Marktanalysen
Analyse der Wanderungsdaten 2016
Bevölkerungswachstum 2016: Wie 60.000 neue Einwohner den Berliner Immobilienmarkt verändern
Berlin verzeichnet 2016 ein Rekordwachstum von 60.000 Menschen. Während Lichtenberg und Mitte boomen, überrascht Neukölln mit einem negativen Saldo. Ein Blick auf die Chancen für Investoren.
Peter Guthmann
Berlin wächst 2016 um 60.000 Einwohner
Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg ist Berlin 2016 im Saldo um rund 60.000 Einwohner gewachsen. 97 Prozent dieses Wachstums gehen auf Zuzüge zurück, natürliche Bevölkerungsbewegungen wie Geburten und Sterbefälle spielen kaum eine Rolle. Für Eigentümer und Investoren heißt das: Die Nachfrage nach Wohnungen in Berlin steigt weiter.
Lichtenberg und Mitte an der Spitze
Bei den Wanderungssalden liegen Mitte mit +8.171, Lichtenberg mit +7.979 und Pankow mit +7.434 Einwohnern vorn. Alle drei profitieren von einer Mischung aus Neubauprojekten, guter Infrastruktur und teils noch moderaten Preisen.
Überraschend: Neukölln weist 2016 als einziger Bezirk einen negativen Wanderungssaldo auf (-881). Das könnte auf steigende Preise hindeuten, die Bewohner in andere Stadtteile drängen. Parallel dazu verlor Berlin im Saldo rund 8.200 Einwohner an das Brandenburger Umland, ein Zeichen beginnender Suburbanisierung.
Internationale Zuwanderung als Treiber
Etwa zwei Drittel der über 216.000 Neu-Berliner kamen 2016 aus dem Ausland. Die Zuwanderung ist weiterhin von Schutzsuchenden aus Syrien und Afghanistan geprägt, dazu kommt ein Nachholeffekt bei der Registrierung aus dem Vorjahr. Aber auch der Zuzug aus EU-Staaten und den USA bleibt konstant. Amerikanische Zuzügler bevorzugen Lagen wie den Kreuzberger Chamissokiez oder das Heine-Viertel in Mitte. Diese internationale Nachfrage stützt die Marktentwicklung und das Preisniveau in zentralen Lagen.
Veränderte Wohnungsnachfrage
Die starke Zuwanderung verändert die Bedarfsstruktur. Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) weist darauf hin, dass neben kurzfristiger Unterbringung in modularen Unterkünften oder Tempohomes auch langfristige Wohnkonzepte gebraucht werden. Gefragt sind nicht nur kleine Apartments für Neuankömmlinge und Studenten, sondern auch altersgerechte Wohnungen. Vorausschauender Wohnungsbau muss beides abdecken: Integration und die Bedürfnisse der Bestandsbevölkerung.