Berliner Mietspiegel 2024 vorgestellt. Durchschnittliche Nettokaltmiete: 7,21 Euro pro Quadratmeter. Das sind 5 Cent mehr als im letzten qualifizierten Mietspiegel, ein Plus von 0,7 Prozent. Das Zahlenwerk basiert auf 16.000 Miet- und Ausstattungsdaten und ist für rund 1,4 Millionen nicht preisgebundene Wohnungen in Berlin relevant.
Erstmals seit 2019 wird der Mietspiegel wieder von allen Verbänden anerkannt, sowohl auf Mieter- wie auf Vermieterseite. Senator Christian Gaebler (SPD): „Die angespannte Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt zeigt sich im Jahr 2023 deutlicher als je zuvor. Diese Schere muss verringert werden." Gemeint ist die Kluft zwischen Bestandsmieten und Neuvermietungspreisen. Im Ergebnis unserer Marktanalyse zeigt sich dieser Unterschied besonders in gefragten Lagen.
Zehntausende Adressen neu eingestuft
Die Wohnlagenbewertung wurde komplett überarbeitet. 34.000 Adressen höher, 31.000 niedriger eingestuft. Für Eigentümer in aufgewerteten Lagen, etwa in Teilen von Mitte, Pankow oder Neukölln, können sich daraus Spielräume für Mietanpassungen ergeben. Umgekehrt kann eine Abstufung bestehende Erhöhungsmöglichkeiten einschränken. In beiden Fällen lohnt sich ein Blick in die aktualisierte Orientierungshilfe zur Spanneneinordnung.
Was Eigentümer wissen sollten
Der qualifizierte Mietspiegel ist die rechtliche Basis für Mieterhöhungen bis zur Kappungsgrenze, in Berlin maximal 15 Prozent innerhalb von drei Jahren. Die Miete darf den im Mietspiegel ausgewiesenen Wert nicht übersteigen. Bei der Einordnung fließen Merkmale wie Bad, Küche und energetischer Zustand ein.
Gaebler fordert von der Bundesregierung eine Verlängerung der Mietpreisbremse und eine Überprüfung bestehender Ausnahmen. Gleichzeitig betont er: Mehr Wohnungsneubau bleibt der wirksamste Hebel gegen steigende Mieten. Wer eine Immobilienbewertung für sein Berliner Objekt plant, sollte die neuen Wohnlagendaten berücksichtigen.