Marktanalysen
Bevoelkerungsprognose Berlin
Prognos-Studie: Berlins Bevoelkerung waechst, der Wohnungsbau haelt nicht mit
Laut einer Prognos-Studie im Auftrag der Allianz steigt Berlins Bevoelkerung bis 2045 auf fast 3,9 Millionen. Der Wohnungsbedarf waechst noch staerker als die Einwohnerzahl.
Peter Guthmann
Eine Studie des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos im Auftrag der Allianz liefert konkrete Zahlen zum kuenftigen Wohnungsbedarf in Berlin. Die Kernaussage: Die Bevoelkerung waechst, die Zahl der Haushalte waechst noch schneller, und der Neubau haelt nicht Schritt.
Bevoelkerung waechst bis 2045 um 14 Prozent
Laut der Studie wird Berlins Bevoelkerung bis 2030 auf 3.775.000 und bis 2045 auf 3.878.000 Einwohner steigen. Gegenueber dem Basisjahr 2013 entspricht das einem Anstieg von 11,3 Prozent bis 2030 und 14,3 Prozent bis 2045.
Haushalte wachsen schneller als die Bevoelkerung
Fuer den Wohnungsmarkt ist die Haushaltszahl entscheidender als die Einwohnerzahl. Weil der Trend zu kleineren Haushalten anhaelt, steigt der Bedarf an Wohneinheiten ueberproportional. Die Studie rechnet mit 2.218.000 Haushalten im Jahr 2030 und 2.300.000 im Jahr 2045, ein Plus von 16,3 Prozent gegenueber 2013.
Neubau kann den Bedarf nicht decken
Die Statistiker gehen davon aus, dass in Berlin bis 2045 durchschnittlich 6.672 Wohnungen pro Jahr neu auf den Markt kommen. Das reicht nicht. Die Versorgungsquote, also die Zahl der Wohneinheiten pro 1.000 Haushalte, sinkt von 1.009 im Jahr 2013 auf 936 im Jahr 2030 und 933 im Jahr 2045. Rein rechnerisch werden Haushalte zusammenruecken oder auf andere Regionen ausweichen muessen, wenn nicht deutlich mehr gebaut wird.
Berlin ueberholt Muenchen bei der Wohnungsknappheit
Ein Vergleich mit Muenchen verdeutlicht die Lage. Die bayerische Landeshauptstadt kam 2013 auf 991 Wohneinheiten je 1.000 Haushalte, weniger als Berlin zum selben Zeitpunkt. Doch wegen staerkerer Neubauaktivitaet faellt Muenchens prognostizierter Rueckgang auf 950 Einheiten im Jahr 2045 moderater aus als Berlins Rueckgang auf 933.
Fuer Eigentuemer und Investoren ergibt sich daraus ein klares Bild: Hohe Nachfrage bei knappem Angebot stuetzt die Kauf- und Mietpreise fuer Wohnungen in Berlin langfristig. Das gilt fuer zentrale Lagen wie Mitte ebenso wie fuer gut angebundene Randlagen in Bezirken wie Neukoelln. Die Marktentwicklung spricht dafuer, dass Berlin zu den Regionen mit der groessten Wohnungsknappheit in Deutschland aufsteigen wird.