Marktanalysen
Tourismus und Immobilienmarkt
Tourismus Berlin 2015: Rekord bei Übernachtungen, Rückgang aus Russland
5,8 Millionen Gäste und 13,8 Millionen Übernachtungen im ersten Halbjahr 2015. Während Briten, Amerikaner und Italiener den Markt treiben, brechen die russischen Besucherzahlen ein.
Peter Guthmann
Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg besuchten im ersten Halbjahr 2015 insgesamt 5,8 Millionen Gäste die Hauptstadt, 4,9 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 4,8 Prozent auf 13,8 Millionen. Pro Nacht wurden damit im Schnitt rund 38.000 Gästebetten benötigt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 2,4 Nächten.
Internationale Gäste: Verschiebungen bei der Herkunft
2,2 Millionen ausländische Gäste kamen nach Berlin. Besonders stark vertreten: Besucher aus Großbritannien, den USA und Italien, die zusammen 26 Prozent aller internationalen Gäste ausmachten.
Auf der anderen Seite brachen die Zahlen aus Russland ein. Minus 19,5 Prozent bei den Gästen, minus 23,7 Prozent bei den Übernachtungen. Experten führen das weniger auf die politische Lage als auf den Verfall des Rubels zurück. Viele Russen können sich Reisen nach Deutschland schlicht nicht mehr leisten.
Zusammenhang mit dem Immobilienmarkt
Der anhaltende Touristenstrom treibt die Nachfrage nach temporärem Wohnraum. Hotels, Hostels und Pensionen profitieren, und in touristischen Lagen wie Mitte oder Friedrichshain-Kreuzberg sind Ferienwohnungen ein relevanter Faktor.
Indirekt wirkt sich der Tourismus auch auf den regulären Mietmarkt aus: Beschäftigte aus Hotel- und Gastronomiebranche suchen Wohnungen in Berlin, häufig in Bezirken wie Neukölln oder Lichtenberg, die noch günstigere Mieten bieten.
Die steigenden Besucherzahlen bestätigen Berlins Position als internationales Reiseziel. Für Eigentümer und Investoren, die den Berliner Wohnungsmarkt beobachten, ist die touristische Entwicklung ein Faktor, der bei der Standortbewertung eine Rolle spielt. Zunehmend ist sie aber auch regulatorisch relevant, da die Diskussion um Ferienwohnungsverbote an Fahrt gewinnt.