Marktanalysen
Wanderungsanalyse 2017
8.861 Bayern zogen 2017 nach Berlin: Neukölln führt, Boxhagener Platz ist beliebtester Kiez
Im Jahr 2017 zogen 8.861 Menschen aus Bayern nach Berlin. Neukölln, Prenzlauer Berg und Friedrichshain lagen vorn. Im Saldo gewann Mitte am meisten.
Peter Guthmann
Die Rivalität zwischen Bayern und Preußen ist alt. Sie reicht zurück ins Jahr 1866, als sich im Deutschen Bund die Großmächte Österreich und Preußen bekämpften und Bayern sich auf die Seite Wiens stellte. Heute ist der Umgang entspannter, und die Wanderungsdaten zeigen: Berlin zieht Bayern in beträchtlicher Zahl an.
Die Zahlen für 2017
Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg meldeten 2017 insgesamt 8.861 Personen ihren Hauptwohnsitz von Bayern nach Berlin um. In die Gegenrichtung zogen 6.271 Menschen. Das ergibt ein Wanderungssaldo von plus 2.590 Personen zugunsten der Hauptstadt. Wie viele davon tatsächlich gebrütige Bayern sind, lässt sich aus den Meldedaten nicht ablesen. Inoffiziell ist von rund 30.000 in Berlin lebenden Bayern die Rede, die Zahl stammt allerdings von etwa 2011 und ist nicht belastbar.
Wo sich Bayern in Berlin anmelden
Die meisten Anmeldungen aus Bayern erfolgten in:
- Neukölln: 732 Zuzüge
- Prenzlauer Berg: 692 Zuzüge
- Friedrichshain: 625 Zuzüge
- Charlottenburg: 625 Zuzüge
- Wedding: 620 Zuzüge
- Mitte: 549 Zuzüge
Beim Wanderungssaldo führt Mitte mit einem Zuwanderungsgewinn von 262 Personen. Am wenigsten Zuspruch fanden Tegel (77), Tiergarten (77), Weißensee (115) sowie Marzahn und Hellersdorf.
Kiez-Ebene: Boxhagener Platz und Invalidenstraße vorn
Auf Quartiersebene führt der Boxhagener Platz in Friedrichshain mit 148 Anmeldungen, gefolgt vom Quartier um die Invalidenstraße in Mitte mit 127 Zuzügen. Beide Kieze bieten gute Infrastruktur, Gastronomie und ein urbanes Umfeld.
[Chart/Grafik] An dieser Stelle befand sich eine interaktive Grafik.
Was die Daten für den Wohnungsmarkt bedeuten
Der Zuzug aus einkommensstarken Bundesländern wie Bayern erhöht den Nachfragedruck auf dem Berliner Miet- und Kaufmarkt. Für Eigentümer und Investoren sind diese Wanderungsdaten ein Instrument zur Standortanalyse: Die Bezirke mit den höchsten Zuzügen ziehen kaufkräftige Haushalte an, was die Marktentwicklung stabilisiert und die Nachfrage nach Wohnungen in Berlin festigt.