Marktanalysen
Bevölkerungswachstum und Wirtschaftskraft in Berlin
Berlins Einwohnerzahl knackt die 3,5-Millionen-Marke: Was das für den Wohnungsmarkt bedeutet
Berlin wächst unaufhaltsam: Ende 2015 überschritt die Stadt die 3,5-Millionen-Einwohner-Marke. Gleichzeitig sorgt steigende Kaufkraft für eine hohe Nachfrage nach Wohnraum.
Peter Guthmann
Berlin hat nach Hochrechnungen Ende 2015 die Marke von 3,5 Millionen Einwohnern übersprungen. Gleichzeitig stiegen die Bruttoverdienste. Beides wirkt sich direkt auf den Berliner Wohnungsmarkt aus.
Zuzug als Wachstumstreiber
Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg lag die amtliche Bevölkerungszahl im September 2015 bei 3.496.300 Personen. In den ersten neun Monaten des Jahres wuchs die Stadt um 26.400 Menschen, fast ausschließlich durch Zuwanderung. Die ausländische Bevölkerung stieg um 27.400 auf 524.000 Personen, während die deutsche Bevölkerung um knapp 1.000 auf rund 2.972.000 zurückging.
Steigende Löhne, mehr Kaufkraft
Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst aller Arbeitnehmer in Berlin stieg 2015 um 2,1 Prozent auf 3.074 Euro. Im Vorjahr hatte das Plus 1,8 Prozent betragen. Da die Verbraucherpreise gleichzeitig um 0,1 Prozent sanken, blieb den Berlinern real mehr Geld. Vollzeitbeschäftigte verdienten einschließlich Sonderzahlungen 3.848 Euro pro Monat (+4,1 Prozent). Laut Statistikamt fielen die Verdienstzuwächse bei geringer qualifizierten Beschäftigten überdurchschnittlich hoch aus.
Wohnungsnachfrage steigt weiter
Mehr Einwohner und höhere Kaufkraft trieben die Nachfrage nach Wohnungen in Berlin. Studien prognostizierten einen Bedarf von fast 250.000 neuen Mietwohnungen und 40.000 zusätzlichen Eigentumswohnungen bis 2030. Mit einer Eigentumsquote von 16 Prozent blieb Berlin Deutschlands Mieterhauptstadt. Besonders in Bezirken wie Mitte und Neukölln überstieg die Nachfrage das Angebot bei Weitem.
Neubau und Preisaussichten
Die Bautätigkeit nahm zu. Da fast die Hälfte der Neubauprojekte als Eigentumswohnungen realisiert wurde, rechneten Experten mittelfristig mit einer Preisberuhigung in diesem Segment. Bei Bestandsimmobilien konnten zunehmende Investitionen in energetische Sanierungen die Preisdynamik etwas dämpfen. Die Marktentwicklung der Folgejahre zeigte allerdings, dass die Nachfrage das Neubauangebot weiterhin überstieg.