Marktanalysen
Glücksatlas der Deutschen Post 2015
Glücksatlas 2015: Berlin bei Wohnzufriedenheit im unteren Drittel
Der Glücksatlas 2015 sieht Berlin auf Platz 13 von 19 Regionen. Besonders in der Kategorie Wohnen schneidet die Hauptstadt schlecht ab. Ein Blick auf die Daten und ihre Grenzen.
Peter Guthmann
Die Deutsche Post hat den Glücksatlas 2015 veröffentlicht. Berlin landet auf Platz 13 von 19 untersuchten Regionen. Auch in den Kategorien Lebensqualität und Wohnen liegt die Hauptstadt im unteren Drittel. Schleswig-Holstein führt das Ranking an, Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern.
Wohnen als Schwachstelle
Die geringe Zufriedenheit mit der Wohnsituation fällt auf. Berlin zieht jedes Jahr zehntausende Menschen an, doch der Wohnungsmarkt hält nicht Schritt. Die im Juni 2015 eingeführte Mietpreisbremse versucht, den Anstieg der Angebotsmieten zu bremsen. Trotzdem wird es in gefragten Lagen wie Mitte oder Neukölln für viele schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Marktdaten bestätigen, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt.
Ost-West-Unterschied so gering wie nie
Positiv: Die Lebenszufriedenheit in Deutschland steigt insgesamt. Die Differenz zwischen Ost und West beträgt nur noch 0,15 Punkte. Das ist der geringste Abstand seit der Wiedervereinigung.
Einordnung der Studie
Der Glücksatlas basiert auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und einer Allensbach-Umfrage. Rund 26.000 Menschen wurden befragt, bei über 80 Millionen Einwohnern in Deutschland. Die Studie kann Tendenzen abbilden, aber Glück ist ein subjektives Empfinden, das sich schwer pauschalisieren lässt. Ob Arbeit, Einkommen, Wohnsituation und Freizeit allein die Faktoren sind, die Zufriedenheit bestimmen, bleibt offen.
Für den Berliner Wohnungsmarkt ist das Ergebnis dennoch aufschlussreich: Die niedrige Bewertung beim Wohnen deckt sich mit dem, was Mieter und Eigentümer in der Stadt täglich erleben. Der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum bleibt die zentrale Aufgabe für die wachsende Metropole.