Marktanalysen
Statistikamt meldet Zahlen für Mai 2015
Baupreise in Berlin 2015: Neubau und Instandhaltung verteuern sich für Investoren
Die Kosten für den Neubau von Wohngebäuden in Berlin sind im Mai 2015 um 1,5 % gestiegen. Besonders Ausbauarbeiten und Schönheitsreparaturen treiben die Preise.
Peter Guthmann
Die Baukosten in Berlin ziehen weiter an. Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg sind die Preise für den Neubau von Wohngebäuden im Mai 2015 um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Für Bauträger und Investoren ist das ein relevanter Kalkulationsfaktor.
Rohbau und Ausbau im Vergleich
Die Preissteigerung verteilt sich ungleich auf die Bauphasen. Rohbauarbeiten verteuerten sich um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Februar 2015: +1,0 Prozent). Bei den Ausbauarbeiten lag der Anstieg bei 1,6 Prozent, nach noch 2,0 Prozent im Februar.
Besonders stark gestiegen sind laut Statistikamt Maler- und Lackierarbeiten sowie Rollladeninstallationen (jeweils +4,8 Prozent) und Abdichtungsarbeiten (+4,4 Prozent). Günstiger wurden dagegen Estricharbeiten (-1,2 Prozent), Wärmedämm-Verbundsysteme (-0,8 Prozent) und Putz- sowie Stuckarbeiten (-0,7 Prozent).
Was das für Neubauprojekte heißt
Höhere Baukosten drücken auf die Marge. Investoren, die etwa in Lagen wie Neukölln oder im Rahmen großer Stadtentwicklungsprojekte bauen, müssen entweder höhere Verkaufspreise ansetzen oder eine geringere Rendite akzeptieren. Für die Projektkalkulation im zweiten Halbjahr 2015 war diese Marktentwicklung direkt relevant.
Instandhaltungskosten steigen stärker
Eigentümer von Bestandsimmobilien sollten die Zahlen ebenfalls beachten. Die Preise für die Instandhaltung von Wohnungen in Berlin (ohne Schönheitsreparaturen) stiegen im Jahresvergleich um 2,1 Prozent. Schönheitsreparaturen verteuerten sich sogar um 4,5 Prozent. Diese Kosten schlagen direkt auf die Bewirtschaftung durch und schmälern den Mietertrag.
Auch Gewerbe und Ingenieurbau betroffen
Der Kostendruck beschränkt sich nicht auf den Wohnungsbau. Der Neubau von Bürogebäuden und gewerblichen Betriebsgebäuden verteuerte sich jeweils um 1,8 Prozent. Im Ingenieurbau reichte die Spanne von +1,2 Prozent für Brückenneubau bis +1,9 Prozent für Straßenneubau. Die hohe Baukonjunktur in der Metropolregion, besonders in zentralen Lagen wie Mitte, treibt die Preise branchenweit.