Marktanalysen
Berliner Wohnungsmarkt 2013
40 % mehr Neubauten in Berlin, und der Westen ist zurück
Die Baugenehmigungen in Berlin steigen 2013 um 40 %. Besonders die West-Bezirke erleben eine Renaissance. Der Durchschnittspreis für Neubau-Eigentumswohnungen: 4.300 Euro pro Quadratmeter.
Peter Guthmann
2013 genehmigte Berlin 40 Prozent mehr Neubauwohnungen als im Vorjahr. Das Amt für Statistik bestätigte damit einen Trend, der sich abzeichnete: Investoren planten und bauten deutlich mehr. Die Nachfrage war ungebrochen.
West-Berlin rückt in den Fokus
Seit der Wende lag der Schwerpunkt der Neubautätigkeit in den Ostbezirken. 2013 verschob sich das Bild. Die klassischen Wohnquartiere im Westen zogen wieder Investoren an, angetrieben vom Kurfürstendamm und seinen Seitenstraßen. Charlottenburg mit Savignyplatz und Fasanenplatz war besonders gefragt. Schöneberg profitierte von seinem Ruf als gehobene Wohngegend, und die Potsdamer Straße entwickelte sich zum Anziehungspunkt für Galerien und Designfirmen.
Preise für Neubauwohnungen
Eine Studie von BulwienGesa analysierte 34 Neubau-Projekte mit rund 1.350 Wohneinheiten in den westlichen Innenstadtbezirken. Die Ergebnisse:
- Durchschnittlicher Kaufpreis: 4.300 Euro pro Quadratmeter
- Höchster Wert: Charlottenburg mit 4.730 Euro/qm
- Niedrigster Wert: Kreuzberg mit 3.280 Euro/qm
- Preisanstieg gegenüber Vorjahr: durchschnittlich 10,3 %
- Stärkste Zuwächse: Charlottenburg (+15,3 %) und Wilmersdorf (+9,7 %)
Grundstückspreise: Ost und West entwickeln sich unterschiedlich
Die TLG Immobilien stellte in ihrem Marktreport fest, dass die Grundstückspreise nicht einheitlich stiegen. Im Ostteil legten die Preise in einfachen und mittleren Lagen zu. Im Westteil war der Anstieg auf gute und sehr gute Lagen beschränkt. Grundstücke in diesen West-Lagen kosteten laut TLG rund 1.000 Euro pro Quadratmeter.
Nachfrage übersteigt Angebot weiterhin
Trotz der belebten Bautätigkeit blieb der Berliner Markt von einem Angebotsmangel geprägt. 2012 wurden 5.400 Wohnungen fertiggestellt und 9.900 genehmigt. Der geschätzte jährliche Bedarf lag laut TLG Immobilien bei rund 12.000 Einheiten. Besonders fehlten kleine und günstige Wohnungen. Für den Wohnungsmarkt in Berlin bedeutete das: die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage schloss sich nicht.