Marktanalysen
Berliner Baugewerbe
Wohnungsbau Berlin Mai 2015: Rekordumsätze, aber weniger neue Aufträge
Im Mai 2015 steigt der Umsatz im Berliner Wohnungsbau um 22,4 Prozent. Gleichzeitig sinken die Auftragseingänge um über ein Viertel. Was die gegenläufigen Signale bedeuten.
Peter Guthmann
Das Berliner Bauhauptgewerbe verzeichnet im Mai 2015 ein Umsatzplus von 4,5 Prozent auf 164,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresmonat. Das meldet das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Getrieben wird das Wachstum vom Hochbau (plus 11,1 Prozent), wobei der Wohnungsbau mit einem Plus von 22,4 Prozent heraussticht.
Diese Umsätze spiegeln die Bauaktivität der vergangenen Monate wider. Zahlreiche Projekte, die in den letzten Jahren begonnen wurden, befinden sich jetzt in der Abrechnung.
Auftragseingänge sinken deutlich
Im Kontrast dazu stehen die Auftragseingänge: Sie sanken im Mai um mehr als ein Viertel auf 131,4 Millionen Euro. Das war kein einmaliger Ausreißer, denn bereits im Vormonat gingen die Neuaufträge zurück. Gestiegene Grundstücks- und Baukosten sowie die zunehmende Knappheit an verfügbaren Bauflächen in zentralen Lagen wie Mitte dürften dazu beitragen, dass Bauträger vorsichtiger kalkulieren.
Was das für den Wohnungsmarkt bedeutet
Weniger neue Aufträge heute heißen weniger fertige Wohnungen in zwei bis drei Jahren. Bei anhaltendem Zuzug nach Berlin könnte das den Preisdruck auf Bestandsimmobilien erhöhen. Eigentümer profitieren davon, wenn das Angebot knapp bleibt. Für Käufer und Investoren wird die Auswahl am Markt dadurch nicht größer.
Arbeitsmarkt stabil
Die Zahl der Beschäftigten im Berliner Baugewerbe stieg im Mai 2015 leicht um 0,4 Prozent auf 11.609 Personen. Die Unternehmen bauen also nicht ab, sondern scheinen die Rückgänge bei den Aufträgen eher als Normalisierung nach Jahren starken Wachstums einzuordnen.