Marktanalysen
Berliner Großsiedlungen 2010
Plattenbauten in Berlin: Saniert, gedämmt, vermietet
Sanierte Plattenbauten bieten niedrige Heizkosten und günstige Kaufpreise. Ein Blick auf die Berliner Großsiedlungen im Jahr 2010.
Peter Guthmann
Plattenbauten prägen ganze Bezirke im Osten Berlins, allen voran Marzahn-Hellersdorf. Aber auch im Westen stehen Großsiedlungen in dieser Bauweise: das Märkische Viertel in Reinickendorf oder die Gropiusstadt in Neukölln.
Bauweise und Geschichte
Die Tafelbauweise, bei der vorgefertigte Wand- und Deckenplatten die tragende Funktion übernehmen, hat in Berlin eine lange Geschichte. Die Splanemann-Siedlung in Lichtenberg entstand bereits 1926 bis 1930. Zu DDR-Zeiten galten Neubauwohnungen als modern: Fernwärme, fließend Warmwasser, einheitliche Grundrisse. Die Nachfrage war hoch.
Nach 1990 kippte das Bild. Leerstand, soziale Probleme und ein schlechter Ruf in Westdeutschland, geprägt durch Berichte wie "Christiane F.", drückten die Nachfrage. Im Osten war die Durchmischung der Bewohnerschaft dagegen Tradition: Schlosser neben Hochschulprofessor. Diese Struktur hat sich in manchen Quartieren erhalten.
Was die Sanierung gebracht hat
Das Programm "Stadtumbau Ost" hat viele Siedlungen verändert. Wärmedämmung an Fassaden und Dächern, neue Fenster, modernisierte Heizungsanlagen. Das Ergebnis: Der Energieverbrauch sinkt, die Nebenkosten für Mieter fallen spürbar niedriger aus als in unsanierten Altbauten. Wer in einem modernisierten Plattenbau wohnt, braucht im Winter die Heizung kaum aufzudrehen, die gespeicherte Wärme der vielen Wohneinheiten und die Dämmung reichen oft aus.
Zahlen für Kapitalanleger
Die Kaufpreise pro Quadratmeter liegen bei Plattenbauten unter denen von Altbauten in vergleichbaren Lagen. Die Grundrisse sind funktional und flächeneffizient. In sanierten Quartieren sind die Mieteinnahmen stabil. Für Kapitalanleger ist das eine kalkulierbare Anlageklasse mit niedrigem Einstiegspreis.