Marktanalysen
Stadtentwicklungsmonitoring 2009
Monitoring Soziale Stadtentwicklung: Berlin unterteilt sich in 447 Planungsräume
Berlin wird neu vermessen: Die Senatsverwaltung liefert erstmals soziostrukturelle Daten für 447 Planungsräume statt der bisherigen 319 Verkehrszellen.
Peter Guthmann
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat das Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2009 veröffentlicht. Erstmals wird Berlin dabei nicht in 319 Verkehrszellen, sondern in 447 Planungsräume unterteilt. Diese kleinteiligere Gliederung erlaubt genauere Aussagen über soziostrukturelle Veränderungen auf Quartiersebene.
Was das Monitoring erfasst
Das Indikatorensystem bewertet jeden Planungsraum anhand von zwei Dimensionen: dem aktuellen Status und der Veränderungsdynamik über einen bestimmten Zeitraum. In die Bewertung fließen unter anderem Arbeitslosenquote, Anteil von Transferleistungsbeziehern und demografische Zusammensetzung ein.
Auf dieser Basis werden die 447 Planungsräume in vier Gruppen eingeteilt:
- Gruppe 1: Beste Kennzahlen und positivste Entwicklungsdynamik
- Gruppe 2: Stabile, positive Entwicklung
- Gruppe 3: Unterdurchschnittliche, aber noch stabile Werte
- Gruppe 4: Schwächste Kennzahlen und größte soziale Herausforderungen
Diese Klassifizierung dient der Stadt als Grundlage für den Einsatz von Fördermitteln, etwa aus dem Programm Soziale Stadt.
Was die Daten für den Immobilienmarkt bedeuten
Die Studie macht Unterschiede sichtbar, die bei einer reinen Bezirksbetrachtung untergehen. Innerhalb eines Bezirks wie Neukölln können einzelne Planungsräume der Gruppe 1 oder 2 angehören, während andere in Gruppe 4 fallen. Auch in etablierten Lagen wie Mitte gibt es Quartiere mit negativer Dynamik.
Für Eigentümer und Investoren, die sich mit Wohnungen in Berlin befassen, bieten die Daten eine Möglichkeit, Mikrolagen datengestützt einzuschätzen. Die vollständige Studie ist auf den Seiten der Senatsverwaltung abrufbar.