Marktanalysen
BBU-Jahrespressekonferenz 2014
BBU meldet historisches Tief: Leerstand in Berlin bei nur noch 2,0 Prozent
Der Wohnungsleerstand bei BBU-Mitgliedsunternehmen sinkt auf 2,0 %, der niedrigste Wert seit 1995. Selbst Marzahn-Hellersdorf liegt mit 1,6 % auf dem Niveau von Kreuzberg.
Peter Guthmann
Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) meldet einen neuen Tiefstand. Bei den Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen lag der Leerstand 2013 bei nur noch 2,0 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erfassungen 1995.
Weniger Umzüge, volle Häuser
Neben dem sinkenden Leerstand geht auch die Fluktuation weiter zurück. In Innenstadtlagen wie Mitte liegt die Umzugsquote mittlerweile unter fünf Prozent. Mieter bleiben länger in ihren Wohnungen, Mieterwechsel werden seltener.
Marzahn-Hellersdorf auf dem Niveau von Kreuzberg
Bemerkenswert ist die Entwicklung in den Außenbezirken. Marzahn-Hellersdorf verzeichnet eine Leerstandsquote von nur 1,6 Prozent und liegt damit auf dem Niveau des Innenstadtbezirks Kreuzberg. Der Nachfragedruck hat längst die gesamte Stadt erfasst. Auch Lagen außerhalb des S-Bahn-Rings werden für Mieter und Investoren zunehmend relevant.
Moderate Mietentwicklung
Trotz der Knappheit stiegen die Mieten im BBU-Bestand moderat. Laut BBU-Vorstand Maren Kern legte die durchschnittliche Nettokaltmiete von 2012 auf 2013 um 2,7 Prozent auf 5,28 Euro pro Quadratmeter zu. Für Investoren, die Wohnungen in Berlin als langfristige Kapitalanlage halten, bietet diese stabile Mietentwicklung eine kalkulierbare Grundlage.
Neubau als Antwort
Die BBU-Mitgliedsunternehmen reagieren auf die Knappheit mit mehr Neubau. Die Investitionen stiegen 2013 um 160 Prozent, rund 1.300 neue Mietwohnungen wurden auf den Weg gebracht. Für 2014 ist eine Verdopplung der Neubauinvestitionen geplant, mit dem Baubeginn von gut 1.500 Wohnungen. Bis 2020 sollen insgesamt 18.000 neue Mietwohnungen entstehen.
BBU-Vorstand Maren Kern merkt allerdings an, dass die Akzeptanz für Neubauprojekte in der Nachbarschaft oft gering sei. Eine verbandsinterne Umfrage zeigt ein anderes Bild: Über 80 Prozent der Mieter von BBU-Unternehmen stehen konkreten Bauvorhaben positiv gegenüber. Dass die Wartelisten für neue Wohnungen häufig schon vor Fertigstellung voll sind, bestätigt die Nachfrage.