Marktanalysen
Ergebnisse des Berliner Wohnmarktreports
Mietpreisentwicklung Berlin 2016: Anstieg schwächt sich ab, Kaufpreise ziehen an
Der Wohnmarktreport 2015 zeigt: Berlins Angebotsmieten steigen mit 5,1 % langsamer als im Vorjahr. Die Mietpreisbremse zeigt kaum Wirkung, während der Zuzug die Nachfrage nach Wohnraum weiter antreibt.
Peter Guthmann
Mietanstieg verlangsamt sich
Der Berliner Wohnungsmarkt bewegt sich weiter, aber das Tempo des Mietanstiegs hat etwas nachgelassen. Das geht aus dem "Wohnmarktreport 2015" hervor, den CBRE und die Berlin Hyp vorgestellt haben. Laut Report stiegen die Angebotsmieten für Wohnungen in Berlin 2015 um 5,1 Prozent auf durchschnittlich knapp 9,00 Euro pro Quadratmeter. Im Vorjahr lag der Anstieg noch bei 6,6 Prozent. Sinkende Nebenkosten dämpfen den Gesamtanstieg der Wohnkosten zusätzlich etwas. Strukturell bleibt der Druck aber bestehen: Die Analyse von über 110.000 Mietangeboten zeigt, dass die Nachfrage das Angebot weiterhin übersteigt.
Grosse Unterschiede zwischen den Bezirken
Die Entwicklung verläuft innerhalb Berlins sehr unterschiedlich. An der Spitze liegt Mitte mit einem Plus von 7,0 Prozent, gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg und Reinickendorf mit jeweils 5,9 Prozent. Moderater fällt der Anstieg in Lichtenberg (+0,9 Prozent), Charlottenburg-Wilmersdorf (+1,8 Prozent) und Marzahn-Hellersdorf (+2,4 Prozent) aus. Aber auch dort zeigt der Trend nach oben.
Mietpreisbremse zeigt bisher kaum Wirkung
Obwohl das Gesetz zur Mietpreisbremse seit über einem Jahr in Kraft ist, scheint sein Einfluss auf die Angebotsmieten gering. Die Marktkräfte aus Nachfrage und knappem Angebot wirken offenbar stärker als die Regulierung. Im oberen Marktsegment und bei Neubauten greift die Bremse ohnehin nicht.
Kaufpreise für Eigentumswohnungen steigen zweistellig
Während sich das Mietwachstum verlangsamt, beschleunigt sich der Preisanstieg bei Eigentumswohnungen. Im Durchschnitt verteuerten sich diese um 10,1 Prozent. Der hohe Zuzug (allein 2014 kamen rund 40.000 neue Einwohner, 2015 wurden zusätzlich über 57.000 Asylbewerber registriert) trifft auf einen unzureichenden Neubau. Die Marktentwicklung zeigt: Wer in Berlin investiert, profitiert derzeit von steigenden Werten.
Neubau-Defizit und Zuzug treiben den Markt
Der Bedarf an neuem Wohnraum bleibt hoch. In Treptow-Köpenick sind 3.300 Wohnungen geplant, in Lichtenberg 3.650, in Mitte 4.870. In anderen Bezirken hinkt die Bautätigkeit hinterher: Marzahn-Hellersdorf kommt auf 220, Reinickendorf auf 270, Tempelhof-Schöneberg auf 550 geplante Einheiten. Der Berliner Mieterverein warnt vor einem zweigeteilten Wohnungsmarkt und fordert mehr sozialen Wohnungsbau. Für Eigentümer und Investoren bedeutet die anhaltende Kluft zwischen Angebot und Nachfrage eine stabile Wertentwicklung.