Marktanalysen
Analyse des IBB-Wohnungsmarktberichts
IBB-Prognose 2014: Bis zu 20.000 Baugenehmigungen für Berliner Wohnungen erwartet
Die Investitionsbank Berlin rechnete 2014 mit einem Rekordjahr im Wohnungsbau. Bis zu 20.000 Baugenehmigungen sollten erteilt werden. Die Zahlen im Überblick.
Peter Guthmann
Die Investitionsbank Berlin (IBB) rechnete 2014 mit einem Rekordjahr im Berliner Wohnungsbau. Laut ihrem Marktbericht sollte die Zahl der Baugenehmigungen auf rund 20.000 steigen. Damit hätte Berlin selbst die Aufbaujahre nach der Wiedervereinigung übertroffen.
Fast 14.500 Genehmigungen in neun Monaten
Allein in den ersten drei Quartalen 2014 genehmigten die Behörden den Bau von fast 14.500 Wohnungen. IBB-Vorstandsvorsitzender Rolf Friedhofen ging davon aus, dass bis Jahresende rund 20.000 Genehmigungen zusammenkommen. Etwa 17.500 davon entfielen auf reinen Neubau, die restlichen 2.500 auf Dachgeschossausbauten und Umnutzungen. Parallel dazu wurden 2014 knapp 8.200 Bauvorhaben fertiggestellt.
Vergleich mit den 1990er Jahren
Der Bauboom von 2014 war in seiner Dimension bemerkenswert. Im Spitzenjahr 1995 erteilte Berlin zwar rund 30.000 Baugenehmigungen, doch 70 Prozent davon konzentrierten sich auf die Ost-Bezirke. Die IBB verwies darauf, dass Berlin noch über erhebliche Flächenreserven verfüge. Von einer Überhitzung könne daher nicht gesprochen werden. Für die Jahre 2015 bis 2017 stellte die IBB sogar bis zu 35.000 Genehmigungen jährlich in Aussicht, also insgesamt über 55.000 neue Wohnungen in Berlin.
Warum Berlin so stark wuchs
Die Gründe lagen auf der Hand: Berlin wuchs 2014 um etwa 40.000 Einwohner pro Jahr, während die Neubautätigkeit lange stagniert hatte. Diese Lücke zwischen Angebot und Nachfrage trieb die Bautätigkeit an. Hinzu kamen niedrige Zinsen und die Suche von Anlegern nach Sachwerten, die Wohnungen als Kapitalanlage in Berlin attraktiv machten.
Einordnung für Eigentümer und Investoren
Die IBB-Prognose sendete ein klares Signal an den Markt: Die Nachfrage nach Wohnraum in Berlin würde das steigende Angebot voraussichtlich absorbieren. Investoren fanden besonders in Bezirken wie Pankow, Lichtenberg und Mitte Gelegenheiten. Der damalige Fokus der Stadtentwicklung auf Nachverdichtung und Brachflächenaktivierung bestätigte sich in den Folgejahren als treibender Faktor der Marktentwicklung.