Marktanalysen
Statistisches Landesamt, Mai 2016
Mietpreise in Berlin Mai 2016: Kaltmieten steigen, Nebenkosten sinken
Laut Statistischem Landesamt stiegen die Nettokaltmieten in Berlin im Mai 2016 um 0,6 %. Gleichzeitig sanken die Nebenkosten um 4,0 %, sodass die Warmmiete kaum zulegte.
Peter Guthmann
Kaltmiete rauf, Warmmiete fast unverändert
Die Nettokaltmieten in Berlin stiegen im Mai 2016 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, so das Statistische Landesamt Berlin-Brandenburg. Das lag über der allgemeinen Inflationsrate der Hauptstadt von 0,3 Prozent. Trotzdem bekamen Mieter den Anstieg kaum zu spüren. Der Grund: Die Nebenkosten sanken im gleichen Zeitraum um 4,0 Prozent, vor allem wegen gefallener Energiepreise.
Unter dem Strich stieg die Bruttowarmmiete nur um 0,1 Prozent. Die Wohnkosten lagen damit unter dem allgemeinen Preisauftrieb, die reale Belastung für Mieter sank sogar leicht.
Trendwende bei den Nebenkosten?
Ein Detail verdient besondere Beachtung: Im Vergleich zum Vormonat April gab es bei den Nebenkosten keine Veränderung mehr. Der seit über einem Jahr anhaltende Rückgang schien damit vorerst beendet. Gleichzeitig legten die Nettokaltmieten allein von April auf Mai um 0,2 Prozent zu.
Für Eigentümer und Investoren war das relevant. Sollten die Nebenkosten stagnieren oder wieder steigen, würden sich künftige Kaltmietsteigerungen direkt auf die Warmmiete durchschlagen. Das betrifft die Kalkulation von Betriebskostenvorauszahlungen ebenso wie die Einschätzung künftiger Mieteinnahmen.
Was die Zahlen für Vermieter bedeuteten
Der moderate Anstieg der Kaltmieten sicherte die Wertentwicklung von Immobilien, auch wenn die Mietpreisbremse die Dynamik begrenzte. In nachgefragten Lagen wie Mitte oder Neukölln blieb die Nachfrage hoch. Die aktuellen Marktdaten zeigten: Wer beide Komponenten, Kaltmiete und Betriebskosten, im Blick behielt, konnte die tatsächliche Rendite besser einschätzen.