Marktanalysen
Strukturwandel: Wohnungsbau +17,7%, Gesamtumsatz -3,5%
Baugewerbe 2016: Wohnungsbau mit kräftigem Plus trotz Gesamtrückgang
Im Februar 2016 zeigten sich zwei gegenläufige Trends im Berliner Baugewerbe: Während der Gesamtumsatz um 3,5 Prozent zurückging, legte der Wohnungsbau kräftig um 17,7 Prozent zu. Ein Indiz für den Strukturwandel am Berliner Baumarkt.
Peter Guthmann
Die Umsatzzahlen des Berliner Bauhauptgewerbes vom Februar 2016 zeigten ein widersprüchliches Bild. Der Gesamtumsatz in Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten sank um 3,5 Prozent auf 135,2 Millionen Euro. Der Wohnungsbau dagegen legte um 17,7 Prozent zu.
Wohnungsbau entkoppelt sich vom Gesamtmarkt
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg meldete für Februar 2016: Nur der Wohnungsbau und der sonstige Tiefbau (+0,4 Prozent) verzeichneten Umsatzzuwächse. Alle anderen Bausparten waren rücklauf̄ig. Die Baukapazitäten in Berlin flossen zunehmend in den Wohnungsbau, während gewerblicher und öffentlicher Bau nicht mithielten.
Statistischer Hinweis
Die Zahlen erfassten nur Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten. Kleinere Handwerksbetriebe, die ebenfalls im Wohnungsbau aktiv waren, blieben unberücksichtigt. Die tatsächliche Dynamik im Wohnungsbau dürfte daher noch stärker ausgefallen sein. Auch die zeitliche Verzögerung ist typisch: Die Februardaten wurden erst im April 2016 veröffentlicht.
Einordnung für den Immobilienmarkt
Die Umsatzverschiebung hin zum Wohnungsbau spiegelte die Prioritäten des wachsenden Berlin wider. Die Stadt brauchte mehr Wohnraum, und die Bauwirtschaft reagierte. Für Investoren hieß das: Das Angebot an Neubauwohnungen wuchs, was langfristig preismoderat wirken konnte. Gleichzeitig bestätigten die hohen Investitionsvolumina, dass professionelle Marktteilnehmer weiterhin an die positive Marktentwicklung in Berlin glaubten.