Marktanalysen
Mietmarkt Berlin 2016
Berliner Bruttomieten sinken erstmals: sinkende Nebenkosten kompensieren steigende Kaltmieten
Im März 2016 sinken die Bruttomieten in Berlin erstmals im Jahresvergleich. Der Grund: Die Nebenkosten gehen um 4,0 Prozent zurück und überkompensieren den Anstieg der Kaltmieten.
Peter Guthmann
Auf dem Berliner Mietmarkt hat sich im März 2016 etwas Ungewöhnliches getan. Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg sind die Bruttowarmmieten im Jahresvergleich erstmals leicht gesunken, obwohl die Nettokaltmieten weiter steigen. Für Eigentümer und Mieter gleichermaßen ein Blick auf die Details wert.
Kaltmiete rauf, Nebenkosten runter
Die Nettokaltmieten stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,2 Prozent. Die Nebenkosten hingegen fielen um 4,0 Prozent. In Summe ergibt das einen Rückgang der Bruttomieten um 0,3 Prozent. Der Nebenkostenvorteil überwiegt also den Mietanstieg.
Der Rückgang der Nebenkosten läuft schon seit über einem Jahr. Anfangs trugen politische Entscheidungen dazu bei, etwa die erzwungene Senkung der Berliner Wasserkosten. Später kamen die historisch niedrigen Energiepreise auf dem Weltmarkt hinzu, die direkt auf Heiz- und Warmwasserkosten durchschlugen.
Wende bereits absehbar
Die Daten deuten an, dass der Effekt nachlässt. Gegenüber dem Vormonat Februar stieg der Heizölpreis bereits wieder um 11 Prozent. Die Nebenkosten insgesamt stagnierten, während die Nettomieten um 0,1 Prozent zulegten. Es ist also wahrscheinlich, dass die Bruttomieten in den nächsten Monaten wieder steigen werden.
Was das für Eigentümer heißt
Der moderate Anstieg der Nettokaltmieten setzt sich fort. Das stabilisiert die Rendite. Gleichzeitig macht eine niedrigere Bruttomiete die eigenen Objekte am Markt attraktiver und kann die Neuvermietung erleichtern, etwa bei Wohnungen in Berlin in gefragten Lagen wie Mitte.
Investoren sollten bei Akquisitionen die Zusammensetzung der Miete genau prüfen. Eine Bruttomiete, die stark von niedrigen Energiekosten abhängt, kann sich drehen, sobald die Energiepreise wieder anziehen. Die grundlegende Dynamik steigender Kaltmieten am Berliner Wohnungsmarkt bleibt davon unberührt.