Marktanalysen
Wirtschaftsdaten Berlin 2013
25 Millionen Übernachtungen und wachsende Wirtschaft: Berlins Lage Anfang 2013
Berlin verzeichnet 2012 erstmals über 25 Millionen Übernachtungen. Der Regierende Bürgermeister sieht die Hauptstadt wirtschaftlich im Bundesvergleich vorn. Ein Blick auf die Zahlen.
Peter Guthmann
In seiner Neujahrsansprache für 2013 zog der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit eine positive Bilanz. Berlin stehe wirtschaftlich besser da als vor einem Jahr und nehme im Bundesvergleich eine Spitzenposition ein. Was davon auf den Immobilienmarkt durchschlägt, lässt sich an konkreten Zahlen ablesen.
25 Millionen Übernachtungen und ihre Folgen
2012 wurde erstmals die Marke von 25 Millionen Übernachtungen überschritten. Das ist zunächst eine Zahl für den Tourismus, hat aber direkte Rückkopplung auf den Immobilienmarkt. Hotels, Hostels und Ferienwohnungen sind vor allem in Mitte und den innerstadtnahen Bezirken gefragt. Der Druck auf Gewerbeflächen in touristischen Lagen steigt. Gleichzeitig verstärkt die internationale Sichtbarkeit Berlins den Zuzug, was wiederum die Nachfrage nach Wohnraum erhöht.
Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt
Wowereits These, Berlin liege bei der wirtschaftlichen Entwicklung vorn, stützt sich auf die Wachstumszahlen der vergangenen Jahre. Wirtschaftswachstum zieht in der Regel Beschäftigung nach sich. Mehr Arbeitsplätze bedeuten mehr Zuzug, mehr Zuzug bedeutet mehr Bedarf an Wohnungen. Für den Wohnungsmarkt ergibt sich daraus eine Nachfrage, die das Angebot seit Jahren übersteigt.
Weiche Standortfaktoren
Neben den Wirtschaftszahlen betonte Wowereit Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz als Standortvorteile. Diese Faktoren lassen sich schwer in Euro messen, spielen aber eine Rolle bei der Frage, warum internationale Fachkräfte und Studierende Berlin anderen Städten vorziehen. Die Nachfrage nach Miet- und Eigentumswohnungen hängt auch davon ab, wer in eine Stadt zieht und warum.
Einordnung für Eigentümer
Die Kombination aus Tourismusboom, Wirtschaftswachstum und Zuzug stützt den Berliner Immobilienmarkt Anfang 2013. Mehrfamilienhäuser in zentralen Lagen profitieren von niedrigen Leerständen und einer stabilen Mieternachfrage. Die politischen Aussagen spiegeln eine Entwicklung wider, die sich in den Transaktionsdaten der vergangenen Quartale bereits abzeichnete.