Marktanalysen
Demografie und Wohnungsbedarf
Bevölkerungsprognose: Berlin wächst bis 2030 auf 3,8 Millionen Einwohner
Berlins Bevölkerung soll bis 2030 um 265.000 Menschen wachsen. Besonders die Zahl der Senioren steigt stark. Was das für den Wohnungsmarkt bedeutet.
Peter Guthmann
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat zusammen mit dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg eine neue Bevölkerungsprognose vorgelegt. In der mittleren Variante wächst Berlin bis 2030 um rund 265.000 Menschen auf 3,828 Millionen Einwohner. Eine optimistischere Schätzung sieht die Vier-Millionen-Marke schon bis 2020 in Reichweite.
Mehr Kinder, deutlich mehr Senioren
Der demografische Wandel verändert nicht nur die Einwohnerzahl, sondern auch die Altersstruktur. Die Gruppe der Erwerbsfähigen (18 bis 65 Jahre) bleibt weitgehend stabil. An den Rändern verschiebt sich aber einiges:
- Kinder und Jugendliche unter 18: plus 15 Prozent
- Senioren ab 65: plus 25 Prozent
- Hochbetagte ab 80: plus 66 Prozent
Das verändert den Bedarf an Wohnungen in Berlin. Größere Familienwohnungen werden ebenso gebraucht wie barrierearme Kleinwohnungen für ältere Menschen.
Wo Berlin am stärksten wächst
Laut Prognose verzeichnet Pankow das stärkste Wachstum, gefolgt von Lichtenberg und Reinickendorf. Diese Bezirke bieten im Vergleich zu den innerststädtischen Lagen noch Entwicklungsflächen und ziehen Zuzug an.
Die Marktdaten bestätigen, dass auch Lagen außerhalb des S-Bahn-Rings zunehmend gefragt sind.
Senatsreaktion: Mehr bauen, mehr Infrastruktur
Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel bezeichnete das Wachstum als Chance: "Wir werden Berlin sozial gerecht und nachhaltig gestalten, indem wir mehr Wohnungen bauen, mehr Kitas und Schulplätze sowie neue Arbeitsplätze schaffen." Die Prognose diene als Planungsgrundlage für Wohnungsbau und Infrastruktur.
Für Investoren heißt das: Der Druck auf den Wohnungsmarkt bleibt bestehen. Besonders gefragt dürften Familienwohnungen und seniorengerechter Wohnraum in den wachstumsstarken Bezirken sein.