Marktanalysen
Demografie und Immobilienmarkt
Bevölkerungsprognose 2016: Berlin wächst auf bis zu 4 Millionen Einwohner
Laut Bevölkerungsprognose der Senatsverwaltung wächst Berlin bis 2030 auf bis zu 4 Millionen Einwohner. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter auf 44,3 Jahre.
Peter Guthmann
Berlin wächst weiter. Laut einer Bevölkerungsprognose der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt wird die Einwohnerzahl der Hauptstadt in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Gleichzeitig wird die Bevölkerung im Schnitt älter. Beide Trends wirken sich direkt auf den Berliner Wohnungsmarkt aus.
Bis zu 4 Millionen Einwohner bis 2030
Die Prognose rechnet mit verschiedenen Szenarien. Im Maximalszenario könnte Berlin bis 2030 die Vier-Millionen-Marke erreichen. Die mittlere Erwartung, die als wahrscheinlicher gilt, geht von einem Zugewinn von rund 265.000 Menschen aus, auf dann knapp 3,8 Millionen. Berlin hatte zwischen 1995 und 2001 noch Einwohner verloren, als viele in den Brandenburger Speckgürtel zogen. Davon ist längst keine Rede mehr.
Das anhaltende Wachstum stützt die Nachfrage nach Wohnraum in der gesamten Stadt. Für Eigentümer und Investoren von Wohnungen in Berlin sind das stabile Rahmenbedingungen.
Die Bevölkerung wird älter
Das Durchschnittsalter soll von 42,9 auf 44,3 Jahre im Jahr 2030 steigen. Besonders stark wachsen die älteren Altersgruppen:
- Die Zahl der Menschen ab 65 Jahren nimmt bis 2030 um etwa ein Viertel zu.
- Die Gruppe der über 80-Jährigen wächst sogar um rund 66 Prozent.
Obwohl Berlin viele Studierende hat, reicht deren Anteil an der Gesamtbevölkerung nicht aus, um den Altersdurchschnitt merklich zu senken. Städte wie Tübingen oder Freiburg, wo Studierende ein Fünftel bis ein Viertel der Bevölkerung ausmachen, sind im Schnitt deutlich jünger.
Für den Wohnungsmarkt bedeutet das: Die Nachfrage nach barrierearmen Wohnungen und altersgerechten Wohnformen steigt.
Pankow und Lichtenberg wachsen am stärksten
Das stärkste Bevölkerungswachstum wird für Pankow erwartet, gefolgt von Lichtenberg und Reinickendorf. In diesen Bezirken ist der Bedarf an neuer Infrastruktur entsprechend hoch: von Wohnungen über Kitas bis zur Nahversorgung. Senator Andreas Geisel erklärte, die Stadt wolle das Wachstum durch Investitionen in Infrastruktur und Wohnungsbau aktiv gestalten.
Zuzug bleibt der Treiber
Die Zahlen für das erste Quartal 2016 bestätigen den Trend: 43.200 Personen zogen nach Berlin, nur 35.100 verliessen die Stadt. Der Zuzug aus dem Ausland stieg um 8.800 Personen. Hinzu kamen rund 50.000 Flüchtlinge, die 2015 nach Berlin gekommen waren. Die Zahl der deutschen Einwohner sank im selben Zeitraum leicht um 120 Personen.
Diese Zuwanderung sorgt für eine breite Nachfragebasis auf dem Mietwohnungsmarkt in nahezu allen Lagen der Stadt.