Marktanalysen
Demografie und Immobilienmarkt Berlin
Internationale Zuzüge nach Berlin 2017: Wo Amerikaner, Asiaten und Südamerikaner hinziehen
Berlin wächst vor allem durch Zuzug aus dem Ausland. Unsere Analyse der Daten von 2017 zeigt klare Lagepräferenzen nach Herkunft, von Lichtenberg über Charlottenburg bis Kreuzberg.
Peter Guthmann
Berlin fehlen noch etwa 250.000 Einwohner bis zur Vier-Millionen-Marke. Das Wachstum hat sich nach den Schüben vergangener Jahre etwas verlangsamt, trotzdem kommen jährlich mindestens 30.000 Menschen hinzu. Die Zahlen zeigen: Das Wachstum geht überwiegend auf Zuzüge aus dem Ausland zurück. Wo sich diese Menschen niederlassen, ist für den Wohnungsmarkt relevant.
Unsere Auswertung basiert auf Daten des Amtes für Statistik für 2017. Trotz gewisser Unschärfen durch die Schnittstellen zwischen Behörden lassen sich im Saldo klare Lagepräferenzen ableiten.
Asien: Lichtenberg als Ankerpunkt
Bei Zuzügen aus China, Vietnam, Indien und Indonesien sind klare Muster erkennbar. Traditionell ist die vietnamesische Gemeinschaft stark in Lichtenberg verwurzelt. Quantitativ kamen 2017 allerdings mehr Chinesen und Inder nach Berlin. Auf Quartiersebene führt unter chinesischen Staatsbürgern Alt-Lichtenberg. Auch bei Indern führt Lichtenberg auf Bezirksebene. Auf Quartiersebene meldeten sich die meisten indischen Staatsbürger jedoch rund um den Sparrplatz im Wedding an. Indonesier bevorzugen ebenfalls Lichtenberg und Wedding. Im Westteil der Stadt taucht immer wieder Charlottenburg-Wilmersdorf unter den Top-Zielen auf.
Japan: Bürgerliche Lagen bevorzugt
Japanische Staatsbürger zeigen ein anderes Muster. Sie zieht es stärker in die bürgerlichen Lagen von Wilmersdorf und Charlottenburg. Mitte liegt fast gleichauf.
USA und Kanada: Die Klassiker
US-Amerikaner und Kanadier bevorzugen die bekannten Szenebezirke: Kreuzberg, Mitte und Prenzlauer Berg stehen ganz oben.
Südamerika: Unterschiedliche Präferenzen
Während Brasilianer sich mehrheitlich nach Mitte und Prenzlauer Berg orientieren, zog es Argentinier 2017 nach Friedrichshain und Neukölln.
Russland: Charlottenburg verliert an Bedeutung
Bei russischen Zuzügen verliert Charlottenburg, das historische "Charlottengrad", an relativer Bedeutung. Die meisten Neuanmeldungen aus Russland erfolgten 2017 in Mitte und Tempelhof.
[Chart/Grafik] An dieser Stelle befanden sich interaktive Grafiken zu den Zuzügen nach Herkunftsland.
Die Herkunft der Zuzügler beeinflusst die Art der nachgefragten Wohnungen: Junge Kreative aus Südamerika bevorzugen andere Lagen als IT-Spezialisten aus Indien. Familien aus den USA suchen eine andere Infrastruktur als Studierende aus China. Diese Präferenzen formen Mikromärkte und beeinflussen Mietpreise in einzelnen Quartieren. Wir liefern diese Daten auf Wunsch visualisiert und aufbereitet bis zur Quartiersebene.