Marktanalysen
20 Jahre Wohnungswirtschaft
BBU-Bilanz: 38 Milliarden Euro für Modernisierung und Neubau in Berlin
Die BBU-Mitgliedsunternehmen modernisierten in 20 Jahren 90 Prozent ihres Bestands, halbierten den CO2-Ausstoß und errichteten rund 50.000 neue Wohnungen in Berlin.
Peter Guthmann
Auf den zwanzigsten BBU-Tagen präsentierte Vorstand Maren Kern eine Bilanz der Mitgliedsunternehmen des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). Die Zahlen geben einen Überblick über zwei Jahrzehnte Investitionen in den Berliner Wohnungsmarkt.
90 Prozent des Bestands modernisiert
Die BBU-Mitglieder haben seit Mitte der 1990er Jahre 90 Prozent ihres Wohnungsbestands saniert. Die energetischen Maßnahmen halbierten den jährlichen CO2-Ausstoß der Immobilien. Die Modernisierung verbesserte die Wohnqualität und machte die Bestände langfristig wettbewerbsfähig.
50.000 neue Wohnungen
Parallel zur Bestandspflege reagierten die BBU-Unternehmen auf die wachsende Nachfrage. In 20 Jahren errichteten sie rund 50.000 neue Wohnungen, den größten Teil davon in Berlin. "Das entspricht dem Wohnraum für etwa 100.000 Menschen und damit der Einwohnerzahl einer Großstadt", so Kern. Der Neubau trug dazu bei, den Druck auf dem Mietmarkt abzufedern und das Angebot an Wohnungen in Berlin zu erweitern.
38 Milliarden Euro Investitionssumme
Die Gesamtinvestitionen in Bestand und Neubau beliefen sich auf gut 38 Milliarden Euro. Kern ordnete die Summe ein: "Das ist so viel wie das Bruttoinlandsprodukt des EU-Landes Lettland." Der BBU vereint rund 360 Unternehmen, die allein in Berlin etwa 40 Prozent aller Mietwohnungen bewirtschaften. Insgesamt verwalten sie über 1,1 Millionen Wohnungen in der Metropolregion.
Einordnung für den Markt
Die Aktivitäten der BBU-Mitglieder setzten Maßstäbe für den gesamten Berliner Wohnungsmarkt. Private Eigentümer standen im Wettbewerb mit professionell sanierten Beständen. Gleichzeitig signalisierte das hohe Investitionsvolumen Vertrauen in die langfristige Stabilität des Standorts. Für private Investoren boten sich Chancen in aufstrebenden Lagen wie Neukölln oder durch die Aufwertung von Bestandsimmobilien. Die Marktentwicklung profitierte vom breiten Investitionsengagement der organisierten Wohnungswirtschaft.