Marktanalysen
Suburbanisierung in der Hauptstadtregion
Immobilienpreise Berlin 2021: Wie der Trend ins Umland den Markt verändert
Die Pandemie beschleunigt den Trend von der Stadt ins Grüne. Immer mehr Berliner ziehen nach Brandenburg. Das verändert die Immobilienpreise in der gesamten Metropolregion und schafft neue Investitionschancen.
Peter Guthmann
Die Corona-Pandemie und der Aufstieg des Homeoffice veraendern die Wohnpraeferenzen in der Hauptstadtregion. Immer mehr Berliner zieht es an den Stadtrand oder direkt nach Brandenburg. Dieser Trend bestand bereits vor der Krise, gewinnt aber aktuell an Dynamik und wirkt sich direkt auf die Marktentwicklung und die Immobilienpreise in der gesamten Metropolregion aus.
Corona als Verstaerker eines bestehenden Trends
Schon seit 2014 verzeichnen deutsche Grossstaedte, darunter Berlin, einen negativen Binnenwanderungssaldo: Es ziehen mehr Menschen ins Umland als umgekehrt. Die Pandemie verstaerkt das. Die Moeglichkeit, dauerhaft im Homeoffice zu arbeiten, loest die Bindung an den staedtischen Arbeitsort. Laut Digitalverband bitkom wuerde jeder fuenfte Berufstaetige bei dauerhafter Homeoffice-Moeglichkeit umziehen. Besonders junge Familien suchen mehr Platz, einen Garten und guenstigere Lebenshaltungskosten im Umland.
Von Pankow nach Barnim: Die neuen Pendlerachsen
Die Daten des Amtes fuer Statistik Berlin-Brandenburg bestaetigen den Trend. Allein in den ersten neun Monaten 2020 zogen rund 14.900 Menschen von Berlin nach Brandenburg. Beliebteste Ziele sind die direkt angrenzenden Landkreise Oberhavel, Barnim und Maerkisch-Oderland. Hauptabwanderungsbezirke auf Berliner Seite: Pankow, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Koepenick. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach zentral gelegenen Wohnungen in Berlin, besonders bei Studierenden und internationalen Zuzueglern, hoch.
Auswirkungen auf die Immobilienpreise
Die Suburbanisierung treibt die Preise im Speckguertel spuerbar in die Hoehe. Kreise wie Potsdam-Mittelmark und Dahme-Spreewald gehoeren bereits zu den teuersten Regionen Ostdeutschlands. Gleichzeitig ist der angespannte Berliner Wohnungsmarkt selbst ein wesentlicher Grund fuer die Abwanderung. Laut einer Studie des Verbands der Sparda-Banken zaehlen Viertel in Mitte, Tiergarten und Dahlem mit Quadratmeterpreisen von ueber 6.000 Euro zu den teuersten in Deutschland. Diese hohen Preise machen den Kauf von Wohneigentum fuer viele Familien in der Innenstadt unerschwinglich.
Investitionspotenziale
Fuer Immobilieninvestoren verschiebt sich die Landkarte. Waehrend der Berliner Markt weiterhin als einer der attraktivsten in Europa gilt, ruecken die Metropolregion und der Speckguertel staerker in den Fokus. Die Nachfrage nach Einfamilienhaeusern und groesseren Wohnungen mit guter digitaler Infrastruktur im Umland steigt. Fuer Eigentuemer in Berlin bedeutet der Trend eine anhaltend hohe Wertstabilitaet, da die Stadt trotz Familienabwanderung durch andere Gruppen weiterhin Zuzugsziel bleibt. Investitionen in den angrenzenden Brandenburger Gemeinden versprechen derzeit Wertsteigerungspotenzial.